{"id":4780,"date":"2025-11-13T18:57:18","date_gmt":"2025-11-13T18:57:18","guid":{"rendered":"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/?p=4780"},"modified":"2025-11-13T18:58:05","modified_gmt":"2025-11-13T18:58:05","slug":"rom-gegen-karthago","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/artikel\/rom-gegen-karthago\/","title":{"rendered":"Rom gegen Karthago"},"content":{"rendered":"\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Der Erste Punische Krieg.<\/h5>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignright size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"400\" height=\"400\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Samniten.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4785\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Samniten.jpg 400w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Samniten-300x300.jpg 300w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Samniten-200x200.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">samnitische Krieger<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Bereits im 5. Jahrhundert, als Rom noch damit besch\u00e4ftigt war sich von der etruskischen Vorherrschaft zu befreien und die umliegenden St\u00e4mme zu unterwerfen, k\u00e4mpften auf Sizilien bereits Karthago und die Griechen von Syrakus um die Vorherrschaft. Allerdings blieb es bei sporadischen K\u00e4mpfen, haupts\u00e4chlich waren die beiden V\u00f6lker mit Handel besch\u00e4ftigt. Als gute Gesch\u00e4ftsleute besch\u00e4ftigten sie in ihren Kriegen auch viele S\u00f6ldner, die beide Seiten gerne auf dem gegen\u00fcber liegenden Festland anwarben. Die italischen St\u00e4mme waren zu dieser Zeit noch sehr rau und kriegerisch und in den Augen der griechischen Kolonisten nicht viel mehr als primitive, r\u00e4uberische Barbaren. Mit der Zeit etablierte sich die Praxis so, dass auf Sizilien oft feste Formationen aus Campanern, Oskern oder anderer Italiker \u00fcber Jahre im Dienst verschiedener St\u00e4dte standen. Bald kamen dann noch die Kelten hinzu, die oft in der N\u00e4he von Ancona angeworben und dann per Schiff nach Syrakus transportiert wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine dieser S\u00f6ldnerformationen oskisch\/samnitischer Herkunft, hatte lange Agathokles dem Tyrannen von Syrakus gedient. Zum Dank und sicher auch zu seinem pers\u00f6nlichen Schutz, hatte er sie in Syrakus angesiedelt. Nach seinem Tod 289 kam es aber zunehmend zu Konflikten zwischen ihnen und ihren griechischen Mitb\u00fcrgern. Wahrscheinlich war geregelte Arbeit und das Zivilleben nichts f\u00fcr die alten Krieger. Schlie\u00dflich wurden sie aus der Stadt verwiesen, k\u00e4mpften dann aber erfolgreich f\u00fcr einen Thronanw\u00e4rter und erhielten wieder B\u00fcrgerrecht. Da sich aber auch dadurch nichts ge\u00e4ndert hatte, mussten sie letzten Endes doch abziehen. Sie marschierten nach Norden. Man sollte aber nicht denken, dass sie vielleicht nach Hause wollten. Dazu waren sie bereits viel zu lange unterwegs und entwurzelt. Sie f\u00fchlten sich bereits als eigenes Volk und nannten sich deshalb &#8222;Mamertiner&#8220; &#8211; S\u00f6hne des Mars &#8211; nach dem Kriegsgott Mars, den sie verehrten. Wahrscheinlich suchten sie neuen Dienst in einer der Griechenst\u00e4dte Siziliens oder S\u00fcditaliens, die st\u00e4ndig untereinander oder mit den St\u00e4mmen in ihrem Hinterland Kriege f\u00fchrten.<\/p>\n\n\n\n<p>Schlie\u00dflich kamen sie nach Messena, einer griechischen Stadt an der Meerenge, die von Agathokles von erobert dem Reich Syrakus einverleibt worden war. Da die B\u00fcrger dachten, mit dieser schlagkr\u00e4ftigen Verst\u00e4rkung ihre Unabh\u00e4ngigkeit von Syrakus erk\u00e4mpfen zu k\u00f6nnen, nahmen sie die Mamertiner gut auf. Doch diese \u00fcberfielen nachts ihre Gastgeber und ermordeten die meisten. Anschlie\u00dfend teilten sie sich den Besitz und die Frauen der Toten und gr\u00fcndeten einen eigenen Staat &#8211; es existieren sogar noch M\u00fcnzen aus ihrer Regierungszeit. Da zur gleichen Zeit Syrakus und Karthago wieder in offenem Krieg miteinander lagen, hatten sie gute Gelegenheit zum eigenen Profit, Raubz\u00fcge zu unternehmen. Sie verheerten das n\u00f6rdliche Sizilien und eroberten sogar einige kleinere St\u00e4dte. Als die Karthager immer mehr die Oberhand gewannen und schlie\u00dflich sogar Syrakus belagerten, rief Syrakus den griechischen K\u00f6nig und S\u00f6ldnerf\u00fchrer Pyrrhus zu Hilfe, der sich gerade in S\u00fcditalien mit den R\u00f6mern schlug.<\/p>\n\n\n\n<p>Pyrrhus f\u00fchrte recht erfolgreich Krieg und dr\u00e4ngte die Karthager schnell zur\u00fcck. F\u00fcr die Mamertiner wurde Lage dadurch schwierig. Sie lebten gut, wenn sich die Gro\u00dfen schlugen. Bei griechischen Sieg, h\u00e4tte man ihnen als Banditen schnell ein Ende gemacht. Also suchten sie also nach Verb\u00fcndeten. Da traf es sich gut, dass die R\u00f6mer w\u00e4hrend der K\u00e4mpfe gegen Pyrrhus 282 eine Garnison campanischer S\u00f6ldner nach Rhegium gelegt hatten. Diese stammten aus der selben Region wie die Mamertiner und sprachen einen \u00e4hnlichen Dialekt. Nach Absprache mit den Mamertinern meuterten sie, erschlugen einen Gro\u00dfteil der B\u00fcrger und machten sich zu Herren der Stadt. Zusammen kontrollierten sie nun die wichtige Meerenge und weiteten ihre r\u00e4uberischen Aktivit\u00e4ten durch Piraterie gewaltig aus. Als Pyrrhus frustriert von den Intrigen der Griechen, die nat\u00fcrlich auch seine Herrschaft nicht wollten, 275 Sizilien verlie\u00df, konnten die Mamertiner ihr Gebiet sehr erfolgreich ausdehnen. Bald kontrollierten sie den gesamten Nordosten der Insel.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch mit dem vorl\u00e4ufigen Ende des Krieges zwischen den Gro\u00dfm\u00e4chten, waren auch die Tage dieser R\u00e4uberrepubliken gez\u00e4hlt. Als erste reagierten die R\u00f6mer. Sie schickten 270 ein Heer nach Rhegium, st\u00fcrmten die Stadt und lie\u00dfen die Gefangenen als Meuterer hinrichten. Auf Sizilien begann sich Hieron, der neue Herrscher von Syrakus, mit den Mamertinern zu besch\u00e4ftigen. In einigen Feldz\u00fcgen konnten er ihnen Teile ihres Gebietes entrei\u00dfen. Dabei profilierte er sich als Vork\u00e4mpfer des Griechentums gegen die Barbaren &#8211; als solche betrachteten die Griechen alle, die vom Festland stammten. Nachdem Hieron neue S\u00f6ldner geworben und auch die Milizen von Syrakus besser ausgebildet hatte, gelang es ihm die Mamertiner vernichtend zu schlagen. In ihrer bedr\u00e4ngten Situation wandten sich diese daraufhin Schutz suchend an Karthago. Die Karthager hatten zwar Frieden mit Syrakus, w\u00fcnschten aber auch keinen allzu starken Machtzuwachs der alten Rivalin. Deshalb nutzten sie die Gelegenheit und legten eine kleine Garnison nach Messena, das dadurch zu einer Art karthagischem Protektorat wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Dies f\u00fchrte zwar dazu, dass Hieron seine Truppen vorerst zur\u00fcckzog, doch Karthagos Macht war weit, denn sie konzentrierte sich im S\u00fcdwesten der Insel um Lilybaeum und Heraclea. Die Mamertiner konnten deshalb nicht sicher sein, dass bei einem neuen Angriff Hierons karthagische Hilfe rechtzeitig eintreffen w\u00fcrde, oder dass Karthago \u00fcberhaupt einen Krieg mit Syrakus riskieren w\u00fcrde. Es mag auch sein, dass die Karthager in Messena damit begannen, die Seer\u00e4uberei der Mamertiner einzuschr\u00e4nken. Schlie\u00dflich waren die Karthager als H\u00e4ndlervolk an guten Gesch\u00e4ften interessiert. Jedenfalls schickten die Mamertiner eine Delegation nach Rom, um sich dem Schutz der Republik zu unterstellen. Dort waren gro\u00dfe Teile des Senats nicht gewillt, auf dieses Angebot einzugehen. Schlie\u00dflich hatte man gerade kurz zuvor den Meuterern von Rhegium ein Ende gesetzt. Warum sollte man nun ein \u00e4hnliches Gebilde besch\u00fctzen und deshalb einen Konflikt mit Syrakus oder Karthago riskieren.<\/p>\n\n\n\n<p>So argumentierten viele Senatoren. Es gab aber auch andere, die &#8222;weiter&#8220; dachten. Sie sprachen von einer guten Gelegenheit, eine feste Basis in Sizilien zu bekommen, sahen sich insgeheim bereits als siegreiche Feldherren nach Rom zur\u00fcckkehren. Da die Kriegstreiber jedoch im Senat keine Mehrheit fanden, wandten sie sich direkt an das Volk und sprachen dort von der historischen Mission Roms, die Westgriechen zu besch\u00fctzen (vor wem eigentlich?). Nat\u00fcrlich versprach ein Krieg in Sizilien auch reiche Beute. In den wohlhabenden Griechenst\u00e4dten war weit mehr zu holen als in den Bergd\u00f6rfern der Samniten oder bei den Galliern im Norden. Gro\u00dfe Probleme sah man nicht, da Pyrrhus in Sizilien leicht gesiegt hatte, nur um dann von den R\u00f6mern geschlagen zu werden. Die Appellation an die Beutegier und den Ruhm des Vaterlandes stie\u00df beim Volk und wahrscheinlich vielen ehemaligen Soldaten auf offene Ohren, so dass der Senat schlie\u00dflich gen\u00f6tigt wurde, das Angebot der Mamertiner anzunehmen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignleft size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"409\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/mamertiner.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4786\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/mamertiner.jpg 600w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/mamertiner-300x205.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Rom hilft den Mamertinern<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Mit dem r\u00f6mischen Schutzbrief in der Tasche kehrte die mamertinische Delegation zur\u00fcck und forderte die karthagische Garnison zum Abzug auf. Da es sich bei diesen mehr um ein symbolisches Kontingent gehandelt hat, leisteten sie auch keinen Widerstand. Nach ihrem Abzug aber schlossen Hieron und Karthago ein B\u00fcndnis und begannen 264 mit der Belagerung. Sie hofften das Piratennest so schnell auszuheben, bevor die R\u00f6mer auf der B\u00fchne erscheinen konnten. Damit war der Krieg da, der als der erste Punische in die Geschichte eingehen sollte. Die R\u00f6mer schickten einen ihrer Hauptkriegstreiber, den Konsul Claudius Caudex mit einem Heer von 20.000 Mann nach Sizilien. Nach l\u00e4ngeren Schwierigkeiten, da die Karthager das Meer kontrollierten, gelang es ihm endlich, mit seiner Armee nachts heimlich nach Messena \u00fcberzusetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor dieser \u00dcbermacht zogen sich Griechen und Karthager kampflos zur\u00fcck. R\u00f6mische Berichte \u00fcber gro\u00dfe Siege werden von modernen Historikern in den Bereich der Legende verwiesen, da Konsul Claudius bei seiner R\u00fcckkehr keinen Triumphzug erhielt. Weder Hieron noch Karthago verf\u00fcgten zu diesem Zeitpunkt \u00fcber die Mittel, sich der r\u00f6mischen Milit\u00e4rmaschine in offener Feldschlacht entgegen zu stellen. Roms gro\u00dfer Vorteil bestand darin, dass es inzwischen ganz Italien bis zur Toskana zielstrebig seinem Imperium einverleibt hatten und damit auf gewaltige Menschenreserven zur\u00fcckgreifen konnten. Zahlreiche italische St\u00e4mme aber auch die Griechenst\u00e4dte und die Etrusker mussten sich an den Kriegskosten beteiligen und als Bundesgenossen Truppen stellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Gegensatz dazu \u00fcbten die Karthager eigentlich nur \u00fcber ihr libysches Hinterland eine so feste Kontrolle aus, dass sie dort auch Truppen ausheben konnten. W\u00e4hrend die R\u00f6mer fast ununterbrochen Eroberungskriege f\u00fchrten, machten die Karthager in erster Linie Gesch\u00e4fte. Nat\u00fcrlich f\u00fchrten sie auch dabei Kriege aber diese dienten dann mehr den Handelsinteressen und sollten Profit bringen. Bei diesen eher begrenzten Unternehmen st\u00fctzten sie sich haupts\u00e4chlich auf S\u00f6ldner, die sie leicht in ihren weit verzweigten Handelsniederlassungen rekrutieren und mit ihren Handelsgewinnen auch bezahlen konnten. R\u00f6mische Autoren haben diesen Gegensatz oft thematisiert und den feigen karthagischen H\u00e4ndlern, die fremde S\u00f6ldner f\u00fcr sich k\u00e4mpfen lie\u00dfen, die tapferen r\u00f6mischen B\u00fcrger, die selbst ins Feld zogen, gegen\u00fcber gestellt. Dieses Vorurteil hat sich bis in die moderne Literatur gehalten und wurde erst von der neuesten Forschung richtig gestellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Karthago war wie gesagt demographisch gar nicht in der Lage gro\u00dfe Armeen aufzustellen. Die meisten Einwohner, die Kriegsdienst leisteten, wurden einfach von der Flotte absorbiert, deren Galeeren einen immensen Menschenbedarf hatten. Die Flotte war Karthagos entscheidendes Machtinstrument und dort diente auch die Mehrzahl seiner B\u00fcrger. Die weit entfernten Garnisonen in \u00dcbersee wurden dagegen mit S\u00f6ldnern besetzt. Da Karthago auch bei weitem nicht so kontinuierlich Krieg f\u00fchrte wie Rom, waren S\u00f6ldner auch hier ein bedeutender Vorteil; sie konnten je nach Bedarf angeworben und anschlie\u00dfend wieder entlassen werden. W\u00e4hrend in dem entscheidenden Krieg zur See also sicher zahlreiche Karthager zum Einsatz kamen, wurden die K\u00e4mpfe auf Sizilien haupts\u00e4chlich mit S\u00f6ldnern gef\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese S\u00f6ldnerheer bietet einen guten \u00dcberblick \u00fcber das, was im 3. Jahrhundert im Mittelmeer zu haben war. Wichtig waren sicher die Libyer, die das Gros der schweren Infanterie stellten. Sie waren zwar zum Teil karthagische Untertanen, f\u00fcr den Dienst in \u00dcbersee wurden aber sicher Freiwillige geworben. Man kann annehmen, dass ihre Ausr\u00fcstung im Wesentlichen der der R\u00f6mer und Griechen glich. F\u00fcr die Phalanx wurden auch viele Griechen in Sizilien selbst aber auch in Griechenland geworben. Dazu kamen Italiker vom Festland, die sich aus verschiedenen Gr\u00fcnden dort abgesetzt hatten oder aus den Legionen desertiert waren. Die r\u00f6mischen Autoren unterschlagen dies zwar gerne, doch in den r\u00f6mischen Friedensvertr\u00e4gen wird st\u00e4ndig die Auslieferung von Deserteuren verlangt. Man sollte hier an Mamertiner und die Meuterer von Rhegium denken, und an den Campaner Spendius, der sp\u00e4ter beim S\u00f6ldneraufstand eine entscheidende Rolle spielte. In der Phalanx k\u00e4mpften auch viele Kelten und Iberer, obwohl diese sicher nur teilweise gepanzert waren. Meistens verf\u00fcgten sie nur \u00fcber Helm und Schild. Allerdings stellten Kelten und Iberer auch Reiter. Der Gro\u00dfteil der Kavallerie kam aber aus Numidien, das nicht unabh\u00e4ngig war aber seit Generationen Werbungen erlaubte. Ein wichtiges Werbegebiet war auch Ligurien, dessen Bergbewohner wahrscheinlich als Leichtbewaffnete vorwiegend mit Wurfspeeren k\u00e4mpften. Besonders wichtig waren die balearischen Schleuderer, die einen hervorragenden Ruf hatten. Diese arme Inselvolk lieferte so viele Schleuderer, dass die ganze Inselgruppe davon ihren Namen erhielt. S\u00f6ldner waren auch die indischen Mahuts, die Elefantenf\u00fchrer. Viele denken wegen Hannibals Elefanten, diese seien eine karthagische Erfindung. In Wirklichkeit waren sie aber von den Diadochen aus Indien ans Mittelmeer gebracht worden. Die Karthager selbst waren erstmals in Kriegen gegen Pyrrhus mit dieser Waffe konfrontiert worden und hatten vorher noch Streitwagen benutzt. Jetzt bezogen sie die indische Elefanten und Mahuts \u00fcber ihre Ph\u00f6nizischen Schwesterst\u00e4dte im Libanon und \u00fcber das Ptolem\u00e4erreich in \u00c4gypten. Es kamen zwar auch nordafrikanische Waldelefanten zum Einsatz, aber diese waren viel kleiner und trugen nur einen Reiter. Die indischen dagegen trugen T\u00fcrme mit Bogensch\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Alle Truppen k\u00e4mpften mit eigenen landestypischen Waffen unter eigenen Anf\u00fchrern. Meistens H\u00e4uptlinge oder deren S\u00f6hne, die den entsprechenden Vertrag mit den karthagischen Werbern abgeschlossen hatten. Zumindest die Anf\u00fchrer mussten sich selbst oder mit Hilfe eines pers\u00f6nlichen Dolmetschers mit dem Heerf\u00fchrer verst\u00e4ndigen k\u00f6nne. Es ist \u00fcberliefert, dass Ansprachen zuerst an die Unterf\u00fchrer gerichtet wurden, die diese dann an ihre Leute weitergaben. Man kann aber annehmen, dass eine Mischung aus Griechisch und Ph\u00f6nizisch als eine Lingua Franca unter den S\u00f6ldnern diente. Diese Mischung hatte den R\u00f6mern gegen\u00fcber sicher den Vorteil der Vielseitigkeit, zudem handelte es sich bei vielen um erfahrene und abgeh\u00e4rtete Krieger. Allerdings war es f\u00fcr jeden Feldherrn sicher \u00e4u\u00dferst schwierig Disziplin und ein geordnetes Zusammenspiel in der Schlacht durchzusetzen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"495\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Karthago-Werbung.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4788\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Karthago-Werbung.jpg 800w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Karthago-Werbung-300x186.jpg 300w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Karthago-Werbung-768x475.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">die Karthager werben S\u00f6ldner<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Am Anfang des punischen Krieges mussten die Werber jedoch erst noch mit ihrer richtigen Arbeit beginnen, und die verschiedenen Kontingente trafen nur langsam auf dem Kriegsschauplatz ein. Die Karthager zogen sich deshalb auf ihre festen St\u00fctzpunkte im S\u00fcden und S\u00fcdosten (Acragas und Lilybaeum) zur\u00fcck. Die R\u00f6mer begannen 263 mit der systematischen Unterwerfung der Insel. Mit zwei Armeen, jede von einem Konsul gef\u00fchrt, r\u00fcckten sie langsam vor. Viele der St\u00e4dte im Inland unterwarfen sich freiwillig beim Herannahen der Legionen. Auch Hieron, der sich nun alleine dem Feind gegen\u00fcber sah, machte Frieden. W\u00e4hrend die Karthager noch damit besch\u00e4ftigt waren, ein gro\u00dfes S\u00f6ldnerheer aufzustellen, marschierten die R\u00f6mer mit beiden Armeen gegen Acragas und begannen mit der Belagerung. Bei der Belagerung hatten die R\u00f6mer starke Verluste durch Ausf\u00e4lle der Garnison und noch mehr durch schlechte Versorgung und Lagerseuchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Unterdessen hatte der karthagische Feldherr Hanno in Heraclea ein starkes S\u00f6ldnerheer gesammelt. Zudem verf\u00fcgte er \u00fcber 60 Elefanten. Als Lage in Acragas immer schlimmer wurde, sah er sich endlich zu einem Entsatzangriff gezwungen. Aber anscheinend war er kein gro\u00dfer Feldherr und konnte auch mit den Elefanten, die hier erstmalig von Karthago eingesetzt wurden, wenig anfangen. Nachdem R\u00f6mer seine erste Linie geworfen hatten, verlor sein zusammen gew\u00fcrfeltes Heer jeden Zusammenhalt und l\u00f6ste sich in einer chaotischen Flucht auf. Daraufhin setzte sich auch Garnison, die sich sehr gut gehalten hatte, in der Nacht unbemerkt ab. Die R\u00f6mer konnten deshalb am n\u00e4chsten Tag die unverteidigte Stadt besetzten. Acragas wurde grausam gepl\u00fcndert und alle Einwohner in die Sklaverei verkauft. Das befriedigte zwar die Legion\u00e4re, machte aber auf die anderen Griechenst\u00e4dten keinen guten Eindruck, so dass sich in der Folgezeit viele K\u00fcstenst\u00e4dte den Karthagern anschlossen. Der Krieg verlagerte sich aber immer st\u00e4rker aufs Meer, das die Karthager als bessere Seeleute weitgehend beherrschten. Erst nach einigen schweren Niederlagen gelang es R\u00f6mern durch die Einf\u00fchrung von Enterbr\u00fccken, mit denen sie die Beweglichkeit der Karthager ausglichen und Landkrieg sozusagen auf See verlegen konnten, auch hier die Oberhand zu gewinnen. 260 schlugen sie die karthagische Flotte vernichtend bei Mylae.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignright size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"450\" height=\"590\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Elefant.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4790\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Elefant.jpg 450w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Elefant-300x393.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Nach gro\u00dfem Seesieg wollten sie den Krieg durch einen Angriff auf Karthago selbst beenden. 256 landete der Konsul Atilius Regulus mit einem gro\u00dfen Heer in Afrika und eroberte Tunis. In Karthago waren weder die Milizen noch die Feldherren den R\u00f6mern gewachsen. So nahmen die Karthager nach langem Z\u00f6gern die Schlacht in ung\u00fcnstigem Gel\u00e4nde an, wo sie weder ihre Elefanten noch ihre Kavallerie einsetzen konnten. Geschlagen mussten sie um Frieden bitten. Da die R\u00f6mer jedoch unannehmbare Bedingungen stellten, warben sie verst\u00e4rkt S\u00f6ldner. Wahrscheinlich fuhren ihre Schiffe auch zum dem ber\u00fchmten Werbeplatz auf dem Peloponnes: dem Kap Tainaron. Denn von dort kam der Spartaner Xanthippos mit vielen Griechen. Er hatte nicht nur Erfahrungen mit Elefanten, sondern nutzte seine Griegen auch, um die karthagische Phalanx auszubilden und zu verst\u00e4rken. Wegen seiner Kenntnisse erhielt er schlie\u00dflich sogar den Oberbefehl. Nachdem er das Heer ausreichend einexerziert hatte, stellte er die R\u00f6mer in offenem Gel\u00e4nde, wo anscheinend seine Elefanten einen durchschlagenden Erfolg erzielten. Sie brachen tief in r\u00f6mische Schlachtordnung ein, viele R\u00f6mer wurden \u00fcberrannt und zertreten. Diejenigen, die zwischen Elefanten durchkamen, trafen auf die von den Griechen trainierte Phalanx und fanden dort ihren Untergang. Das r\u00f6mische Heer wurde fast vollst\u00e4ndig vernichtet und Regulus kam in Gefangenschaft. Xanthippos hatte allerdings nicht viel von dem Sieg. Bald wurde er in Intrigen verwickelt und von m\u00e4chtigen Patriziern angefeindet. Also reiste er ab. Nach einigen r\u00f6mischen Legenden sollen ihn die Karthager sogar ermordet haben, um sich den Sold zu sparen. Das ist allerdings erfunden, da sich Xanthippos sp\u00e4ter in den Diensten von Ptolem\u00e4us III. in \u00c4gypten nachweisen l\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf Sizilien ging der Kleinkrieg indessen weiter. Die R\u00f6mer waren zwar an Kr\u00e4ften deutlich st\u00e4rker, hatten aber nach der Niederlage in Afrika f\u00fcr mehrere Jahre geradezu panische Angst vor Elefanten, so dass sie jede Schlacht vermieden. Die wenigen entkommenen Legion\u00e4re hatten wahre Schauergeschichten \u00fcber Elefanten verbreitet. Mit der Zeit lernten sie jedoch, den Tieren auszuweichen und sie mit Geschossen abzuwehren. Durch den Leichtsinn eines karthagischen Feldherren gelang ihnen schlie\u00dflich sogar ein gro\u00dfer Sieg, bei dem sie alle Elefanten erbeuteten. Da es danach keine karthagische Feldarmee mehr gab, die sich ihnen zur Schlacht stellen konnte, begannen die R\u00f6mer mit der Belagerung der wichtigen Stadt Lilybaeum. Unter dem erfahrenen Himilko verteidigten sich die Karthager jedoch sehr umsichtig. Es gab fast, t\u00e4glich Ausf\u00e4lle, Minen und Gegenminen wurden gegraben. Bei diesen sehr harten K\u00e4mpfen gab es nach Polybius zuweilen mehr Tote als in einer f\u00f6rmlichen Schlacht. Allerdings war die Stadt abgeschnitten und so wurde die Lage immer verzweifelter. Da zudem die S\u00f6ldner schon lange keinen Sold mehr erhalten, planten einige den R\u00f6mern die Stadt zu \u00fcbergeben. Aber ein griechischer S\u00f6ldner, der Achaier Alexon verriet den Plan aus Loyalit\u00e4t an Himilko. Dieser zeigte, wie man mit S\u00f6ldnern in Notlagen umzugehen hatte. Er versammelte ihre Offiziere und versprach ihnen reiche Geschenke, zu den Kelten schickte er einen erfahrenen karthagischen Offizier, der bei ihnen sehr beliebt war und mit ihnen &#8222;in einem kameradschaftlichen Verh\u00e4ltnis stand&#8220;. Zu den anderen schickte er Alexon, der hohes Ansehen hatte. Diese bei den S\u00f6ldnern beliebten Offiziere verb\u00fcrgten sich f\u00fcr die von Himilko versprochenen Geschenke und appellierten an ihre Treue. Dadurch gelang es ihnen &#8222;ohne M\u00fche die S\u00f6ldner zu \u00fcberreden, ihrer Pflicht treu zu bleiben.&#8220; Als die Unterh\u00e4ndler aus dem r\u00f6mischen Lager zur\u00fcckkamen, wurden sie von den S\u00f6ldnern auf den Mauern mit Stein- und Speerw\u00fcrfen verjagt.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem ein karthagischer Konvoi die Blockade durchbrochen und Verst\u00e4rkungen gebracht hatte, wagte Himilko einen neuen Ausfall gegen die bedrohlichen Belagerungswerke. Polybius beschreibt sehr eindringlich die H\u00e4rte dieses Gefechts: &#8222;Denn die Zahl deren, die den Ausfall machten, betrug nicht unter zwanzigtausend, die der Belagerer war noch h\u00f6her. Und da die M\u00e4nner au\u00dfer Reih und Glied, untereinander gemischt, so wie jeder seinen Feind gew\u00e4hlt hatte, miteinander fochten, war der Kampf au\u00dferordentlich hitzig, denn so gro\u00df die Menge auch war, so k\u00e4mpften sie doch Mann gegen Mann, Gruppe gegen Gruppe, mit einer Leidenschaft, wie sie den Gegnern bei Gladiatorenspielen eigen ist.&#8220; Erst als Himilko die Verluste zu stark wurden und er seine Truppen zur\u00fcckrief wurde Kampf abgebrochen und R\u00f6mer konnten ihre Stellung behaupten.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignleft size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"750\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Escalade.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4791\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Escalade.jpg 500w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Escalade-300x450.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">heimlicher Angriff einer Stadt<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Danach kam kein Nachschub mehr in die Stadt. Die R\u00f6mer arbeiteten unerm\u00fcdlich weiter, und schlie\u00dflich gelang es ihnen, einen Teil der Mauer zum Einsturz zu bringen. Die Verteidiger zogen Gegenmauern und k\u00e4mpften verzweifelt um die zerfallenden W\u00e4lle. Die r\u00f6mischen, Rampen, T\u00fcrme und Mauerbrecher schoben sich aber unaufhaltsam weiter vor. Da kam einer der schweren Herbstst\u00fcrme; er besch\u00e4digte viele Belagerungsger\u00e4te, warf einige T\u00fcrme um und wehte Schutzd\u00e4cher weg. W\u00e4hrend die R\u00f6mer noch damit besch\u00e4ftigt waren ihre Maschinen zu sichern, machten einige griechische S\u00f6ldner Himilko auf diese Chance aufmerksam. Der Ausfall stie\u00df mitten in das Chaos, und die S\u00f6ldner schleuderten Brands\u00e4tze in die gut ausgetrocknete Werke, wo das Feuer durch den Sturm richtig entfacht wurden. Es kam zu einem wilden Gemetzel in Rauch und Funkengest\u00f6ber. Schlie\u00dflich war alles vernichtet und die R\u00f6mer hatten furchtbare Verluste. Dennoch setzten sie die Belagerung fort; mussten die Angriffe auf die Mauern aber vorerst einstellen.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend R\u00f6mer nun weitgehend tatenlos vor Lilybaeum lagen, stie\u00dfen sie mit einem anderen Heer an der Nordk\u00fcste nach Westen vor. Dort bem\u00e4chtigten sie sich durch Verrat der Stadt Eryx am Hang des gleichnamigen Berges. Au\u00dferdem besetzten sie den Tempel der Aphrodite auf dem Gipfel und errichteten ein befestigtes Lager am Fu\u00df. Die Karthager schickten daraufhin Hamilkar Barkas als Oberbefehlshaber nach Sizilien. Da Hamilkar den R\u00f6mern an Truppen stark unterlegen war, lieferte er ihnen \u00fcber mehrere Jahre einen erbitterten Kleinkrieg. Die K\u00e4mpfe wurden mit unglaublicher Verbissenheit und Hinterlist gef\u00fchrt. Sogar die R\u00f6mer, die an ihren Gegnern gerne Dekadenz und Feigheit kritisierten, kamen nicht umhin, Ausdauer und Tapferkeit ihrer Gegner in den h\u00f6chsten T\u00f6nen zu loben. Die H\u00e4rte nahm noch einmal zu, als Hamilkar sich 244 der Stadt Eryx bem\u00e4chtigte und damit eine Stellung zwischen den r\u00f6mischen Truppen auf dem Gipfel und dem Lager im Tal hatte. Polybius spricht von &#8222;unerh\u00f6rter Tapferkeit&#8220;, &#8222;jeder Art von Entbehrungen&#8220; und &#8222;einem \u00dcberma\u00df der Leiden&#8220;. Die Lage der Karthager war sicher noch um einiges schwieriger, denn Nachschub kam nur noch \u00e4u\u00dferst sporadisch. Hamilkar musste seine S\u00f6ldner gr\u00f6\u00dftenteils durch Raub ern\u00e4hren und mit Versprechungen bei der Stange halten. Dennoch h\u00f6rt man wenig von Verrat. Seit Jahren ohne Sold hielten sie aus in der gl\u00fchenden Hitze des Sommers und im Winter. Lediglich von einer gr\u00f6\u00dferen Truppe Kelten wird berichtet, dass sie sich offensichtlich nicht mehr l\u00e4nger mit leeren Versprechungen abspeisen lassen wollten. Sie boten den R\u00f6mern an, ihnen die Stadt Eryx zu \u00fcbergeben. Als ihr Verrat jedoch entdeckt wurde, liefen sie zum Gegner \u00fcber. Die R\u00f6mer nahmen sie in Sold und legten sie in den Tempel auf dem Gipfel. Da aber auch der r\u00f6mische Sold ausblieb, pl\u00fcnderten sie das Heiligtum. Dennoch wollten die R\u00f6mer anscheinend nicht auf sie verzichten, denn erst bei Kriegsende entledigten sie sich der unzuverl\u00e4ssigen Truppe, die sie dann den Epiroten als Hilfskontingent zur Verf\u00fcgung stellten.<br><br>Trotz ihrer \u00fcberlegenen Milit\u00e4rmaschine gelang es den R\u00f6mern nicht Sizilien vollst\u00e4ndig zu erobern. Die S\u00f6ldner hielten stand. Erst als sie durch einen entscheidenden Seesieg der R\u00f6mer v\u00f6llig abgeschnitten waren, und Karthago 241 Frieden machte, waren sie zum Abzug bereit. Dieses zusammen gew\u00fcrfelte Kriegsvolk aus Libyern, Kelten, Iberern, Ligurern, Balearen, Griechen, Numidiern, Italikern, Sikelern und sicher noch einigen anderen hatte den R\u00f6mern \u00fcber Jahre diese erbitterten K\u00e4mpfe geliefert. Gut gef\u00fchrt hatten sie alle Strapazen ertragen und sich haupts\u00e4chlich mit Versprechungen vertr\u00f6sten lassen. R\u00f6mische und in in ihrem Gefolge leider auch moderne Autoren betonen immer wieder gerne die \u00dcberlegenheit der &#8222;Legionen von B\u00fcrgern, die f\u00fcr ihr Vaterland k\u00e4mpften&#8220; gegen\u00fcber den &#8222;Abenteurern und halbwilden Kriegern&#8220; [so z.B. Fischer Weltgeschichte, Bd., S.83]. Wir k\u00f6nnen das leider nicht so sehen. Nat\u00fcrlich k\u00e4mpften die S\u00f6ldner f\u00fcr kein &#8222;h\u00f6heres Ziel&#8220;, aber gerade deshalb, ohne diesen moralischen R\u00fcckhalt, mussten sie viel professioneller und letzten Endes auch tapferer sein als die B\u00fcrgersoldaten, die sich ihrer Pflicht ja kaum entziehen konnten. Wahrscheinlich waren sie zu dieser Zeit einfach die besten Soldaten des Mittelmeerraumes. Die R\u00f6mer sahen dies trotz aller Propaganda sicher genau so, denn sie verboten den Karthagern im Friedensvertrag nicht die Aufstellung eines B\u00fcrgerheeres, sondern die Rekrutierung fremder S\u00f6ldner.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right has-small-font-size\">\u00a9 Frank Westenfelder<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Erste Punische Krieg.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":4793,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[68,8],"tags":[74,280,73],"class_list":["post-4780","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-antike","category-artikel","tag-karthago","tag-kelten","tag-rom"],"blocksy_meta":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.4 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Rom gegen Karthago - Kriegsreisende<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/artikel\/rom-gegen-karthago\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Rom gegen Karthago - 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