{"id":5291,"date":"2026-04-17T12:56:33","date_gmt":"2026-04-17T12:56:33","guid":{"rendered":"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/?p=5291"},"modified":"2026-04-17T16:24:34","modified_gmt":"2026-04-17T16:24:34","slug":"von-tempsky","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/artikel\/von-tempsky\/","title":{"rendered":"Von Tempsky"},"content":{"rendered":"\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Offizier, Goldsucher und Abenteurer.<\/h5>\n\n\n\n<p><strong>Den ehemaligen preu\u00dfischen Offizier Gustavus Ferdinand von Tempsky trieb die Abenteuerlust zuerst nach Nicaragua, dann aud die Goldfelder von Kalifornien, Australien und Neuseeland. Wenig erfolgreich bei der Goldsuche diente er schlie\u00dflich bei den Forest Rangers im Krieg gegen die Maoris, wobei er 1868 fiel.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Durch einige Geschichten von Jack London geistert ein gewisser &#8222;Von&#8220;. Nur ganz am Rande ist von ihm die Rede: ein Rancher auf Hawaii, ein Abenteurer der S\u00fcdsee. Gr\u00e4bt man ein bisschen nach, st\u00f6\u00dft man auf einen Louis von Tempsky einen Gro\u00dfgrundbesitzer auf Hawaii, mit dessen Tochter Armine, einer Schriftstellerin, London befreundet war. Beim Ursprung so mancher Familienlegende, die London wahrscheinlich beeindruckt haben, handelt es sich um Gustavus Ferdinand von Tempsky einen ehemaligen preu\u00dfischen Offizier, der in Kalifornien, Australien und Neuseeland nach Gold suchte und dazwischen sein Gl\u00fcck als S\u00f6ldner versuchte.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignright size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"380\" height=\"756\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/von_tempsky.jpg\" alt=\"Gustavus Ferdinand von Tempsky\" class=\"wp-image-5296\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/von_tempsky.jpg 380w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/von_tempsky-226x450.jpg 226w\" sizes=\"auto, (max-width: 380px) 100vw, 380px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Tempsky war dabei eigentlich noch nicht einmal besonders ungew\u00f6hnlich f\u00fcr seine Zeit. W\u00e4hrend franz\u00f6sische und ganz besonders britische Offiziere der Langeweile des Garnisonsdienstes oder ihren privaten Problemen in den Kolonialdienst entfliehen konnten, gab es f\u00fcr ihre preu\u00dfischen Kollegen kaum Alternativen. So erstaunt es nicht, dass Mitte des 19. Jahrhunderts eine relativ gro\u00dfe Zahl von ihnen um den Globus vagabundierte, nat\u00fcrlich gemeinsam mit denen aus \u00f6sterreichischen, italienischen oder d\u00e4nischen Diensten. Ganz zu schweigen von den vielen Schweizern, die nach dem Ende des Fremdendienstes, v\u00f6llig ohne Karrierechancen waren. <\/p>\n\n\n\n<p>Was Tempsky von vielen seiner Standesgenossen unterschied, war dass er nicht nur seinen adligen D\u00fcnkel spazieren trug, sondern sich auch auf neue Situationen einstellen konnte. Das zeigte er vor allem in den Maori-Kriegen als einer der f\u00fchrenden Offiziere der neuseel\u00e4ndischen &#8222;Forest Rangers&#8220;. Diese Einheit, durchaus modernen Special-Forces vergleichbar, hatte man aus im Kleinkrieg erfahrenen M\u00e4nnern gegr\u00fcndet, um die Maoris im Busch zu bek\u00e4mpfen, wo ihnen das regul\u00e4re Milit\u00e4r hoffnungslos unterlegen war.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Maoris waren vielleicht die tapfersten Krieger, denen sich die Briten bei der Eroberung des Empires gegen\u00fcbergesehen haben. Trotz ihrer geringen Zahl hielten sie sich bis 1872 und erreichten auch dann noch so g\u00fcnstige Konditionen, wie sie kein unterworfenes Volk in dieser Zeit erhalten hat. W\u00e4hrend dieser K\u00e4mpfe waren Tempsky und die von ihm ausgebildeten M\u00e4nner einige der wenigen, die es mit diesen geborenen Kriegern im Busch aufnehmen konnten und ihnen sogar etwas Respekt abn\u00f6tigten. Dennoch liegt es nicht in unserem Interesse, Tempskys &#8222;Heldentaten&#8220; breitzutreten. Es geht uns viel mehr darum, wie und warum der Spross einer polnisch-preu\u00dfischen Offiziersfamilie im neuseel\u00e4ndischen Busch sein Ende fand, umgeben von barbarischen Wilden, die ihre kannibalistischen Riten feierten.<\/p>\n\n\n\n<p>Gustavus Ferdinand von Tempsky wurde 1828 im schlesischen Liegnitz geboren. Der Familienname leitet sich vom polnischen Tempcz bei Danzig ab. Wie viele westpolnische Adelsfamilien heirateten auch die Tempskys oft deutsche Frauen und entwickelten sich zu typisch preu\u00dfischen, besser noch &#8222;ostelbischen Junkern&#8220;. Seit Generationen standen sie im preu\u00dfischen Milit\u00e4rdienst. Einer hatte als Oberst unter Friedrich dem Gro\u00dfen gedient, und auch Gustavus\u2019 Vater und \u00e4lterer Bruder waren preu\u00dfische Offiziere. Er selbst wurde, wie in diesen Zeiten \u00fcblich bereits als Kind nach Berlin auf die Milit\u00e4rschule geschickt. Mit 16 hatte er dann als F\u00e4hnrich sein erstes Kommando. Das Regiment l\u00e4sst sich heute zwar nicht mehr feststellen, aber wahrscheinlich diente er mit seinem Bruder bei den Gardef\u00fcsilieren.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Von Preu\u00dfen nach Nicaragua<\/h5>\n\n\n\n<p>Allerdings war der Milit\u00e4rdienst damals alles andere als abwechslungsreich. Abgesehen von einigen Man\u00f6vern und den damit verbundenen Empf\u00e4ngen und B\u00e4llen, ersch\u00f6pfte er sich in stupider Routine, und auch die Bef\u00f6rderungen, das &#8222;Avancement&#8220; lie\u00dfen Jahre auf sich warten. Zudem war Tempsky viel aufgeschlossener als die meisten seiner Standesgenossen, denen es reichte, ihre reichlich bemessene Freizeit mit Spiel, Alkohol und Frauen zu f\u00fcllen. Er interessierte sich f\u00fcr Musik, Literatur und vor allem Malerei. Er besuchte nicht nur Konzerte und Museen, sondern spielte auch ein Instrument und schrieb und malte ganz anst\u00e4ndig. Man kann also mit gutem Recht annehmen, dass ihm der Garnisonsdienst wenig zu bieten hatte. Andererseits gab es auch f\u00fcr abenteuerlustige junge M\u00e4nner seiner sozialen Schicht wenig Alternativen.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber auch andere M\u00e4nner f\u00fchlten sich damals unterfordert und sahen sich nach neuen Bet\u00e4tigungsfeldern f\u00fcr ihre Talente um. Zu ihnen geh\u00f6rte Ernst von B\u00fclow, der an einem Kolonisationsprojekt an der Mosquito-K\u00fcste arbeitete. Zu diesem Zeitpunkt betrieb zwar keiner der deutschen Klein- und Mittelstaaten irgendeine Form der Kolonialpolitik, dennoch waren dubiose Projekte mit Auswanderern gro\u00df in Mode. Skrupellose Gesch\u00e4ftemacher versprachen armen Kolonisten Land und Reichtum, in internen Kreisen salbaderten sie dann von der Gr\u00f6\u00dfe Deutschlands und ihrem Dienst am Volk. In Wirklichkeit sahen sie sich aber selbst als Herz\u00f6ge oder Gouverneure neuer riesiger Provinzen, die von flei\u00dfigen Auswanderern bewirtschaftet wurden. Von den Schwierigkeiten der Kolonisation hatten sie dabei nicht die geringste Ahnung; sie suchten nur freie Stellen auf der Landkarte. Zahllose wurden auf diese Weise ins Elend geschickt. Besonders beliebt f\u00fcr solche Projekte war hier Lateinamerika &#8211; z.B. Brasilien, Mittelamerika oder Texas, da sich hier nach dem Abzug der Spanier die neuen M\u00e4chte noch nicht sehr stark etabliert hatten.<\/p>\n\n\n\n<p>B\u00fclow hatte f\u00fcr sich die Karibikk\u00fcste Nicaraguas entdeckt. Die dort lebenden Indianer waren nicht nur arm, sondern auch sehr kriegerisch und deshalb von den Spaniern nie unterworfen worden. Sp\u00e4ter hatten sich dort Bukaniere von Jamaika eingenistet, die sich, als der Seeraub nicht mehr, auf den Handel mit Tropenh\u00f6lzern verlegten. Dadurch bestand seit langem ein starker britischer Einfluss, und so wurde in London dar\u00fcber nachgedacht vergessenen Teil der Welt dem Empire einzuverleiben. Diese Pl\u00e4ne gewannen an Bedeutung, da viele kluge Leute vor dem Bau des Panamakanals in Nicaragua die beste Landverbindung zwischen Atlantik und Pazifik sahen. Da das Projekt dennoch m\u00f6glichst wenig kosten sollten, ernannten die Briten den obersten H\u00e4uptling der Indianer zum &#8222;Mosquitok\u00f6nig&#8220; und versorgten ihn mit Waffen und einem britischen Konsul.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignleft size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"399\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/san_juan.jpg\" alt=\"San Juan del Norte oder Greytown\" class=\"wp-image-5297\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/san_juan.jpg 600w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/san_juan-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">San Juan del Norte oder Greytown<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Das gr\u00f6\u00dfte Problem war jedoch der Mangel an europ\u00e4ischen Siedlern als Schutz gegen die Anspr\u00fcche Nicaraguas und der USA, die Mittelamerika zunehmend als ihr Einflussgebiet betrachteten. In der potentiellen &#8222;Hauptstadt&#8220; Bluefileds lebten neben einigen Wei\u00dfen &#8211; unter ihnen der schottische Holzh\u00e4ndler James Stanislaus Bell &#8211; lediglich 600 Indianer, Schwarze und Mulatten. Hier kam nun B\u00fclow ins Gesch\u00e4ft. Er versprach den Briten Kolonisten und erhielt daf\u00fcr gro\u00dfz\u00fcgige Landversprechungen. Dabei war nat\u00fcrlich klar, dass man in der neuen Provinz auch Verwalter und Offiziere ben\u00f6tigen w\u00fcrde. Zu diesem Zweck wurden dann Tempsky und noch einige andere preu\u00dfische Offiziere angeworben. Er war gerade 20 Jahre alt und scheint in diesem Projekt seine gro\u00dfe Chance gesehen zu haben, dem \u00f6den Garnisonsdienst zu entkommen. Dort an fernen, exotischen Gestaden winkten nicht nur Abenteuer, sondern auch Reichtum und Karriere. So kam er 1848 zusammen mit etwa 100 preu\u00dfischen Kolonisten an, die bei Bluefields den Vorort Carlsruhe gr\u00fcndeten.<\/p>\n\n\n\n<p>Um die Passage \u00fcber den Isthmus zu kontrollieren, mussten die Briten aber auch den Fluss San Juan und die Hafenstadt San Juan del Norte ihrer projektierten Kolonie angliedern; dort standen aber Truppen Nicaraguas. Bald begannen die Auseinandersetzungen. Die Kolonisten mussten eine &#8222;Prussian Company&#8220; bilden, in der auch Tempsky diente. D.h. er musste mit den Kolonisten exerzieren. Allerdings konnte man bei den bescheidenen Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnissen in Mittelamerika keine blutigen Schlachten erwarten. Durch die Anwesenheit eines britischen Kriegsschiffes wurde San Juan del Norte kampflos besetzt und in Greytown umbenannt. Als Briten dann abzogen und nur einen kleinen Polizeiposten zur\u00fccklie\u00dfen, &#8222;eroberten&#8220; es Nicaraguaner zur\u00fcck. Die einzigen Verletzungen erhielt dabei die britische Flagge, die der nicaraguanische Oberst mit ein paar Sch\u00fcssen durchl\u00f6cherte. Diese w\u00fcste Ehrverletzung war nun der Grund f\u00fcr ein massiveres britisches Eingreifen. Eine Kompanie Infanterie wurde gelandet, um den ganzen Fluss zu erobern. Die preu\u00dfische Miliz wurde zwar zu Hause gelassen, aber Tempsky schloss sich dem Unternehmen an, in dem er sein erstes kriegerisches Abenteuer sah.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieses Mal leisteten die Nicaraguaner zumindest an einer Stelle Widerstand; die Briten mussten sich den Weg freik\u00e4mpfen und hatten sogar zwei Gefallene und mehrere Verwundete. Daraufhin r\u00e4umten die Nicaraguaner jedoch die kleinen Forts am Fluss gegen freien Abzug, und die Briten konnten sogar San Carlos am Nicaraguasee ohne Widerstand besetzen. Den eigentlichen Feind lernten sie erst danach kennen: das Gelbfieber. Innerhalb weniger Wochen verloren sie ca. 150 Mann und hatten noch viel mehr Kranke. Schlie\u00dflich mussten sie sich zur\u00fcckziehen. In der preu\u00dfischen Kolonie gab es \u00e4hnliche Probleme. Alle litten stark unter Moskitos, Malaria und Gelbfieber griffen um sich. Viele starben und die Restlichen waren oft krank. In einem Bericht hei\u00dft es: &#8222;Es gab nicht genug Gesunde, um die Toten zu beerdigen.&#8220; Das ganze Unternehmen war ein Desaster. Die \u00dcberlebenden suchten bald nach anderen M\u00f6glichkeiten und zerstreuten sich in Mittelamerika. Einige wie der ehemalige Husarenleutnant Bruno von Natzmer schlossen sich sp\u00e4ter William Walker an.<\/p>\n\n\n\n<p>Wesentlich gravierender war aber, dass sich die Spannungen zwischen London und Washington versch\u00e4rften. Die Briten entschlossen sich daraufhin das Terrain zu r\u00e4umen und lediglich ganz inoffiziell die Truppen des Mosquitok\u00f6nigs auszubilden. Da Tempsky inzwischen eine enge Beziehung mit Emelia Bell, der Tochter des schottischen Holzh\u00e4ndlers, hatte und sich mit Heiratspl\u00e4nen trug, nahm er den Job an. Also drillte er nun die Indianer auf preu\u00dfische Manier. Das war dort sicher alles andere als angebracht. Aber Tempsky war kein sturer Kommisskopf, sondern f\u00fcr vieles offen. Deshalb lernte er viel von den Indianern bei den Streifz\u00fcgen im Dschungel. F\u00fcr ihn wurde es eine Art Grundausbildung im Guerillakrieg, die ihm sp\u00e4ter noch viel n\u00fctzen sollte. Inzwischen interessierte sich jedoch die Wallstreet in Person von Cornelius Vanderbilt f\u00fcr die <a href=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/artikel\/william-walker\/\">Transitroute in Nicaragua<\/a>. Um leichter zu den Goldfeldern in Kalifornien zu kommen, gr\u00fcndete Vanderbilt die &#8222;Transit Company&#8220; und versuchte die Briten aus Nicaragua ganz zu vertreiben. Durch seinen politischen Einfluss wurde 1850 das Clayton-Bulwer-Abkommen unterzeichnet, in dem Briten auf die Mosquitok\u00fcste verzichteten. Damit war auch Tempskys Karriere als Instrukteur vorbei.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Auf Goldsuche<\/h5>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignright size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"488\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/goldrausch.jpg\" alt=\"Goldrausch in Kalifornien\" class=\"wp-image-5299\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/goldrausch.jpg 600w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/goldrausch-300x244.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Goldrausch in Kalifornien<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Ohne festes Einkommen hatten sich seine Heiratspl\u00e4ne vorerst zerschlagen. Kein Wunder also, dass er sich vom Goldfieber anstecken lie\u00df. Er beschloss, nach Kalifornien zu gehen, um reich zur\u00fcckzukehren. Im Sommer 1850 kam er in San Francisco an. Es war eine wilde, chaotische Stadt; im Hafen lagen hunderte verlassener Schiffe, deren Besatzungen zu den Goldfeldern desertiert war. Allerdings war die Goldsuche nicht so einfach, und so diente Tempsky bald in der privaten Truppe des Schweizers John Sutter. Auf dessen ausgedehnten L\u00e4ndereien war das erste Gold gefunden worden, und nun versuchte er verzweifelt seinen Besitz gegen die anst\u00fcrmenden Massen der Goldsucher zu verteidigen. Es gab Schie\u00dfereien und wahrscheinlich wurde auch der eine oder andere &#8222;Viehdieb&#8220; geh\u00e4ngt. Aber es war ein hoffnungsloses Unterfangen. Die Goldsucher durchw\u00fchlten seinen Grund, f\u00e4llten seine B\u00e4ume und schossen sein Vieh. <\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem Sutter bankrott war, wusch Tempsky wieder Gold. Hier lernte er das &#8222;Bowieknife&#8220; sch\u00e4tzen, die Hauptwaffe der Goldsucher bei Streitereien. Es war ein hartes Leben. Tempsky, inzwischen sicher ein erfahrener K\u00e4mpfer, wurde mehrmals \u00fcberfallen und ausgeraubt; einmal rettete er nur knapp sein Leben. Bald schloss er sich wieder einer bezahlten Schutztruppe an, die den mexikanischen Banditen Joaquim Murietta jagte. Danach suchte er wieder nach Gold. Doch das wenige, das er fand, rann ihm durch die Finger.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach drei Jahren hatte er genug. Emelia wartete immer noch auf ihn, und so machte er sich \u00fcber Mexiko auf den R\u00fcckweg nach Bluefields. Auch die Reise war nicht ohne Gefahren. Es gab \u00dcberf\u00e4lle durch Indianer und Banditen. Dennoch nutzte Tempsky die Gelegenheit Land und Leute ausgiebig kennen zu lernen. Neun Monate verbrachte er in Mexiko und sieben in Guatemala. Im Juni 1855 war er dann wieder in Bluefields. Er war nun zwar reich an Erfahrungen aber immer noch ohne Geld. Dennoch war die Hochzeit nicht mehr aufzuhalten, die in Anwesenheit des Mosquitok\u00f6nig gefeiert wurde. Um etwas zu verdienen, trat Tempsky dann in die Firma seines Schwiegervaters ein, wo er als Holzf\u00e4ller f\u00fcr Mahagoni und Brennholz f\u00fcr die Flussdampfer schlug. Nach einem Jahr wurde sein erster Sohn &#8211; Randal &#8211; geboren. Als jedoch der nordamerikanische Einfluss an der K\u00fcste immer st\u00e4rker wurde, beschloss die Familie nach Schottland zur\u00fcckzukehren. Die Anf\u00e4nge dort waren nicht schlecht. Tempsky besuchte mit seiner Familie seine Eltern in Preu\u00dfen und publizierte in London seinen Reisebericht \u00fcber Mittelamerika. Doch das brachte alles kein Geld, und so wurden seine Aussichten zunehmend trostloser. Was sollte ein Ex-Offizier und Goldsucher in England anfangen. Die Geburt seines zweiten Sohnes, den er nach seinem Vater Louis nannte, versch\u00e4rfte die Situation weiter. Auch seiner Frau gefiel es im grauen Schottland nur wenig.<\/p>\n\n\n\n<p>Deshalb z\u00f6gerten sie nicht lange, als ein in Australien Cousin seiner Frau von dortigen Goldfunden schrieb. F\u00fcr Tempsky war klar, dass er dort mit seinen Sch\u00fcrferfahrungen schnell sein Gl\u00fcck machen k\u00f6nnte. Nach langer Seereise trafen sie schlie\u00dflich in Melbourne ein. Sie kamen auf dem H\u00f6hepunkt des Goldrausches. Aber auch hier lagen die Goldklumpen nicht auf der Stra\u00dfe. Der Unterschied zu Kalifornien bestand haupts\u00e4chlich darin, dass nun seine das harte Lagerleben in H\u00fctten und Zelten teilen musste. Durch die Geburt seiner Tochter Lina wurde die Lage nicht besser. Tempsky fand nur wenig Gold und musste nebenbei als Erntehelfer arbeiten um die Familie durchzubringen. Deshalb bem\u00fchte er sich auch darum, die Leitung einer geplanten Expedition zur Durchquerung des Kontinents zu bekommen. Vielleicht zu seinem Gl\u00fcck wurde nichts daraus, denn die so genannte &#8222;Burke und Wills Expedition&#8220; endete 1860 in einem v\u00f6lligem Desaster.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignleft size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"671\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/maori.jpg\" alt=\"Maori Krieger\" class=\"wp-image-5300\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/maori.jpg 500w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/maori-300x403.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Maori Krieger<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Mit der Zeit wurde die Goldsuche f\u00fcr die kleinen Sch\u00fcrfer, die nicht viel Kapital investieren konnten, immer schwieriger. Als sie dann von neuen Goldfunden in Neuseeland erfuhren, fiel ihnen der Entschluss leicht. Sie packten ihre wenigen Habseligkeiten und gingen wieder auf die Reise; eine neue Jagd nach dem Gl\u00fcck. 1862 landeten sie in Coromandel (auf der anderen Seite der Bucht bei Auckland). Auch hier war die Arbeit hart. Im Unterschied zu Australien regnete es h\u00e4ufig, und so w\u00fchlten die Goldsucher im Schlamm. Tempsky scheint aber zumindest genug zum Leben gefunden zu haben. Das Problem waren hier die Maoris, auf deren Land die besten Minen lagen und mit denen es zunehmend Probleme gab. Die Maoris wollten es verst\u00e4ndlicherweise nicht einfach hinnehmen, dass die Goldsucher ihr Land verw\u00fcsteten, ihr Wild schossen und im Suff ihre Frauen bel\u00e4stigten. Die Spannungen versch\u00e4rften sich, es gab einzelne \u00dcberf\u00e4lle und Morde, bis dann <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Neuseelandkriege\">1863 der Krieg<\/a> ausbrach.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie in allen diesen Kolonialkriegen des sp\u00e4teren 19. Jahrhunderts waren auch die Maoris letzen Endes ohne jede Chance. Die britische Armee konnte tausende ins Feld schicken, verf\u00fcgte \u00fcber Artillerie und Kriegsschiffe. Zudem k\u00e4mpften viele St\u00e4mme auf britischer Seite. Wegen alter Streitigkeiten, Geld und Vorrechten schickten sie ihre Krieger. Dennoch waren die Maoris \u00e4u\u00dferst gef\u00e4hrliche Gegner, und sie waren nicht so dumm, sich den Briten, die seit Waterloo wenig an ihrer Taktik ge\u00e4ndert hatten, in offener Feldschlacht zu stellen. Die Maoris f\u00fchrten deshalb vorwiegend einen Guerillakrieg, in dem sie den starken Kr\u00e4ften auswichen, kleinere Abteilungen \u00fcberfielen und die langen Nachschubwege bedrohten. Die Landschaft Neuseelands mit ausgedehnten Regenw\u00e4ldern, zahlreichen Flussl\u00e4ufen und S\u00fcmpfe war hierzu hervorragend geeignet.<\/p>\n\n\n\n<p>Bald wurde deutlich, dass man den Maoris allein mit den Mitteln der konventionellen Kriegsf\u00fchrung nicht so schnell beikommen w\u00fcrde. Tempsky begriff, dass hier seine Erfahrungen von der Mosquitok\u00fcste, Kalifornien und seinen ausgedehnten Reisen von gro\u00dfem Nutzen sein w\u00fcrden. Au\u00dferdem muss man nat\u00fcrlich sehen, dass er mit der Goldw\u00e4scherei nach wie vor wenig verdiente und hier wieder einmal eine M\u00f6glichkeit sah, regelm\u00e4\u00dfig Geld zu verdienen und Karriere zu machen. Als deshalb damit begonnen wurde eine Miliz aufzustellen, bot er der Regierung an, eine eigene Kompanie aus Goldsuchern aufzustellen, die f\u00fcr den Krieg in schwierigem Gel\u00e4nde besonders gut geeignet seien. Da jedoch der angebotene Sold so niedrig war, dass kaum jemand die Goldfelder verlassen wollte, zerschlug sich das Projekt. Aber Tempsky war dennoch fest entschlossen am Krieg teilzunehmen und begleitete deshalb die Armee freiwillig als Journalist und berichtete f\u00fcr verschiedene neuseel\u00e4ndische Zeitungen.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Bei den Forest Rangers<\/h5>\n\n\n\n<p>Auch von offizieller Seite kam man schlie\u00dflich zu der Einsicht, dass man ein spezielles Korps f\u00fcr den Buschkrieg und vor allem zur Aufkl\u00e4rung ben\u00f6tigte. Man begann mit der Werbung von Freiwilligen f\u00fcr eine Kompanie &#8222;Forest Rangers&#8220;. Da die Regierung nun wesentlich besser bezahlte, fanden sich schnell genug Freiwillige, aus denen eine Kompanie unter der F\u00fchrung eines Captain Jackson gebildet wurde. Tempsky war allerdings nicht beleidigt, sondern schloss sich sofort dieser Kompanie als Kriegsberichterstatter an. Bereits beim ersten Ausmarsch lernte er gleich das wesentliche kennen: strapazi\u00f6se M\u00e4rsche, endlosen Regen, K\u00e4lte und Hunger. &#8222;Nur der Rum hielt uns am Leben. Alles war so nass, und es war \u00e4u\u00dferst hart, die Fl\u00fcsse und B\u00e4che zu durchqueren und ohne Feuer zu lagern. Wenn wir bei der Verfolgung des Feindes lagerten, war es oft zu unsicher ein Feuer zum Kochen oder W\u00e4rmen anzuz\u00fcnden, weil wir nie wussten, ob wir dadurch eine feindliche Salve ausl\u00f6sen w\u00fcrden. So legten wir uns einfach hin, wie wir waren: nass und kalt. Und wir w\u00e4ren gestorben ohne den Rum.&#8220; Berichtete sp\u00e4ter einer der Teilnehmer.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignright size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"650\" height=\"449\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/forest-ranger.jpg\" alt=\"Forest Rangers Aquarell von Tempsky\" class=\"wp-image-5302\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/forest-ranger.jpg 650w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/forest-ranger-300x207.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Forest Rangers Aquarell von Tempsky<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Tempsky hatte in seinem Leben genug im Freien campiert und im Schlamm gew\u00fchlt; er f\u00fchlte sich in seinem Element. Immer vorne mit dabei tat er sich besonders bei der Aufkl\u00e4rung hervor und wurde mehrmals lobend erw\u00e4hnt. Bald erhielt er eine Stelle als F\u00e4hnrich, musste dazu aber die britische Staatsb\u00fcrgerschaft annehmen. Seine Nebent\u00e4tigkeit als Kriegsberichterstatter hatte au\u00dferdem den Vorteil, dass er sozusagen die PR der Truppe durch Artikel wesentlich f\u00f6rdern konnte, und nat\u00fcrlich auch die eigene. \u00dcber den Buschkrieg schrieb er geradezu lyrisch: &#8222;Es ist fremd im Busch zu k\u00e4mpfen &#8211; geheimnisvoll: blauer Rauch, gr\u00fcne Bl\u00e4tter, vielleicht ein schwarzer Kopf. Schreie, herausfordernd, die Seelen zerrei\u00dfend. Vielleicht h\u00f6rst du sie &#8211; ja, du kannst sie h\u00f6ren, wie sie gleich nebenan mit dir sprechen, cool und vertraut, aber du siehst nichts&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Maoris waren im Wald zu Hause und nutzten alle seine Vorteile aus. Aber Tempsky war ihnen dort durchaus gewachsen. Mit der Zeit verdiente er sich ihren Respekt und sie nannten ihn &#8222;Manu-rau&#8220; (Viele V\u00f6gel), da er im Busch nicht zu greifen war. Er verhinderte mehrere Hinterhalte, wurde zum Captain bef\u00f6rdert und mit Aufstellung einer zweiten Kompanie Ranger beauftragt. Er schrieb \u00fcber seine M\u00e4nner: &#8222;Ich hatte zwei Schwarze, die vorher auf Kriegsschiffen gefahren waren, einer davon war ein ehemaliger Preisboxer. Ich hatte M\u00e4nner mit einer ausgezeichneten Bildung und solche, die so unwissend waren, wie die Erde, auf der sie gingen&#8220;. Unter ihnen waren alle Nationalit\u00e4ten vertreten. Tempsky nennt Engl\u00e4nder, Waliser, Schotten, Iren, Deutsche und Italiener. Er unterrichtete sie im Nahkampf mit dem langen Bowieknife, das er meisterhaft beherrschte und zielsicher werfen konnte. Es diente im Nahkampf zum Abblocken von Hieben, vor allem jedoch im Busch und zum eingraben bei \u00fcberraschenden Feuergefechten. Die Ranger waren \u00fcberzeugt, dass &#8222;Von&#8220;, wie sie in respektvoll nannten, einen Eingeborenen bis auf eine Meile riechen konnte. Allgemein wird er als beeindruckende Gestalt beschrieben, mit langem lockigem Haar, und manchmal trug er &#8211; nicht frei von Eitelkeiten &#8211; zur Uniform eine rote Seidensch\u00e4rpe.<\/p>\n\n\n\n<p>Als die K\u00e4mpfe s\u00fcdlich von Auckland zu einem Ende kamen, h\u00e4tte er seinen Abschied nehmen k\u00f6nnen. Er war inzwischen Major und so standen ihm 400 acres Land und ein Grundst\u00fcck in der Stadt als Abfindung zu. Er hatte jedoch wenig Lust zur Farmarbeit und au\u00dferdem kein Kapital. Deshalb ging er im April 1865 weiter nach S\u00fcden, wo bei New Plymouth gegen die Hauhau-Maoris gek\u00e4mpft wurde. Durch seine Artikel war er inzwischen sehr popul\u00e4r und wurde bei einer Reise nach Wellington vom Premierminister empfangen und als Held gefeiert. Nachdem Anfang 66 wieder Frieden geschlossen worden war, nahm er seinen Abschied und lie\u00df sich in Auckland nieder, wo seine Kinder zur Schule gehen konnten. Das zugewiesene Land konnte er f\u00fcr 600 Pfund verkaufen, wodurch die Familie erst einmal keine dr\u00fcckenden Geldsorgen mehr hatte. Er schrieb einige l\u00e4ngere Artikel \u00fcber den Krieg und malte einige Bilder von den K\u00e4mpfen, die heute noch in Neuseeland zu den bekanntesten dieser Art z\u00e4hlen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignleft size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"491\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/tempsky-tod.jpg\" alt=\"Tempskys Tod\" class=\"wp-image-5303\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/tempsky-tod.jpg 700w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/tempsky-tod-300x210.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Templskys Tod<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Doch die ruhige Zeit w\u00e4hrte nicht lange. Im Land herrschte eine hohe Arbeitslosigkeit, und nachdem sich Tempsky vergeblich um eine Stelle im Staatsdienst beworben hatte, sicherte er sich wieder ein Claim. Neue Goldfunde verschlechterten erneut die Beziehungen zu den Maoris, die wieder einzelne Siedler ermordeten. Als Reaktion wurden die Ranger wieder aufgestellt. Diese mal allerdings als berittene Polizeitruppe unter der Bezeichnung &#8222;Armed Constabulary&#8220;. <\/p>\n\n\n\n<p>1868 \u00fcbernahm Tempsky die F\u00fchrung einer Kompanie, wahrscheinlich froh, nun doch nicht nach Gold sch\u00fcrfen zu m\u00fcssen. Es ging wieder gegen die Hauhau-Maoris bei New Plymouth, die einen neuen charismatischem H\u00e4uptling folgten. Dieser war gleichzeitig Priester und setzt sich f\u00fcr eine Wiederbelebung der alten Kulte, auch des rituellem Kannibalismus ein. Die K\u00e4mpfe nahmen an H\u00e4rte zu und konzentrierten sich schlie\u00dflich auf das Maori Dorf &#8222;Te Ngutu-o-te-Manu&#8220;. Im September gerieten dort zwei Kompanien Armed Constabulary und eine Kompanie verb\u00fcndeter Maoris in einen schweren Hinterhalt. Nach den ersten Verlusten flohen viele der neuen Rekruten. Tempsky wollte noch den Widerstand organisieren und erhielt dabei einen Kopfschuss. Einige seiner M\u00e4nner versuchten seine Leiche zu bergen, mussten sich aber nach weiteren Verlusten ebenfalls zur\u00fcckziehen.<br><br>Zwanzig tote Wei\u00dfe waren zur\u00fcckgeblieben und die Maoris feierten ihren gro\u00dfen Sieg. Augenzeuge wurde der amerikanische Deserteur Kimble Bent, der sich den Maoris angeschlossen hatte. Ihr gr\u00f6\u00dfter Triumph war der Tod von &#8222;Manu-rau&#8220;. Sie legten seinen Leichnam auf einen gro\u00dfen Scheiterhaufen und platzierten die anderen Toten um ihn herum. Lediglich einen behielten sie f\u00fcr ihr rituelles Mahl. Die Krieger tanzten mit geschw\u00e4rzten Gesichtern und als der Scheiterhaufen brannte, schickte der H\u00e4uptling die Gefallenen mit einer Rede in den ewigen Schlaf. Ein neuseel\u00e4ndischer Historiker schreibt \u00fcber die Szene: &#8222;Wie der Rauch eines brennenden Wikingerschiffes, eines Bestattungsschiffes, so erhob sich der schwarze Rauch in der Mitte des gr\u00fcnen Waldes. Und so, in wildem Hauch, auf unverf\u00e4lschte heroische Art, verabschiedet von heidnischen Skalden und t\u00e4towierten Recken gingen die gefallenen wei\u00dfen M\u00e4nner von Te Ngutu-o-te-manu&#8220;. Obwohl diese S\u00e4tze sicher etwas schw\u00fclstig klingen, kann man annehmen, dass sie dem Krieger Tempsky als Nachruf gefallen h\u00e4tten.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right has-small-font-size\">\u00a9 Frank Westenfelder &nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Offizier, Goldsucher und Abenteurer.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":5293,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[8,127],"tags":[12,311],"class_list":["post-5291","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-artikel","category-imperialismus","tag-deutsche","tag-pazifik"],"blocksy_meta":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.4 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Von Tempsky - Offizier, Goldsucher und Abenteurer.<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"Den preu\u00dfischen Offizier von Tempsky trieb die Abenteuerlust \u00fcber Nicaragua, nach Neuseeland. 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