{"id":5381,"date":"2026-05-12T11:43:28","date_gmt":"2026-05-12T11:43:28","guid":{"rendered":"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/?p=5381"},"modified":"2026-05-12T14:15:53","modified_gmt":"2026-05-12T14:15:53","slug":"die-makasi","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/artikel\/die-makasi\/","title":{"rendered":"Die Makasi"},"content":{"rendered":"\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>Exilkubaner im Kongo<\/strong>.<\/h5>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Bei den K\u00e4mpfen im Kongo w\u00e4hrend der Simba-Rebellion kamen neben den bekannten Kongo-S\u00f6ldnern auch Exilkubaner zum Einsatz, die zuvor von der CIA f\u00fcr eine Invasion Kubas ausgebildet worden waren.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>Nur wenige Monate nachdem im Januar 1959 die Revolution\u00e4re unter Fidel Castro und Che Guevara den Diktator Batista aus Kuba vertrieben hatten, begannen die USA mit Vorbereitungen zum Sturz der neuen Regierung. Allerdings war die Zeit der Kanonenbootpolitik (zumindest offiziell) vorbei. Die USA pr\u00e4sentierten sich ganz im Gegenteil bei der UNO gerne als antikolonialistisch.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignright size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"400\" height=\"510\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/kuba_b26.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5384\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/kuba_b26.jpg 400w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/kuba_b26-300x383.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Wrack einer B-26 auf Kuba<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>Der Angriff auf Kuba wurde deshalb so organisiert, dass die USA eine Beteiligung abstreiten konnten. Unter Leitung der CIA aber auch mit Unterst\u00fctzung der Mafia, die ihre Casinos in Havana zur\u00fcckhaben wollte, wurden unter den Exilkubanern in Florida Freiwillige geworben und in Guatemala und Nicaragua als Brigade 2506 ausgebildet. Bei der geplanten Invasion sollten mehrere B-26 Bomber eine entscheidende Rolle spielen. Diese stammten zwar aus alten US-Best\u00e4nden; als Besatzungen wurden aber ebenfalls Exilkubaner ausgebildet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a><a><\/a> Als im April 1961 dann die Brigade 2506 mir etwa 1.400 Exilkubanern in der Schweinebucht landete, scheiterte das Unternehmen kl\u00e4glich. Gr\u00fcnde daf\u00fcr gab es viele. Die Landestelle war schlecht gew\u00e4hlt worden, man hatte die Stimmung in der Bev\u00f6lkerung v\u00f6llig falsch eingesch\u00e4tzt, die statt sich zu erheben tapfer gegen die Invasoren k\u00e4mpfte. Vor allen Dingen war aber der neue Pr\u00e4sident Kennedy, der das Projekt von seinem Vorg\u00e4nger geerbt hatte, nicht bereit, die Invasion offen mit US-amerikanischen Schiffen und Flugzeugen zu unterst\u00fctzen. Die Kubaner konnten feshalb die Lufthoheit behaupten und zerst\u00f6rten zwei Versorgungsschiffe, so dass die Brigade 2506 v\u00f6llig abgeschnitten nach drei Tagen mit relativ geringen Verlusten kapitulierte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nat\u00fcrlich dementierten die USA sofort jegliche Beteiligung, und Pr\u00e4sident Kennedy distanzierte sich in einer \u00f6ffentlichen Ansprache von allen Geheimoperationen. Das hielt ihn allerdings nicht davon solche Operationen kurz darauf f\u00fcr Vietnam zu genehmigen. Trotzdem hatte das Desaster f\u00fcr gewaltiges internationales Aufsehen gesorgt, weshalb von weiteren Angriffen auf Kuba abgesehen wurde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Exilkubaner f\u00fchlten sich daraufhin von der Kennedy-Regierung verraten, einige organisierten sich in paramilit\u00e4rischen Gruppen und trainierten weiter im S\u00fcden der USA. Ende 1962 kamen dann noch die meisten der Gefangenen der Brigade 2506 dazu, nachdem sie von den USA freigekauft worden waren. Die radikalsten fuhren mit Booten heimlich nach Kuba und ver\u00fcbten dort Terroranschl\u00e4ge. Teile der CIA hielten lange ihre sch\u00fctzende Hand \u00fcber sie. Als es jedoch im September 1964 bei einem irrt\u00fcmlichen Angriff auf ein spanisches Handelsschiff drei Tote gab, wurde der politische Druck so stark, dass die geheimen Operationen gegen Kuba eingestellt werden mussten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dadurch ergab sich allerdings die Frage, was man mit den ausgebildeten Kubanern machen sollte. Viele fanden nat\u00fcrlich den Weg ins Zivilleben, anderen machte man den Eintritt in die Army schmackhaft. Dennoch blieb ein harter Kern militanter Antikommunisten, auf deren Talente man nur ungerne verzichten wollte. Bei der CIA hatte man seit l\u00e4ngerem \u00fcber so genannte &#8222;Emergency Response Teams&#8220; (ERT) nachgedacht, die weltweit eingesetzt werden konnten, ohne dass die Regierung offiziell davon Kenntnis haben musste.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine erste Gelegenheit f\u00fcr die Verwendung solcher Teams bot der Kongo, wo die USA nach dem Abzug der Belgier versuchten, das Machtvakuum zu f\u00fcllen. Zum diskreten Aufbau der FAC (Force A\u00e9rienne Congolaise) hatte die CIA in Luxemburg eine Scheinfirma unter dem Namen &#8222;Anstalt WIGMO&#8220; (Western International Ground Maintenance Organization) gegr\u00fcndet, die einen Servicevertrag mit der FAC hatte. WIGMO lieferte Material und besch\u00e4ftigte Piloten und Techniker aus vielen Nationen. S\u00fcdafrikaner, Belgier, Engl\u00e4nder, Franzosen, sogar ein paar Polen, die bereits mit <a href=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/artikel\/kamikaze-brown\/\">Zumbach<\/a> in den Kongo gekommen waren. Lediglich Amerikaner waren keine zu finden, denn besonders wichtig war die so genannte &#8222;Plausible deniability&#8220;, die glaubhafte Abstreitbarkeit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend das Bodenpersonal recht gemisch war, dominierte nunter den Piloten die Kubaner. Ihre Rekrutierung lief \u00fcber Roberto (Bob) Mendell, der f\u00fcr die CIA in Miami die Airline Caribbean Aeromarine Corporation betrieb. Mendell warb \u00fcber pers\u00f6nliche Kontakte aber auch mit Zeitungsanzeigen. Der Sold lag mit etwa 800 Dollar monatlich kaum \u00fcber dem, was ein ziviler Pilot in Florida verdienen konnte. Allerdings ging es vielen Kubanern darum, im Kongo den Kampf gegen den Kommunismus fortzusetzen. Die ersten Piloten waren alle, wie Mendell selbst, Veteranen der Schweinebucht.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignleft size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"400\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Kongo_T-28.jpg\" alt=\"T-28 Trojan im Kongo\" class=\"wp-image-5385\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Kongo_T-28.jpg 600w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Kongo_T-28-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">T-28 Trojan im Kongo<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Anf\u00e4nge waren bescheiden. Die FAC verf\u00fcgte nur \u00fcber ein paar unbewaffnete T-6 Schulungsflugzeuge, mit denen nur Aufkl\u00e4rungsfl\u00fcge gemacht werden konnten. Doch das \u00e4nderte sich rasant, nachdem es Anfang 1964 zur so genannten <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Simba-Rebellion\">Simba-Rebellion<\/a> gekommen war. Da die von korrupten und unf\u00e4higen Offizieren gef\u00fchrte Armee praktisch keinen Widerstand leistete, eroberten die Simbas in wenigen Monaten fast die H\u00e4lfte des riesigen Landes. Schlie\u00dflich war die Lage so verszweifelt, dass Pr\u00e4sident Kasavubu dem zuvor mit Hilfe der UN verjagten Tschombe die Regierung \u00fcbertrug.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Tschombe begann sofort seine Katanga-Gendarmen zu mobilisieren und \u00fcber seine alten Kontakte <a href=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/artikel\/die-schrecklichen\/\">wei\u00dfe S\u00f6ldner<\/a> in Belgien und S\u00fcdafrika zu werben. Bei der FAC wurden w\u00e4hrenddessen zuerst die T-6 so gut es ging bewaffnet, dann aber durch st\u00e4rkere T-28 Trojan ersetzt, die mit Maschinengewehren und Raketenwerfern bewaffnet wurden. Nachdem sie ihre verheerende Wirkung im Erdkampf demonstriert hatten, hielt man nach noch mehr Feuerkraft Ausschau und lieferte schlie\u00dflich mehrere B-26K Counter Invader. Es handelte sich dabei um eine modernisierte Version des alten Weltkriegs-Bombers. In der Nase waren acht schwere Maschinengewehre montiert, dazu kamen vier Raketenwerfer unter den Tragfl\u00e4chen. Da es bei den Rebellen kaum Ziele f\u00fcr Bomben gab, waren zus\u00e4tzliche Tanks in den Bombensch\u00e4chten installiert worden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kubaner waren auf der Kamina Air Base in Katanga stationiert, die bereits von Tschombes S\u00f6ldnern benutzt worden war. Von dort flogen sie mit den T-28 und den B-26, an denen viele von ihnen bereits f\u00fcr die Landung in der Schweinebucht ausgebildet worden waren. Offiziell waren sie in der 22 Squadron der FAC zusammengefasst. Sie selbst bezeichneten sich aber als kubanische Freiwilligengruppe (Grupo Voluntario Cubano). Nach kurzer Zeit kam aber der Name &#8222;Makasi&#8220; auf, was in Lingala &#8222;stark&#8220; bedeutete. Inspiriert von dem Logo einer lokalen Biermarke wurde ein Wappen entworfen, und bald zierte der wilde Makasi-B\u00fcffel alle von S\u00f6ldnern geflogenen Maschinen im Kongo.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignright size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"450\" height=\"224\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/polar-makasi-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5390\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/polar-makasi-1.jpg 450w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/polar-makasi-1-300x149.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Ironie der Geschichte: Lumumba, das gro\u00dfe Idol der Simbas, hatte seine politische Karriere als Verkaufsleiter f\u00fcr Polar-Bier begonnen<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die schwer bewaffneten B-26 verbreiteten Schrecken unter den Rebellen. Eine derartige Feuerkraft war bislang in Afrika v\u00f6llig unbekannt. Dennoch war klar, dass die R\u00fcckeroberung des Ostkongos nur mit Bodentruppen zu machen war. Von zentraler Bedeutung war die Provinzhauptstadt Stanleyville, wo die Rebellen \u00fcber 1.000 westliche &#8211; besser gesagt &#8222;wei\u00dfe&#8220; &#8211; Geiseln zusammengezogen hatten. Vor allem das Schicksal einer Gruppe von Nonnen bewegte die westlichen Medien, so dass Belgien sogar den Einsatz eines Batallions Fallschirmj\u00e4ger genehmigte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da sich unter den Geiseln auch viele US-Amerikaner befanden, hielt es die CIA f\u00fcr angebracht, eine eigene Kommandoeinheit einzusetzen. F\u00fcr sie wurden 18 Exilkubaner ausgew\u00e4hlt, die alle Erfahrungen in Kampf- und Sabotageaktionen hatten. Sie trafen im September 64 im Kongo ein, wo sie das 58. Commando bildeten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ende November waren sie dann an der R\u00fcckeroberung von Stanleyville beteiligt. Die Hauptlast der K\u00e4mpfe trugen sicher die wei\u00dfen S\u00f6ldner unter &#8222;Mad&#8220; Mike Hoare, die die Stra\u00dfen freigek\u00e4mpft hatten. Von entscheidender Bedeutung waren aber die Makasi-Piloten, die den Vormarsch von Hoares S\u00f6ldnern konstant unterst\u00fctzt und die Verteidigung am Flughafen ausgeschaltet hatten. Ohne sie w\u00e4re die Landung der belgischen Fallschirmj\u00e4ger nicht so reibungslos verlaufen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"318\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/makasi_b26.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5388\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/makasi_b26.jpg 800w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/makasi_b26-300x119.jpg 300w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/makasi_b26-768x305.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">B-26K Counter Invader der Makasi<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach der erfolgreichen Befreiung der Geiseln begann nach und nach die R\u00fcckeroberung des Ostkongo. Unter F\u00fchrung der wei\u00dfen S\u00f6ldner wurden zuerst die Provinzen im Nordosten und Norden erobert, um zu verhindern, dass die Rebellen von Uganda oder der Zentralafrikanischen Republik mit Waffen versorgt werden konnten. Anschlie\u00dfend begann im September 1965 die Offensive zur Sicherung der Ostgrenze am Tanganjikasee.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Makasi-Piloten unterst\u00fctzten alle diese Operationen als Aufkl\u00e4rer und mit massiver Feuerkraft. Zudem verf\u00fcgten sie \u00fcber einige Tranportflugzeuge, mit denen sie die S\u00f6ldner schnell an die entsprechenden Brennpunkte bringen konnten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>Die Erfolge der wei\u00dfen S\u00f6ldner unter der diskreten Schirmherrschaft der USA f\u00fchrten nat\u00fcrlich auch zu Kritik. Viele Staaten sprachen von Neokolonialismus, und manche unterst\u00fctzten die Simbas mit Material und Waffen. Am weitesten ging Kuba. Anfang 1965 kam Che Guevara mit einer kleinen Gruppe erprobter Revolution\u00e4re \u00fcber Ruanda in den Kongo. Bald darauf folgten mindestens 100 schwarze afro-kubanische Soldaten &#8211; auch in Kuba war man stark auf &#8222;Plausible deniability&#8220; bedacht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei den Simbas im Osten machte sich der Einsatz kubanischer Ausbilder, die sich auch oft selbst an Gefechten beteiligten, bald bemerkbar. \u00dcber Tansania erhielten sie Waffen aus China und Russland. Zudem hatte ihr F\u00fchrer Laurent Kabila, der dann sp\u00e4ter 1997 Pr\u00e4sident werden sollte, Freiwillige in Ruanda rekrutiert. Vor allem zur Kontrolle des gigantischen Tanganjikasees fehlte den S\u00f6ldnern die passende Ausr\u00fcstung.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignleft size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"397\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/kubaner_kongo-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5393\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/kubaner_kongo-1.jpg 600w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/kubaner_kongo-1-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Kubaner im Kongo<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die CIA lieferte zu diesem Zweck zwei gut bewaffnete und mit Radar ausger\u00fcstete Schnellboote. Als Kernbesatzung griff man wieder auf Kubaner zur\u00fcck. Die Auswahl war gro\u00df, da in Florida viele Exilkubaner f\u00fcr n\u00e4chtliche Kommandoaktionen gegen Kuba ausgebildet worden waren, diese \u00dcberfalle jedoch auf internationalen Druck hin kurz zuvor eingestellt worden waren. Bei der CIA war man also zum Teil froh, f\u00fcr die gr\u00f6\u00dften Unruhestifter weitab Besch\u00e4ftigung zu finden. Au\u00dferdem konnte man diesen ihre S\u00f6ldnerdienste im Kongo als Jagd auf Che Guevara verkaufen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie bei der Rekrutierung der Kommandoeinheit wurden auch bei den Bootsbesatzungen bez\u00fcglich Ausbildung und k\u00f6rperlicher Fitness h\u00f6chste Ma\u00dfst\u00e4be angelegt. Man konnte es sich erlauben, da in Florida hunderte, wenn nicht \u00fcber tausend Freiwillige zur Verf\u00fcgung standen. Bei den Piloten war die Lage dagegen etwas anders. Viele der ersten Piloten waren zwar bereits f\u00fcr die Landung in der Schweinebucht ausgebildet worden, und einige hatten dort auch Eins\u00e4tze geflogen. Sp\u00e4ter wurden aber auch Kubaner rekrutiert, die vorher nur zivile Flugzeuge, manche sogar lediglich in der Landwirtschaft, geflogen hatten. Das lag zum einen daran, dass der Bedarf an Piloten und Technikern deutlich gr\u00f6\u00dfer war, aber sicher auch daran, dass deren Chancen auf dem zivilen Arbeitsmarkt wesentlich besser waren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Makasi-Schnellbote auf dem Tanganjikasees trugen viel dazu bei, die Simbas vom Nachschub aus Tansania abzuschneiden, so dass der Aufstand im Herbst 65 weitgehend niedergeschlagen war. Che Guevara und seine Kubaner scheiterten aber vor allem am &#8222;menschlichen Element&#8220;, wie er es selbst nennen sollte. Die Simbas vertrauten weiter ihren magischen Amuletten, waren disziplinlos und oft betrunken, ihre Anf\u00fchrer korrupt. V\u00f6llig frustriert zog sich Che Guevara im November aus Afrika zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrenddessen hatte in Leopoldville l\u00e4ngst der Streit um die Beute begonnen. Zuerst musste Premierminister Tschombe ins Exil fliehen. Kurz darauf putschte sich der Oberbefehlshaber des Milit\u00e4rs General Mobutu an die Macht. Es ist nicht erwiesen, dass die CIA am Putsch beteiligt war. Dennoch war man in Washington mit dem Ergebnis sicher zufrieden. Tschombe hatte immer engere Bindungen zu Belgien gepflegt, w\u00e4hrend Mobutu eindeutig die USA bevorzugte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">V\u00f6llig unzufrieden mit dieser Entwicklung waren dagegen die wei\u00dfen S\u00f6ldner und die Katanga-Gendarmen, die mit Tschombe ihren Schirmherren verloren hatten. Allerdings waren sie noch mit den Resten der Simbas besch\u00e4ftigt und eigentlich auch nicht besonders an Politik interessiert. Also dauerte es einige Zeit, bis sie begannen mit Tschombe zu konspirieren.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignright size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"620\" height=\"397\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/C-46.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5394\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/C-46.jpg 620w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/C-46-300x192.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 620px) 100vw, 620px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Makasi C-46 Transporter<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Tschombe dann bei der Anreise von einem franz\u00f6sischen Agenten entf\u00fchrt wurde, war der geplante Putsch anscheinend nicht mehr aufzuhalten. Im Juni 1967 rebellierten die wei\u00dfen S\u00f6ldner und die mit ihnen verb\u00fcndeten Katanga-Gendarmen gegen Mobutus Regierung. Man kann bezweifeln, dass sie jemals gro\u00dfe Chancen gehabt hatten. Allerdings leisteten Mobutus Truppen wie gewohnt wenig Widerstand. Fatal war dagegen, dass die Makasi-Piloten der CIA loyal blieben. Mit ihren Bordwaffen griffen sie die Marschkolonnen der S\u00f6ldner an und leisteten wichtige Aufkl\u00e4rungsarbeit. Vor allen Dingen aber transportierten sie Mobutus Elitetruppen an die jeweiligen Brennpunkte. Schlie\u00dflich hielten sich die S\u00f6ldner noch ein paar Wochen in Bukavu, bevor sie sich \u00fcber die Grenze nach Ruanda zur\u00fcckzogen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a>Damit war das CIA-Programm im Kongo abgeschlossen. Einige Kubaner verblieben noch etwas in Mobutus Diensten, die meisten fanden aber ihren Weg ins Zivilleben. Viele der f\u00fcr eine Invasion Kubas Ausgebildeten blieben aber fest oder freischaffend im Dienst der CIA. Die meisten dienten sicher in Vietnam; einige der Piloten flogen f\u00fcr Air America in den geheimen Kriegen in Laos und Kambodscha. Daneben stolpert man \u00fcber von der CIA ausgebildete Exil-Kubaner in so ziemlich jeder schmutzigen Geschichte der USA von Nixons Watergate-Skandal bis zu Reagans Iran-Contra-Aff\u00e4re. Aber auch als das Kokain von Kolumbien \u00fcber Florida seinen Siegeszug in den USA begann, waren Veteranen von Schweinebucht als gesuchte Spezialisten im Einsatz.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Literatur:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Rookes, Stephen<br>For God and the CIA\u2013 Cuban Exile Forces in the Congo and Beyond, 1959-1967<br>2020<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Villafa\u00f1a, Frank<br>Cold war in the Congo: the confrontation of Cuban military forces, 1960-1967<br>2009<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mockler, Anthony<br>The New Mercenaries<br>1969<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph\">\u00a9 Frank Westenfelder &nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Exilkubaner im Kongo.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":5383,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[132,8],"tags":[140,135,209],"class_list":["post-5381","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-20-jahrhundert","category-artikel","tag-afrika","tag-kongo","tag-piloten"],"blocksy_meta":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.1 - 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