{"id":9,"date":"2024-09-19T11:07:46","date_gmt":"2024-09-19T11:07:46","guid":{"rendered":"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/?p=9"},"modified":"2025-01-31T16:25:56","modified_gmt":"2025-01-31T16:25:56","slug":"die-700-schwaben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/artikel\/die-700-schwaben\/","title":{"rendered":"Die 700 Schwaben"},"content":{"rendered":"\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Die erste deutsche S\u00f6ldnertruppe.<\/h5>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am Anfang des 11. Jahrhunderts stand es nicht gut um die Kirche in Italien. Das Z\u00f6libat wurde kaum beachtet, \u00c4mterkauf war an der Tagesordnung und die Sarazenen verw\u00fcsteten den S\u00fcden. Am schlimmsten stand es aber um das Papsttum selbst. P\u00e4pste wurden wegen ihrer ausschweifenden Leben aus der Stadt gejagt, erlagen im Sommer dem ungesunden Klima oder wurden von Konkurrenten vergiftet. Schlie\u00dflich lie\u00df Kaiser Heinrich III., der ein starkes Interesse an stabilen Verh\u00e4ltnissen im Kirchenstaat hatte, auf einem gro\u00dfen Konzil in Worms 1048 Bruno von Egisheim den Bischof von Toul als Leo IX. zum Papst w\u00e4hlen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignleft size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"350\" height=\"264\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/kloster-raub.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-18\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/kloster-raub.jpg 350w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/kloster-raub-300x226.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kaum in Rom angekommen machte sich der neue Papst mit Feuereifer an die notwendigen Reformen. W\u00e4hrend er in Rom und der inneren Struktur einige Erfolge erzielte, erhielt er die schlimmsten Nachrichten aus dem S\u00fcden. Dort waren die Normannen in den letzten Jahren zum entscheidenden Machtfaktor geworden. Sie hatten den Byzantinern die meisten Garnisonen entrissen und auch den langobardischen Adel weitgehend aus seinen alten Machtpositionen verdr\u00e4ngt. Bei diesen permanenten Kleinkriegen pl\u00fcnderten die Normannen nicht nur r\u00fccksichtslos Kirchen und Kl\u00f6ster, um ihre Truppen zu besolden, sie pflegten auch ihren Besitz auf Kosten der kirchlichen Latifundien zu arrondierten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei ihrer Raubz\u00fcgen von Apulien drangen sie dabei immer tiefer in das Gebiet des F\u00fcrstentums Benevent ein, beraubten Reisende und Pilger, sch\u00e4ndeten Kirchen, verw\u00fcsteten das Land und ermordeten auch Frauen und Kinder. Der Bev\u00f6lkerung erschienen sie schlimmer als die Sarazenen, gegen die man sie ja einst ins Land gerufen hatte. In ihrer verzweifelten Lage unterstellten sich die Einwohner von Benevent schlie\u00dflich dem Papst. Leo konnte dieses Angebot kaum ablehnen und musste nun f\u00fcr den Schutz von Benevent sorgen. Er verhandelte deshalb mit den beiden m\u00e4chtigsten M\u00e4nnern des S\u00fcdens, mit Drogo von Hauteville, dem Grafen von Apulien und anerkanntem F\u00fchrer der Normannen, und mit dem Langobardenf\u00fcrsten Gaimar von Salerno. Beide versprachen m\u00e4\u00dfigend auf ihre M\u00e4nner einzuwirken. Drogo wurde jedoch kurz darauf ermordet, wobei wahrscheinlich Byzanz seine Hand im Spiel hatte, und Gaimar fiel etwa ein Jahr sp\u00e4ter intriganten Verwandten zum Opfer.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im S\u00fcden fielen nun Normannen, Byzantiner und Langobarden erneut \u00fcbereinander her und wie immer hielten sich ihre Truppen an der Bev\u00f6lkerung und am Kirchenbesitz schadlos. Schlie\u00dflich behaupteten die Normannen das Feld. Sie hatten nun Humphrey von Hauteville einen Bruder Drogos zu ihrem Anf\u00fchrer gew\u00e4hlt. Der Druck auf Benevent nahm wieder zu und es war nur noch eine Frage der Zeit, wann dieses reiche F\u00fcrstentum eine Beute der Normannen werden sollte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch die Normannen hatten sich viele Feinde gemacht und so war es f\u00fcr Leo nicht allzu schwer ein B\u00fcndnis gegen die Empork\u00f6mmlinge zu schmieden. Fast der gesamte langobardische Adel S\u00fcditaliens war bereits sich gegen seine Unterdr\u00fccker zu erheben. Wichtiger war jedoch, dass der Papst und Byzanz nun bereit waren ihre Konflikte beizulegen, da beide eingesehen hatten, dass in S\u00fcditalien die gr\u00f6\u00dfte Gefahr von den Normannen ausging.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend jedoch die Byzantiner nach den langen K\u00e4mpfen immer noch \u00fcber ein Heer in Apulien verf\u00fcgten, das sie lediglich verst\u00e4rken mussten, fehlte dem Papst eine eigene Truppe. Die vielen Gegner der Normannen waren nur bereit sich einem Heer anzuschlie\u00dfen, das reelle Siegeschancen hatte. Auf der Suche nach einer Kerntruppe, um die sich dann die Unzufriedenen scharen k\u00f6nnten reiste der Papst Ende 1052 \u00fcber die Alpen und bat Kaiser Heinrich bei der Weihnachtsfeier in Worms um Unterst\u00fctzung. Doch der Kaiser hatte genug eigene Probleme und ein kleines Heer, das er schlie\u00dflich in Marsch setzte, wurde schnell wieder zur\u00fcckgerufen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Leo war also auf sich selbst gestellt, aber im Gegensatz zu den meisten europ\u00e4ischen Adligen verf\u00fcgte die Kirche ja \u00fcber gewisse finanzielle Ressourcen. Zudem konnte der Papst potentiellen Verb\u00fcndeten reiche L\u00e4ndereien versprechen, die nach einem Sieg \u00fcber die Normannen unter seine Kontrolle fallen w\u00fcrden. Er warb also S\u00f6ldner und die Chroniken berichten, dass er mit 700 kriegserprobten Schwaben nach Italien zur\u00fcckkehrte. Allerdings umfasste das alte Stammesherzogtum Schwaben das s\u00fcdliche Baden-W\u00fcrttemberg, das Elsass und den Nordteil der heutigen Schweiz. Nach heutigem Verst\u00e4ndnis d\u00fcrfte es sich also zum guten Teil um Schweizer gehandelt haben.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignright size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"320\" height=\"407\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/ritter-1100-1.jpg\" alt=\"Ritter um 1100\" class=\"wp-image-19\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/ritter-1100-1.jpg 320w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/ritter-1100-1-236x300.jpg 236w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Werbung von erfahrenen Kriegern &#8211; und um solche handelte es sich ausdr\u00fccklich &#8211; konnte nur \u00fcber die Netzwerke des Adels organisiert werden. In der Kirche konnte man sicher auch zum Krieg aufrufen, doch dann lief wahrscheinlich nur undiszipliniertes, raublustiges Volk zusammen. Leo selbst stammte aus einer alten adligen Familie im Elsass, den Grafen von Egisheim, und man kann annehmen, dass sich ihm von dort einige Adlige mit ihrem Gefolge anschlossen. Eine wichtige Rolle bei der Werbung spielte auch Leos Sekret\u00e4r Friedrich, ein Bruder des Herzogs von Lothringen. Das Kommando der Truppe hatten Adalbert II. Graf von Winterthur und dessen j\u00fcngerer Bruder Werner Graf von Maden (in Nordhessen) und vom Neckargau. Adalberts Tochter heiratete den sp\u00e4teren Grafen von Kyburg, der seinen Besitz bei Z\u00fcrich hatte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese m\u00e4chtigen Adligen werden also unter ihren Lehnsleuten, ihren Verwandten und Freunden geworben haben. Da niemand aus lehnsrechtlichen Gr\u00fcnden zum Zug nach Italien verpflichtet war, werden sich haupts\u00e4chlich zweite und dritte S\u00f6hne von Ministerialen der Truppe angeschlossen haben. Jeder, der es sich leisten konnte, brachte sicher noch einige Bewaffnete mit. Der Sold diente bei den meisten Kriegern sicher mehr dazu die Ausr\u00fcstung zu bezahlen und dann die Reisekosten zu decken. F\u00fcr die Anf\u00fchrer war der Feldzug wahrscheinlich sogar ein Unternehmen, in das sie eigenes Kapital investierten. Daneben bestand der eigentliche &#8222;Sold&#8220; sicher mehr in der Hoffung auf Beute oder auf Landbesitz in Apulien. Einige Jahre sp\u00e4ter brachte \u00fcbrigens Wilhelm der Eroberer einen gro\u00dfen Teil seines Heeres auf \u00e4hnliche Weise zusammen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die f\u00fcr dieses Ereignis reichlich vorhandenen Quellen beschreiben die &#8222;Schwaben&#8220; durchgehend als ungew\u00f6hnlich gro\u00df gewachsen &#8211; auch oder gerade im Vergleich mit den Normannen -, und langhaarige tapfere Krieger, die zu Fu\u00df mit langen Schwertern k\u00e4mpften. So schreibt der normannische Chronist Wilhelm von Apulien: &#8222;Sie waren stolze M\u00e4nner mit gro\u00dfem Mut, allerdings keine guten Reiter. Sie k\u00e4mpften lieber mit dem Schwert als mit der Lanze. [\u2026] Diese Schwerter waren sehr lang und scharf und es konnte leicht vorkommen, dass jemand damit in zwei Teile gespalten wurde. Sie zogen es vor abzusitzen und zu Fu\u00df zu k\u00e4mpfen, und sie waren eher bereit zu sterben als die Flucht zu ergreifen.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es mag nun erstaunen von Infanteristen mit Langschwertern im 11. Jahrhundert zu lesen. Doch die Quellen sind hier eindeutig. Die langen Haare und ihre Arroganz lassen auf eine adlige Herkunft schlie\u00dfen. Sie waren sicher auch beritten; nur zogen sie es eben vor, zum Kampf abzusitzen. Auch dies ist nicht v\u00f6llig ungew\u00f6hnlich, da zu Fu\u00df manchmal eine st\u00e4rkere Verteidigungsposition eingenommen werden kann. So lie\u00df z.B. K\u00f6nig Henry I. in der Schlacht von Tinchebray (1106) seine Truppen ebenfalls absitzen und siegte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese &#8222;Schwaben&#8220; oder auch &#8222;Teutonen&#8220;, wie sie ebenfalls genannt werden, bildeten nun das R\u00fcckgrat der neuen p\u00e4pstlichen Armee. Kaum hatten sie Italien erreicht, erhielten sie immer neuen Zuzug. Abenteurer, kriegerische Geistliche, Gesetzlose, Diebe, R\u00e4uber und Landstreicher schlossen sich ihnen an. Die Kirche rief nun ganz offen zum Krieg gegen die gottlosen Normannen auf, was neue Freiwillige zu den Fahnen eilen lie\u00df. Vor allen Dingen aber schien der Sieg inzwischen sicher und so war reiche Beute zu erwarten. So w\u00e4lzte sich der Heerhaufe immer gr\u00f6\u00dfer werdend langsam nach Benevent, wo sich ihm fast der gesamte nichtnormannische Adel S\u00fcditaliens anschloss. Wenn es sich bei einem Gro\u00dfteil dieses Heeres auch um v\u00f6llig undisziplinierte Truppen handelte, so war es doch viel st\u00e4rker als das Aufgebot der Normannen. Dennoch hielten es die Strategen des Papstes f\u00fcr besser, sich mit der byzantinischen Armee an der Adriak\u00fcste zu vereinigen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignleft size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"400\" height=\"262\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/schwertkampf.jpg\" alt=\"zu Fu\u00df k\u00e4mpfende Ritter\" class=\"wp-image-21\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/schwertkampf.jpg 400w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/schwertkampf-300x197.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da die Normannen die P\u00e4sse nach S\u00fcden kontrollierten, musste die Armee etwas nach Norden ausweichen und plante am Monte Gargano die Adria zu erreichen. Die Normannen, f\u00fcr die es um die nackte Existenz ging, hatten jeden Mann mobilisiert, den sie irgendwie entbehren konnten, und versuchten die Vereinigung ihrer Gegner zu verhindern. Im Juni 1053 trafen sie auf die p\u00e4pstliche Armee bei der kleinen Stadt Civitate im n\u00f6rdlichen Apulien. Beide Parteien z\u00f6gerten. Der Papst und seine Berater wollten das Eintreffen der Byzantiner abwarten. Die Normannen sahen sich einem \u00fcberlegenen Gegner gegen\u00fcber und hatten m\u00f6glicherweise auch Skrupel sozusagen gegen den Papst in Person zur Waffe zu greifen. Sie boten deshalb Frieden an und versprachen f\u00fcr die Zukunft Treue und Gehorsam.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nat\u00fcrlich hatte die Vergangenheit gezeigt, dass den Zusagen der Normannen nur sehr bedingt zu trauen war. Das gr\u00f6\u00dfte Problem waren jedoch die schw\u00e4bischen S\u00f6ldner des Papstes. Sie hatten auf einen erfolgreichen Feldzug im S\u00fcden gesetzt, und man kann sich leicht vorstellen, dass ihnen die Aussicht, nach einer friedlichen Einigung in die Heimat zur\u00fcckzukehren, nicht behagte. Der Sold war eben nur der weit geringere Teil des erwarteten Lohns. Viel mehr Gewinn versprach ein Sieg. Die zusammen geraubten Sch\u00e4tze der Normannen lockten, und au\u00dferdem waren nach deren Vertreibung sicher viele Lehen in Apulien neu zu vergeben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Die gro\u00dfen, langhaarigen und gut aussehenden Teutonen verspotteten die Normannen, die ihnen soviel kleiner erschienen. Sie verachteten das Angebot von Leuten, die sie f\u00fcr schw\u00e4cher an Zahl und St\u00e4rke hielten. Sie umringten den Papst und verlangten hochtrabend: Befiehl den Normannen, Italien zu verlassen, ihre Waffen niederzulegen und in ihre Heimat zur\u00fcckzukehren. [\u2026] Sie haben noch keine teutonischen Schwerter kennen gelernt, und wenn sie nicht freiwillig gehen, soll man sie dazu zwingen, oder sie werden durch das Schwert umkommen.&#8220; Das waren harte Worte, die den Stolz der Normannen tief verletzen mussten. Und man sp\u00fcrt in dem Bericht Wilhelms von Apuliens auch heute noch etwas von der Wut \u00fcber diese arroganten Teutonen. Sie zielten jedoch darauf ab, den Gegner zum Angriff zu verleiten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Den Normannen blieb nun tats\u00e4chlich keine Wahl. Die feindliche Bev\u00f6lkerung lieferte ihnen keine Nahrungsmittel und die Byzantiner waren im Anmarsch. Gleich am n\u00e4chsten Tag stellten sie ihr Heer in drei Abteilungen auf. Den rechten Fl\u00fcgel kommandierte Richard von Aversa, im gegen\u00fcber standen die Italiener und die Langobarden. Das normannische Zentrum unter Humphrey von Hauteville musste es mit den 700 Schwaben aufnehmen. Die dritte Gruppe unter dem Befehl von Humphreys Bruder Robert Guiscard blieb in Reserve.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Angeblich griffen die Normannen \u00fcberraschend an, als noch Verhandlungen liefen. Ihr rechter Fl\u00fcgel brach sofort tief in die ungeordnete Masse des langobardischen Adels und der st\u00e4dtischen Milizen ein. Nach nur ganz kurzem Widerstand befand sich dieser Fl\u00fcgel, der ja das Gros der p\u00e4pstlichen Armee stellte, in wilder Flucht. Die Normannen unter Richard von Aversa jagten hinterher und hieben viele der Fl\u00fcchtenden nieder oder machten reiche Gefangene. Im Zentrum aber trafen Humphreys Normannen auf die Schwaben und die erschlugen mit ihren langen Schwertern Pferde und Reiter. Humphrey kam in arge Bedr\u00e4ngnis und erst das Eingreifen des als Reserve zur\u00fcckgehaltenen Fl\u00fcgels unter Robert Guiscard stabilisierte seine Reihen. Doch noch immer standen die langhaarigen Schwaben und lieferten den Normannen eine blutige Schlacht. Angeblich verlor allein Robert drei Pferde, doch jedes mal f\u00fchrte er sein Truppen mit neuem Eifer zum Angriff. Wilhelm von Apulien berichtet voller Genugtuung: &#8222;Indem er diesen gro\u00dfen M\u00e4nnern die K\u00f6pfe abhieb, reduzierte er sie auf die gleiche Gr\u00f6\u00dfe wie die kleinerer M\u00e4nner und bewies damit, dass die gr\u00f6\u00dfte Tapferkeit nicht immer bei den hoch Gewachsenen ist sondern oft bei solchen von mittlerem Wuchs.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"640\" height=\"209\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/normannen-fussvolk.jpg\" alt=\"Normannen k\u00e4mpfen gegen Fu\u00dfvolk\" class=\"wp-image-22\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/normannen-fussvolk.jpg 640w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/normannen-fussvolk-300x98.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch auch jetzt hielten die Schwaben ihre Reihen geschlossen und teilten mit ihren gef\u00fcrchteten Langschwerter furchtbare Hiebe aus. Die Entscheidung brachte erst die R\u00fcckkehr der Truppe unter Richard von Aversa, die die Italiener und Langobarden verfolgt hatte. Nun von allen Seiten angegriffen und an Zahl weit unterlegen wurden die Teutonen nach und nach \u00fcberw\u00e4ltigt. Trotzdem musste ihnen Wilhelm von Apulien zugestehen, dass sie auch jetzt noch tapfer weiterk\u00e4mpften. Gnade hatten sie keine zu erwarten und so fielen sie angeblich bis auf den letzten Mann. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass man 1820 bei Ausgrabungen in der N\u00e4he der Stadtmauer des ehemaligen Civitate zahlreiche m\u00e4nnliche Skelette fand, viele \u00fcber 1,80 gro\u00df, die alle furchtbare Verwundungen aufwiesen. Es ist nicht sicher, ob es sich hierbei um die von Wilhelm von Apulien beschriebenen langhaarigen, teutonischen Riesen handelt, aber es ist nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die Reste der \u00e4ltesten bekannten deutschen S\u00f6ldnertruppe handelt &#8211; der 700 Schwaben.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right wp-block-paragraph\">\u00a9 Frank Westenfelder &nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die erste deutsche S\u00f6ldnertruppe.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":17,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[8,37],"tags":[10,13,11],"class_list":["post-9","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-artikel","category-mittelalter","tag-fussvolk","tag-italien","tag-normannen"],"blocksy_meta":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.9 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Die 700 Schwaben - 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