{"id":6033,"date":"2026-10-12T10:15:32","date_gmt":"2026-10-12T10:15:32","guid":{"rendered":"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/?p=6033"},"modified":"2026-10-12T10:29:47","modified_gmt":"2026-10-12T10:29:47","slug":"die-vitalienbrueder-eine-soeldnerformation-in-der-ostsee","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/artikel\/renaissance\/die-vitalienbrueder-eine-soeldnerformation-in-der-ostsee\/","title":{"rendered":"Die Vitalienbr\u00fcder"},"content":{"rendered":"\n<h4 class=\"wp-block-heading\">eine Freie Kompanie im Ostseeraum.<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>W\u00e4hrend der K\u00e4mpfe um Schweden bildeten entlassene S\u00f6ldner als so genannte &#8222;Vitalienbr\u00fcder&#8220; eine freie Kompanie und errichteten schlie\u00dflich auf Gotland ein eigenes F\u00fcrstentum.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vielen sind die sogenannten Vitalienbr\u00fcder unter ihren Anf\u00fchrern <a href=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/artikel\/die-likedeeler\/\">Klaus St\u00f6rtebbeker und Godeke Michels<\/a> als blo\u00dfe Seer\u00e4uber bekannt, doch dabei handelt es sich lediglich um ihre, sp\u00e4ter romantisierte Endphase. W\u00e4hrend ihrer gro\u00dfen Zeit waren sie eine S\u00f6ldnerformation \u00e4hnlich den Freien Kompanien in Frankreich und Italien. Schon ihr Name deutet auf diese Verbindung. Die Kaper in der Ostsee wurden vor dieser Zeit lediglich als Seer\u00e4uber oder Ausleger bezeichnet. &#8222;Vitaillers&#8220; dagegen nannte man in Frankreich S\u00f6ldner, die sich ihre eigene Verpflegung raubten. \u00fcber die Niederlande kam dieser Begriff ins Niederdeutsche als Synonym f\u00fcr R\u00e4uber, Pl\u00fcnderer und fouragierende S\u00f6ldner. Der Name &#8222;Vitalienbr\u00fcder&#8220; entstand deshalb nicht durch die Versorgung des belagerten Stockholms mit Lebensmitteln, wie oft f\u00e4lschlich kolportiert wird, sondern &#8222;dewile se nicht up Besoldunge dehneden, sondern up der egene Eventuhre&#8220;, wie ein Chronist schrieb. Auch die Bezeichnung &#8222;Br\u00fcder&#8220;, ihr sp\u00e4terer Name &#8222;Likedeeler&#8220; (Gleichteiler) und ihr Wahlspruch &#8222;Gottes Freunde und aller Welt Feinde&#8220; sind ebenfalls deutliche Gemeinsamkeiten mit den <a href=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/artikel\/der-guglerkrieg\/\">Freien Kompanien<\/a> des hundertj\u00e4hrigen Krieges.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignright size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"540\" height=\"405\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/hanse_hafen.jpg\" alt=\"mittelalterlicher Hafen der Hanse\" class=\"wp-image-6039\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/hanse_hafen.jpg 540w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/hanse_hafen-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 540px) 100vw, 540px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie in Frankreich und Italien schuf auch im Ostseeraum ein langer Krieg mit vielen Fraktionen und wechselnden B\u00fcndnissen die Voraussetzungen f\u00fcr die Entstehung einer eigenst\u00e4ndigen Kompanie. In der Auseinandersetzung zwischen Mecklenburg und D\u00e4nemark um Schweden formierten sich die Vitalier zuerst als mecklenburgische S\u00f6ldner auf eigene Rechnung und begannen damit ihr Eigenleben als typische Soldkompanie des Sp\u00e4tmittelalters. Ihre Bl\u00fctezeit erlebten sie zwischen der Gefangennahme des schwedischen K\u00f6nigs Albrecht 1389 und dem Frieden von Wordingborg 1435. In dieser Zeit spielten sie eine zentrale Rolle als Kaper und S\u00f6ldner der verschiedenen Machtgruppen. Sie wechselten zwischen K\u00f6nigin Margarete von D\u00e4nemark, K\u00f6nig Albrecht von Schweden, dem Bischof von Dorpat, dem Herzog von Pommern, den Grafen von Oldenburg und von Holland und den friesischen H\u00e4uptlingen. Die nordischen L\u00e4nder waren relativ d\u00fcnn besiedelt und arm. Entsprechend klein waren auch die Armeen und Flotten. Selbst in ihren besten Zeiten z\u00e4hlten die Vitalier nie mehr als 2.000 Mann. Ihre gr\u00f6\u00dfte Flotte soll aus ungef\u00e4hr 100 Schiffen bestanden haben, von denen die meisten allerdings nur winzige Schuten waren. Trotzdem kann man ihre Anf\u00fchrer zu Recht als nordische Condottieri bezeichnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">See- und Strandraub hatte es in Nord- und Ostsee gegeben seit dort Schiffe fuhren. Im Mittelalter waren seine Zentren die d\u00e4nischen Inseln und die oft unbesiedelten schwedischen und finnischen Sch\u00e4ren. F\u00fcr Seer\u00e4uber ohne politischen R\u00fcckhalt war es ein hartes Leben. Sie mussten die endlosen Winter in ihren Schlupfwinkeln &#8211; manchmal nur Blockh\u00e4user im schwedischen Urwald &#8211; \u00fcberstehen. Aber sie ben\u00f6tigten auch Pl\u00e4tze und Material, um ihre Schiffe auszubessern und mussten ihre Beute absetzen k\u00f6nnen. Diese bestand nur in den seltensten F\u00e4llen aus Geld, sondern meistens aus Heringen, Getreide und in den gl\u00fccklicheren F\u00e4llen aus Tuch oder Bier. Sie brauchten also Hehler, die die Ladung f\u00fcr das n\u00f6tige Kleingeld aufkauften, damit die Mannschaft bezahlt werden konnte. Feste H\u00e4fen waren somit von zentraler Bedeutung f\u00fcr die Seer\u00e4uber, und in ihrer ganzen Geschichte waren sie immer verzweifelt auf der Suche nach Werft- und Absatzpl\u00e4tzen.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Kaperkrieg in der Ostsee<\/h5>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Friedenszeiten verhinderte der politische Druck der Hanse, dass den Kapern ein sicherer Unterschlupf zur Verf\u00fcgung gestellt wurde, und ihre armselige Existenz fand nicht allzuviele Nachahmer. Die Sache \u00e4nderte sich, als es zum Konflikt zwischen D\u00e4nemark und dem Haus Mecklenburg kam. 1363 war Albrecht III. von Mecklenburg K\u00f6nig von Schweden geworden. Die zahlreichen deutschen Soldritter, die er zu seiner Unterst\u00fctzung mit ins Land gebracht hatte, hatten ihn bei der Bev\u00f6lkerung nicht gerade beliebt gemacht. Kritisch wurde es, als nach dem Tod des D\u00e4nenk\u00f6nigs Waldemar die Mecklenburger auch noch Anspruch auf den d\u00e4nischen Thron erhoben. Waldemars Tochter Margarete, die gleichzeitig auch die Witwe des norwegi\u00adschen K\u00f6nigs war, beanspruchte im Gegenzug den Thron f\u00fcr ihren Sohn Olaf. Nachdem die D\u00e4nen sich dann f\u00fcr Olaf entschieden, stellten die Mecklenburger sofort Kaperbriefe aus und Rostock und Wismar \u00f6ffneten den Piraten ihre H\u00e4fen. Unternehmungslustige mecklenburgische Adlige begannen gleich damit Schiffe auszur\u00fcsten. So wie sich ihre binnenl\u00e4ndischen Standesgenossen mit Freunden und Verwandten zusammenschlossen und den Pfeffers\u00e4cken auflauerten, so legten die Mecklenburger bei Gelegenheit zusammen, um sich ein Schiff zu kaufen. Wenn das Geld nicht reichte, wurden Teile des Besitzes verpf\u00e4ndet, die Raten mussten dann mit dem Schwert verdient werden. Wie im Reich Fehden jeder Art immer ein willkommener Anlass waren, Stra\u00dfenraub legal zu betreiben, so erhielt die Piraterie in der Ostsee durch Kaperbriefe einen offiziellen Anstrich. Viele der bekannten mecklenburgischen Adelsgeschlechter wie die Rantzau oder Manteufel haben den einen oder anderen Vitalierkapit\u00e4n abgegeben.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignleft size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"460\" height=\"661\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/entern.jpg\" alt=\"Enterkampf im 14. Jahrhundert\" class=\"wp-image-6041\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/entern.jpg 460w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/entern-300x431.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 460px) 100vw, 460px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr den Krieg in der Ostsee waren keine gro\u00dfen, kostspieligen Galeeren wie im Mittelmeer notwendig. Die Gro\u00dfunternehmer verf\u00fcgten zwar \u00fcber Koggen mit einer Besatzung um die 50 Mann, das Gros aber ben\u00fctzte lediglich bessere Fischerboote. Kanonen kamen auf diesen Schiffen noch nicht zum Einsatz. Gek\u00e4mpft wurde mit Schwertern, \u00c4xten und Entermessern. Die es sich leisten konnten trugen zum Schutz Sturmhauben, Lederkoller und Kettenhemden. Beliebt war wie unter allen Seefahrern die Armbrust, die vom Mastkorb oder den Bug- und Heckkastellen aus eingesetzt wurde. Die Mannschaften bildeten arbeitslose Seeleute und die sozialen Unterschichten der Hansest\u00e4dte, arme Fischer und Bauern aus dem Hinterland. Der hansische Chronist Reimar Kock hat ein buntes Bild von diesem Volk \u00fcberliefert: &#8222;Es ist nicht zu beschreiben, was an losem und b\u00f6sem Volke zusammenlief aus allen L\u00e4ndern von Bauern und B\u00fcrgern, von Amtsknechten und anderem losem Volke, die alle nicht arbeiten wollten, sie lie\u00dfen sich dingen, sie wollten alle von den armen d\u00e4nischen und norwegischen Bauern reich werden.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine erste Krise ergab sich f\u00fcr die Kaper als 1379 Albrecht einen Waffenstillstand mit D\u00e4nemark schloss. Einige der freien Unternehmer zogen sich daraufhin wahrscheinlich mit ihrer Beute auf ihre Landsitze zur\u00fcck. Die Masse aber hatte entweder immer noch Schulden oder einfach Blut geleckt. Da die mecklenburgischen H\u00e4fen f\u00fcr sie geschlossen wurden, r\u00e4uberten sie von D\u00e4nemark aus. K\u00f6nigin Margarete sah dies nicht ungern, da sie die Macht der Hanse einschr\u00e4nken wollte. Die mecklenburgischen S\u00f6ldner wurden zu einer internationalen Truppe aus D\u00e4nen, Holsteinern, Schweden, Friesen, Pommern, Balten und anderen. Als jedoch Rostock und Wismar die hansischen Strafaktionen nicht mehr mit ihrem Veto blockierten, wurde auch f\u00fcr Margarete der Druck der Hanse zu gro\u00df und sie musste mit ihr gemeinsam gegen die Seer\u00e4uber vorgehen. Allzu hart wird man nicht durchgegriffen haben, denn bei den unklaren politischen Verh\u00e4ltnissen wollte sich jeder die sp\u00e4tere Verwendung der erprobten Truppe offen halten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Gl\u00fccklicherweise&#8220; begann der Kleinkrieg bald von Neuem. Das Reich Margaretes, die von ihrem Gatten Norwegen geerbt hatte, schien nach dem Tod ihres Sohnes eine leichte Beute f\u00fcr die hungrigen Mecklenburger. Doch die K\u00f6nigin nahm den Kampf auf und erkl\u00e4rte ihren Adoptivsohn Erich von Pommern zu ihrem Nachfolger. Als ihr dann auch noch der mit den Mecklenburgern verfeindete schwedische Adel huldigte, musste Albrecht mit einem Heer nach Schweden, um seine eigenen Besitzt\u00fcmer zu sch\u00fctzen. 1389 wurde er mit seinen gepanzerten deutschen Ritters\u00f6ldnern im Moor von Falk\u00f6ping vernichtend geschlagen und kam mit seinem Sohn Erik in d\u00e4nische Gefangenschaft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Danach entbrannte der Kaperkrieg erst richtig. Die gro\u00dfe Zeit der Vitalier war angebrochen. Herzog Johann, ein Vetter Albrechts, besetzte das loyale Stockholm und pl\u00fcnderte unterwegs noch Gotland, um seine Kriegskasse aufzubessern. Bei Uppsala vernichtete er ein Bauernaufgebot und pl\u00fcnderte dann ungehindert in Schweden. Der mecklenburgische Adel machte nun jeden Kahn flott, mit dem man sich noch auf die Ostsee wagen konnte, bewaffnete seine Knechte und rekrutierte den sozialen Bodensatz der Hansest\u00e4dte. Ein Chronist schreibt dazu: &#8222;In demselben Jahr, als die Schiffe von Rostock und Wismar mit Herzog Johann nach Stockholm unterwegs waren, da lie\u00dfen die von Rostock und Wismar ausrufen, dass derjenige, der auf seine freie Beute und auf seine eigenen Kosten sein Gl\u00fcck versuchen wolle, um die Reiche D\u00e4nemark und Norwegen zu berauben und zu sch\u00e4digen, sich in den St\u00e4dten Wismar und Rostock einfinden solle, um Kaperbriefe zu empfangen, wo es ihnen auch erlaubt sei, frei zu teilen, zu tauschen und die geraubten Waren zu verkaufen.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"483\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/hanse_flotte.jpg\" alt=\"Kriegskoggen der Hanse\" class=\"wp-image-6043\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/hanse_flotte.jpg 800w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/hanse_flotte-300x181.jpg 300w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/hanse_flotte-768x464.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Kriegskoggen der Hanse<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Kampf um Stockholm<\/h5>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Hanse boykottierte den Handel mit Margaretes L\u00e4ndern, da sie bei einer Vereinigung der drei Reiche um ihre Monopolstellung f\u00fcrchten musste. Trotzdem litten die hansischen Schiffe am st\u00e4rksten unter den Kapern. Von Wismar und Rostock abgesehen erkannten deshalb die Hansest\u00e4dte die Kaperbriefe nicht an. Immer wieder wurden Strafexpeditionen ausger\u00fcstet, und selbst wenn sie Kaperbriefe vorweisen konnten, wurden die Gefangenen meistens zum Tod verurteilt. Ein Schiff aus Stralsund machte einmal sogar so viele Gefangene, dass die Ketten nicht ausreichten und die Vitalier in F\u00e4sser gesteckt werden mussten, wo sie bis zur ihrer Hinrichtung blieben. Aber diese kleinen Erfolge schreckten nur wenige ab. 1393 pl\u00fcnderten die Vitalier mit der Beteiligung des mecklenburgischen Hochadels das reiche norwegische Bergen, wobei auch die hansischen H\u00e4ndler nicht geschont wurden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um den Friedenspl\u00e4nen der Hanse zuvorzukommen, begannen die D\u00e4nen mit der Einschlie\u00dfung von Stockholm. Der Schutz der Stadt bestand im wesentlichen aus Wasserfl\u00e4chen und einem Wall aus Holzbohlen. Bei diesen K\u00e4mpfen fanden die Vitalier auf beiden Seiten Verwendung. Sie waren noch keine feste Gruppe und immer auf der Suche nach Kriegsdienst und Beute. Im Winter 1393\/94 versuchten die Schweden den Wall \u00fcber das Eis zu st\u00fcrmen. Den Mecklenburgern gelang es unter ihrem Hauptmann Otto Peccatel den Angriff abzu\u00adschlagen. Diese K\u00e4mpfe in erbarmungsloser K\u00e4lte, auf zugefrorenen Wasserarmen und mit Eis \u00fcberzogenen Holzw\u00e4llen hatten wenig mit ritterlichen Schlachten gemeinsam. Reimar Kock hat einen solchen Kampf \u00fcberliefert. Ein Teil der Kaper versorgte als Blockadebrecher das belagerte Stockholm mit Lebensmitteln, woraus dann oft f\u00e4lschlicherweise der Name Vitalier abgeleitet wurde. Acht dieser Schiffe froren vor der schwedischen K\u00fcste im Eis ein. Da ihr Hauptmann einen d\u00e4nischen \u00fcberfall bef\u00fcrchtete, lie\u00df er im Wald Holz schlagen und mit den St\u00e4mmen einen Wall um die Schiffe errichten. Dieser Wall wurde mit Wasser \u00fcbergossen, so dass das Eis die St\u00e4mme fest zusammenhielt und nach au\u00dfen eine gl\u00e4serne Oberfl\u00e4che bildete. Als die D\u00e4nen angriffen, konnten sie trotz ihrer \u00fcbermacht den glatten Wall nicht \u00fcberwinden. Sie mussten sich zur\u00fcckziehen und begannen eine Sturmmaschine, die sie Katze nannten, zu bauen. Der Hauptmann der Wismarer lie\u00df daraufhin in der Nacht gro\u00dfe Eisschollen vor dem Wall losschlagen. Am n\u00e4chsten Tag waren diese L\u00f6cher wieder zugefroren, aber unter den vorst\u00fcrmenden D\u00e4nen zerbrach das d\u00fcnne Eis. &#8222;Aber es ist ein alt Sprichwort: Gro\u00dfe Eile gibt selten gute Weile. So ging es den D\u00e4nen diesmal auch, denn sie fielen zu Haufen in das Wasser, und der eine dr\u00e4ngte dem anderen nach, so dass mehrere den Tag ertranken. Zu diesem Schaden mussten sie noch Spott dazu haben, denn die auf den Wismarschen Schiffen waren, riefen: Kaiz, Kaiz, Kaiz! So pflegt man zu rufen, wenn man Katzen jagt.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Krieg zog sich hin und die Vitalier f\u00fchrten mit dem Segen der einen oder der anderen Partei einen ertragreichen Kaperkrieg. Man kann sich vorstellen, dass sich vorausschauende Kapit\u00e4ne mit Kaperbriefen beider Seiten versorgt haben, um je nach Lage der Dinge die richtige Flagge zu hissen. Mit der Zeit wurden der Hanse die Verluste im Seehandel zu gro\u00df und sie erh\u00f6hte den Druck auf D\u00e4nemark, um den Krieg zu beenden. 1395 willigte Margarete endlich in den Frieden von Falsterbo ein. Die Hanse streckte das L\u00f6segeld f\u00fcr Albrecht vor und erhielt daf\u00fcr das Streitobjekt Stockholm als Pfand. Den Vitaliern, die zu dieser Zeit zum Gro\u00dfteil mit den D\u00e4nen vor Stockholm lagen, oder f\u00fcr die Mecklenburger als Kaper und Blockadebrecher unterwegs waren, war mit einem Schlag ihre Rechts- und Existenzgrundlage genommen. Gestern noch die umworbenen Hilfstruppen, sollten sie jetzt bis zum Juni das Meer r\u00e4umen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit dem Ende des Krieges, zerfielen die gro\u00dfen Flotten. Die S\u00f6ldner trennten sich und bildeten kleine Gruppen, blieben aber in Verbindung und warteten auf bessere Zeiten. Einige, die genug Beute gemacht hatten, zogen sich ins zivile Leben zur\u00fcck. Die ersten Gruppen segelten in die Nordsee, wo es in den endlosen Fehden der Grafen von Holland und Oldenburg, den friesischen H\u00e4uptlingen und den Hansest\u00e4dten genug Arbeit f\u00fcr erprobte Kaper gab. Ein Teil lie\u00df sich an der finnische S\u00fcdk\u00fcste bei Abo und Wiborg nieder und \u00fcberfiel die Nowgorodfahrer. Von dort unternahmen sie auch Pl\u00fcnderungsz\u00fcge auf den Spuren der War\u00e4ger bis weit nach Russland hinein. Andere gingen noch Norrland, wo sie von der Feste Faxenholm &#8211; im heutigen S\u00f6derhamm &#8211; aus Nordschweden unsicher machten. Nicht wenige aber lie\u00dfen sich von Algot Magnusson einem Feldherr Margaretes anwerben.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Gotland als neue Basis<\/h5>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignright size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"372\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/visby.jpg\" alt=\"Visby Stadtmauer\" class=\"wp-image-6045\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/visby.jpg 600w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/visby-300x186.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Visby Stadtmauer<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die meisten Vitalier landeten aber auf Gotland, wo Mecklenburger und D\u00e4nen noch immer in einem Kleinkrieg um die Insel verstrickt waren. Schon im April 1395 war einer der Mecklenburger Herz\u00f6ge von Rostock aus mit einer Flotte von Gefolgsleuten und Piraten nach Gotland gesegelt und hatte Visby besetzt. Man wollte Tatsachen schaffen bevor der Besitz von Gotland im Friedensvertrag geregelt werden konnte. Margarete schickte also ihren Feldherren Sven Sture nach Gotland, um die Mecklenburger zur\u00fcckzudr\u00e4ngen. Unter seinen Truppen befanden sich viele der neugeworbenen Piraten. Beide Parteien erhielten nach dem Friedensschluss bedeutenden Nachschub von den arbeitslosen Vitaliern. \u00fcber die K\u00e4mpfe auf der Insel ist nichts bekannt, doch es ist unwahrscheinlich, dass sich die alten Kampfgef\u00e4hrten allzu erbittert geschlagen haben. So hielten die Mecklenburger unter ihrem bew\u00e4hrten Hauptmann Otto Peccatel Visby und lagen den B\u00fcrgern auf der Tasche. Stures Mannen hatten dagegen den Gro\u00dfteil der Insel besetzt und plagten die Bauern. Wahrscheinlich verwendete man beiderseits die Energien mehr auf die vorbeisegelnden Schiffe, als zum Kampf untereinander. L\u00e4stig war der Konflikt trotzdem und so traf man sich irgendwann waffenklirrend zu den ersten Gespr\u00e4chen. Beim Bier und den Erz\u00e4hlungen \u00fcber gemeinsame vergangene Raubz\u00fcge, Bekannte und Verwandte wird man sich schnell n\u00e4her gekommen sein. Man kennt die Argumente. Die alten Krieger schimpften \u00fcber den &#8222;Schandfrieden&#8220;, den die Pfeffers\u00e4cke der Hanse, den Mecklenburgern und D\u00e4nen aufgezwungen hatten. Kr\u00e4merseelen regierten die Welt und es gab keine Ehre mehr zu gewinnen. Kurz und gut, man wurde sich schnell einig. Es ist unbekannt wann genau Sture zu den Mecklenburgern \u00fcberging; er und sein Gegner Otto Peccatel waren jedenfalls bald unzertrennliche Gef\u00e4hrten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um nicht ganz die Verbindung mit der dadurch entstandenen Seer\u00e4uberrepublik zu verlieren schickte Albrecht 1396 seinen Sohn Erik nach Gotland. Erik lie\u00df sich von den Piraten, unter denen die Mecklenburger als alte Schutzherren der Kaper einen guten Ruf hatten, zum K\u00f6nig von Gotland ausrufen. Mit dieser festen Basis mitten in der Ostsee entwickelte sich unter Eriks Schirmherrschaft schnell ein reger Kaperkrieg. Mit dem Erfolg wuchs der Zustrom an Schiffen und Mannschaft. Da wollten auch die unternehmungslustigen Herz\u00f6ge von Pommern Barnim und Wartislaw nicht mehr l\u00e4nger abseits stehen und \u00f6ffneten ihre H\u00e4fen f\u00fcr die Vitalier.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die scheinbar von selbst wachsende Macht verleitete die Mecklenburger zu neuen au\u00dfenpolitischen Abenteuern. Schlie\u00dflich mussten sie noch das L\u00f6segeld f\u00fcr Albrecht zusammenrauben, denn ohne es sollte Stockholm an D\u00e4nemark fallen. Sie griffen nach dem Baltikum. Ein Vetter K\u00f6nig Albrechts setzte sich mit einer gro\u00dfen Schar Vitalier im Stift Dorpat fest und begann von dort aus Verhandlungen mit Litauen. Dadurch rief er allerdings den Deutschen Ritterorden auf den Plan, der diese Macht nicht vor seiner Haust\u00fcr haben wollte. Ein Ordensheer fiel in das Stift ein und verw\u00fcstete es. Die Vitalier unternahmen Vergeltungsz\u00fcge ins Ordensgebiet. Doch der Milit\u00e4rmacht des Ordens waren sie nicht gewachsen. Nach der Belagerung Dorpats mussten sie Frieden machen und abziehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Davon wenig beeindruckt r\u00fcsteten die neuen Freunde Sven Sture und Otto Peccatel zu einem Gro\u00dfangriff auf das hansisch besetzte Stockholm. 1397 legten sie mit 47 Schiffen und \u00fcber 1000 Mann ab. Mit dieser Macht h\u00e4tten sie wahrscheinlich Stockholm erobert und zu einer ihrer Basen gemacht. Aber dann starb Erik in Visby, und der Angriff wurde abgebrochen, da zuerst auf Gotland die Machtverh\u00e4ltnisse neu geregelt werden mussten. Da Albrecht dabei auch nicht \u00fcbergangen werden wollte, schickt er seinen Neffen Johann auf die Insel. Beim Teilen der Beute wurde er dort allerdings nicht gerade sehns\u00fcchtig erwartet. Aber das einfache Vitaliervolk liebte die Mecklenburger, also nahm man ihn in die Runde auf. Fortan herrschten Johann, Sture und Eriks Witwe. Alle wurden an der Beute beteiligt und hatten eine gute Zeit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Hanse r\u00fcstete zwar immer wieder sogenannte Friedensschiffe aus, brachte damit einzelne Kaper auf und steckte deren frisch abgeschlagene K\u00f6pfe auf Pf\u00e4hle, doch der Erfolg war gleich Null. Der raublustige Adel von den Ufern der Ostsee und die Seeleute in den H\u00e4fen f\u00fcllten die L\u00fccken schneller als sie durch Schwert und Beil geschlagen wurden. Zu einer Gro\u00dfaktion konnte sich die Hanse nicht aufraffen, da einige St\u00e4dte offen mit den Mecklenburgern sympathisierten und auch gut als Hehler profitierten. Au\u00dferdem war auf den Hansetagen Geld immer nur \u00e4u\u00dferst schwierig aufzutreiben. Aber von ein paar einzelnen Friedensschiffen war dieses Heer von Abenteurern, das sich inzwischen auf Gotland zusammengefunden hatte, nicht zu beeindrucken.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Der Deutsche Orden greift ein<\/h5>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch da entstand den Vitaliern ein neuer m\u00e4chtiger Feind: Der Deutsche Orden. Es ging dabei nicht nur um die Schiffe des Ordens, die immer wieder gekapert worden waren, und den Konflikt um Dorpat. Der Orden suchte geradezu verzweifelt nach einer neuen Aufgabe. Mit der Annahme des Christentums in Litauen, war seine eigentlichen Aufgabe &#8211; die Heidenmission im Osten &#8211; entfallen. Am Kaiserhof in Prag schmiedete man sogar schon Pl\u00e4ne den Orden als Ganzes an die T\u00fcrkengrenze in Ungarn umzusiedeln. Das bereitete den Herren im wei\u00dfen Mantel schlaflose N\u00e4chte. Da entdeckten sie pl\u00f6tzlich als neuen Grund, um auf ihren fetten Pfr\u00fcnden sitzen zu bleiben, das r\u00e4uberische und gottlose Treiben der Vitalier. Die Diplomaten des Ordens konnten sogar erreichen, dass die Vitalier vom Papst mit dem Bann belegt wurden. Der Orden plante nun einen Kreuzzug gegen Gotland. Zuerst wurden die pommerschen Herz\u00f6ge durch den Aufmarsch einer Ordensflotte davon \u00fcberzeugt, in Stettin und auf R\u00fcgen keine Seer\u00e4uber mehr zu dulden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"450\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/orden_visby.jpg\" alt=\"Ordensflotte in Visby 1398\" class=\"wp-image-6046\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/orden_visby.jpg 800w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/orden_visby-300x169.jpg 300w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/orden_visby-768x432.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Ordensflotte in Visby 1398<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nachdem der Orden eine der gr\u00f6\u00dften Kriegsflotten der Ostsee zusammengezogen hatte, erfolgte der Angriff \u00fcberraschend im M\u00e4rz 1398. Man hatte diesen Termin mit Bedacht so fr\u00fch gew\u00e4hlt, um die Vitalier noch in den H\u00e4fen anzutreffen. Diese wurden auch vollst\u00e4ndig \u00fcberrumpelt. Der Orden landete ein starkes Ritterheer mit zahlreichem Fu\u00dfvolk und Kanonen. Unter den wesentlich schw\u00e4cheren Vitaliern kam es zur Panik. Das stark befestigte Visby war mit den feindseligen B\u00fcrgern im R\u00fccken nicht zu halten. Sonst blieben ihnen auf der Insel nur einzelne Fluchtt\u00fcrme, die Festung Landeskrone und einige mit Erdw\u00e4llen und Palisaden befestigte St\u00fctzpunkte. Der Orden forderte Herzog Johann auf, Visby zu \u00fcbergeben und beendete z\u00fcgig den schwachen Widerstand auf der Insel. Im Mai kam es, wahrscheinlich unter Mithilfe der Bev\u00f6lkerung, zur Einnahme von Visby. Johann, Eriks Witwe und Sture kapitulierten. 400 Vitaliern wurde der freie Abzug erlaubt, der Rest soll niedergemacht worden sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach dem Fall von Gotland zerfielen die Vitalier wieder in einzelne Gruppen. Johann kehrte zu Onkel Albrecht zur\u00fcck, Sture und Peccatel zogen mit ihren M\u00e4nnern in den letzten sicheren Ort, der ihnen geblieben war: die Feste Faxenholm in Norrland. Dort erhielten sie neuen Zulauf und kontrollierten bald gro\u00dfe Teile Nordschwedens. Aber Margarete war nicht mehr gewillt dies zu dulden und schickte ein Heer unter ihrem Feldherren Algot Magnusson, das Faxenholm im Herbst belagerte. Faxenholm war wie die meisten Burgen im Norden keine gro\u00dfe Anlage. \u00e4hnlich wie Landeskrone auf Gotland bestand sie aus einem einzigen massiven Geb\u00e4udeblock mit einem Turm an einer Ecke. Es war zwar ein ideales R\u00e4ubernest aber f\u00fcr die belagerten Vitalier wurde es eng. \u00fcber 100 Mann dr\u00e4ngten sich in den wenigen, kalten R\u00e4umen. Die Lebensmittel wurden knapp. Verzweifelt versuchten die Vitalier die schwedischen Schanzen zu st\u00fcrmen, wurden aber blutig abgeschlagen. Vom Hunger zerm\u00fcrbt nahm Sture Verhandlungen auf und \u00fcbergab die Burg schlie\u00dflich im Oktober 1398 gegen eine Abfindung. Die Vitalier waren glimpflich davon gekommen. Aber Margarete wollte den Kontakt zu den billigen und erfahrenen Hilfstruppen nicht abrei\u00dfen lassen. Die Hanse kungelte, ihrer Ansicht nach, viel zu sehr mit den Mecklenburgern. Au\u00dferdem betrachtete sie Gotland immer noch als einen Teil ihres Reiches. Nachdem sie 1399 eine Amnestie erlassen hatte, kamen viele ehemalige Vitalier nach Schweden und traten in ihre Dienste. Sie hatte Verwendung f\u00fcr sie, denn der Orden war nicht bereit Gotland herauszugeben. Im November 1403 erfolgte dann unter Algot Magnusson \u00fcberraschend der d\u00e4nische Angriff auf Gotland. Das maximal 2.000 Mann starke Heer bestand aus einer Mischung von Schweden, D\u00e4nen und Mecklenburgern; unter ihnen auch viele Vitalier unter Sven Sture und Otto Peccatel.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignright size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"400\" height=\"341\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/visby_schaedel.jpg\" alt=\"Sch\u00e4del aus gotl\u00e4nder Massengrab\" class=\"wp-image-6047\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/visby_schaedel.jpg 400w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/visby_schaedel-300x256.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die D\u00e4nen errichteten auf der Insel befestigte Lager, das m\u00e4chtigste davon war Slite an der Ostk\u00fcste. Am Weihnachtsabend unternahmen sie einen \u00dcberraschungsangriff auf Visby, der aber abgeschlagen wurde. Die Vitalier r\u00e4chten sich f\u00fcr ihre letzte Niederlage an der Landbev\u00f6lkerung, die sie gnadenlos auspl\u00fcnderten und ermordeten. Ab Februar landeten dann die ersten Schiffe des Ordens. Sie brachten ein starkes Entsatzheer mit 1.500 Mann und 500 Pferden. Doch dieses Mal lie\u00dfen sich die Vitalier nicht \u00fcberrumpeln. Sie leisteten den Ordensrittern hartn\u00e4ckigen Widerstand, wobei allein hunderte von Pferden erschlagen wurden. Man lieferte sich blutige K\u00e4mpfe um kleine Feldbefestigungen und Verhaue. Die Wende brachten erst die Verst\u00e4rkungen, mit denen der Hochmeister Ulrich von Jungingen im Mai landete. Die Ordensflotte blockierte Gotland, um den Zuzug weiterer Vitalier zu verhindern. Schlie\u00dflich mussten sich die Vitalier in ihre Festung Slite und die Burg Landeskrone zur\u00fcckziehen. Nach einer Woche Beschu\u00df durch die schweren Gesch\u00fctzen des Ordens musste sich die Besatzung von Slite ergeben. Die H\u00e4rte der K\u00e4mpfe best\u00e4tigen neuere Funde von Massengr\u00e4bern mit Resten von Panzerhemden und Waffen, und die Tatsache, dass man den Verteidigern freien Abzug gew\u00e4hrte. Im Juni gab dann auch die Besatzung von Landeskrone auf, die ebenfalls freien Abzug erhielt. Der Orden hatte sein Ziel erreicht und wollte die K\u00e4mpfe nicht in L\u00e4nge ziehen.<br><br>Damit hatten die Vitalienbr\u00fcder ihre wichtigste Basis verloren und da ihnen unter dem politischen Druck des Ordens die Hansest\u00e4dte als Werft- und Absatzpl\u00e4tze auch weiterhin verschlossen blieben, mussten sich die \u00fcberlebenden nach neuen Fanggr\u00fcnden umsehen. Viele zogen in die Nordsee, andere nahmen auf verschiedenen Seiten weiter an den K\u00e4mpfen in der Ostsee teil, und nach Frieden von Wordingborg traten sogar gr\u00f6\u00dfere Gruppen in den Dienst des Deutschen Ordens, der nun im Krieg mit Polen gro\u00dfz\u00fcgig Pardon an erfahrene Krieger erteilte. Die Geschichte der Kaper endete nicht mit dem Fall von Gotland, aber die der Vitalier als Freie Kompanie.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph\">\u00a9 Frank Westenfelder &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>eine Freie Kompanie im Ostseeraum.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":6037,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[8,114],"tags":[339,153,122],"class_list":["post-6033","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-artikel","category-renaissance","tag-deutscher-orden","tag-hanse","tag-piraterie"],"blocksy_meta":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.7 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Die Vitalienbr\u00fcder - Kriegsreisende<\/title>\n<meta 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