{"id":4483,"date":"2025-08-28T13:15:20","date_gmt":"2025-08-28T13:15:20","guid":{"rendered":"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/?p=4483"},"modified":"2025-08-28T13:15:21","modified_gmt":"2025-08-28T13:15:21","slug":"skalpjager-in-nordmexiko-ii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/artikel\/skalpjager-in-nordmexiko-ii\/","title":{"rendered":"Skalpj\u00e4ger in Nordmexiko II."},"content":{"rendered":"\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die Glanton Gang<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Liest man \u00fcber die Erfolge von James Kirker und seiner Skalpj\u00e4ger, erscheint das mexikanische Milit\u00e4r als eine Bande nutzloser Feiglinge, die Bev\u00f6lkerung kaum besser als Schafe, die geraubt oder ermordet wurden. Die grausamen und kriegerischen Apachen terrorisierten v\u00f6llig ungehemmt ganz Nordmexiko, bis ihnen von nordamerikanischen Skalpj\u00e4gern erste schwere Niederlagen beigebracht wurden, die dabei selbst nur \u00e4u\u00dferst geringe Verluste hatten.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignleft size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"578\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/mexiko-soldaten.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4486\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/mexiko-soldaten.jpg 500w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/mexiko-soldaten-300x347.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">mexikanische Soldaten<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dabei wird allerdings gerne der v\u00f6llig desolate Zustand des mexikanischer Soldaten \u00fcbersehen. Der preu\u00dfische Reisende von Tempsky beschreibt eine auf einer gro\u00dfen Hacienda stationierte Gruppe so: <em>&#8222;Das hungrige und elende Aussehen dieser Krieger lie\u00df mich ein wenig an ihren F\u00e4higkeiten zweifeln, Comanchen einen wirksamen Kampf zu liefern. In Wahrheit ist es kein Wunder, dass ihre Kampfbegeisterung auf einem niedrigen Niveau ist, da sie meist in den Dienst gepresst werden. Sie sind oft halb verhungert, da sie ihren Sold nicht regelm\u00e4\u00dfig erhalten. Und als Kr\u00f6nung werden sie von ihren Offizieren, die noch gr\u00f6\u00dfere Feiglinge sind als sie selbst sind, brutal misshandelt. An diesem Ort mussten sie ihre Lebensmittel zu \u00fcberh\u00f6hten Preisen kaufen, in einem Laden des Besitzers der Hacienda, zu dessen Schutz diese armen Elenden dort stationiert waren; doch er stellte ihnen die einfachsten lebensnotwendigen Dinge so unmenschlich hoch in Rechnung, dass ihr Lohn nicht immer ausreichte, um ihren Hunger zu stillen!&#8220;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein anderer Reisender \u00e4u\u00dfert sich mehr zur Bewaffnung: <em>&#8222;Die Soldaten sahen so arm und elend aus, wie sie nur sein konnten. Einige trugen Uniformst\u00fccke; andere waren nur in Lumpen gekleidet; einige sa\u00dfen auf Maultieren, und andere gingen barfu\u00df. Alle waren mit kurzen Lanzen bewaffnet, wie die Ciboleros, aber nur wenige hatten rostige Musketen.&#8220;<\/em> Mit der Bewaffnung der Bev\u00f6lkerung sah es \u00e4hnlich aus. Der Ort Real de San Lorenzo war sicher nicht untypisch. Dort gab es 89 M\u00e4nner; 30 hatten Feuerwaffen, 38 Bogen und Pfeile, die anderen bestenfalls Lanzen, Keulen oder Messer.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In den 1840er Jahren k\u00e4mpften mexikanische Soldaten wie Apachen und Comanchen vorwiegend mit Lanzen. Feuerwaffen waren knapp und unzuverl\u00e4ssig. Au\u00dferdem waren die meisten aus Mangel an Munition keine guten Sch\u00fctzen. Von Tempsky berichtet von einem vornehmen Mexikaner, der beritten mit dem &#8222;Schwert seiner Vorfahren&#8220; gegen mehrere mit Lanzen bewaffnete Comanchen k\u00e4mpfte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Trotz ihrer erb\u00e4rmlichen Ausr\u00fcstung verteidigten die Soldaten die gr\u00f6\u00dferen Orte und f\u00fcgten den Apachen auch die eine oder andere Niederlage zu. Das Hauptproblem war dabei, dass sie in dem riesigen Gebiet viel zu wenige waren, dazu nur zum Teil und oft schlecht beritten um die Apachen erfolgreich zu verfolgen oder gar offensiv gegen sie vorzugehen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignright size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"557\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/skalpjager.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4494\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/skalpjager.jpg 500w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/skalpjager-300x334.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Skalpj\u00e4ger in der popul\u00e4ren Literatur der Zeit<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kirker und die Skalpj\u00e4ger dagegen waren erfahrene J\u00e4ger und hatten den Apachen jahrelang Waffen und Alkohol gegen Pferde und Maultiere verkauft. Das hei\u00dft sie waren hervorragend beritten und bewaffnet. Anstatt der veralteten Musketen hatten sie B\u00fcchsen (rifles) mit gezogenem Lauf; viele benutzten auch die ganz neuen Colt-Revolver. Vor allen Dingen aber nutzte Kirker &#8211; wie auch sein Vorg\u00e4nger Johnson &#8211; mehrmals seine guten Gesch\u00e4ftsbeziehungen zu den Apachen, um sie v\u00f6llig unerwartet nach M\u00f6glichkeit betrunken zu \u00fcberfallen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Solche Feinheiten wurden nat\u00fcrlich in den USA nicht wahrgenommen. Dort wurden Erfolge von M\u00e4nnern wie Kirker gerne als Ausdruck einer nat\u00fcrlichen \u00dcberlegenheit wei\u00dfer, protestantischer Angelsachsen interpretiert. Man sprach gerne von &#8222;Manifest Destiny&#8220;, dem g\u00f6ttlichen Willen, der die Nordamerikaner dazu bestimmt hatte, sich den gesamten Kontinent untertan zu machen. Diese Ideologie lieferte die Rechtfertigung f\u00fcr Vertreibung und Ausrottung der indigenen Bev\u00f6lkerung und schlie\u00dflich den Vorwand um Mexiko fast sein halbes Staatsgebiet abzunehmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Mexikanisch-Amerikanische Krieg hatte durch die milit\u00e4rischen Operationen an der Apachenfront f\u00fcr relative Ruhe gesorgt. Sobald jedoch der Frieden unterzeichnet und die meisten Truppen wieder abgezogen und demobilisiert waren, nahmen die Apachen ihre Raubz\u00fcge in gewohnter Weise wieder auf. Die mexikanischen Bundesstaaten reagierten relativ schnell, indem sie wieder Pr\u00e4mien f\u00fcr Skalps anboten. Anstelle einzelner Vereinbarungen verabschiedete Chihuahua im Mai 1849 nun das so genannte &#8222;5. Gesetz&#8220; (Ley Quinto). Der Krieg gegen die Apachen wurde darin zu einer staatlichen Priori\u00e4t erkl\u00e4rt. F\u00fcr diesen Krieg konnte die Regierung ausdr\u00fccklich auch Ausl\u00e4nder anwerben. F\u00fcr Skalps von Frauen und Kindern wurden 150 Pesos offeriert und f\u00fcr die von Kriegern 200 Pesos. Durango, Sonora, Coahuila folgten schnell mit \u00e4hnlichen Regelungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da schon der Wert eines Kinderskalps mehr als einem durchschnittlichen Jahresgehalt entsprach (der Peso war etwas mehr wert als ein Dollar), entwickelte das Gesetz eine starke Anziehungskraft auf Leute, die sich eine solche T\u00e4tigkeit zutrauten. Obwohl von Anfang an auch einige Mexikaner auf dem Gebiet aktiv waren, dominierten bald Gl\u00fccksritter von jenseits der Grenze die Szene.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die meisten von ihnen waren ehemalige Texas Ranger oder Angeh\u00f6rige \u00e4hnlicher Freiwilligenformationen, die gegen Mexiko gek\u00e4mpft hatten und sich nun nach dem Frieden nach neuen T\u00e4tigkeitsfeldern umsahen. Da kurz zuvor in Kalifornien Gold gefunden worden war, zogen tausende auf dem Landweg nach Westen. W\u00e4hrend die \u00fcberwiegende Mehrheit der Goldsucher nat\u00fcrlich versuchte den &#8222;blutr\u00fcnstigen Wilden&#8220; aus dem Weg zu gehen, waren f\u00fcr ehemalige Texas Ranger die Skalppr\u00e4mien eher eine Gelegenheit die Reisekasse aufzubessern. Der bekannteste von ihnen war ein gewisser John Joel Glanton.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignleft size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"400\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/scouts.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4492\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/scouts.jpg 600w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/scouts-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">US-Army Scouts<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach eigenen Aussagen stammte Glanton aus South-Carolina. Als er 1835 mit sechzehn Jahren nach Texas kam, war er bereits f\u00fcr seine Gewaltt\u00e4tigkeit bekannt. Angeblich wurde seine Jugendliebe kurz darauf von Apachen entf\u00fchrt und ermordet. Im Texanischen Unabh\u00e4ngigkeitskrieg diente er als Hauptmann bei den Texas Rangern und war einer der ganz wenigen \u00dcberlebenden des Goliad-Massakers. Man kann diese Ereignisse in den Bereich der Legende verweisen, sie dienten wohl haupts\u00e4chlich dazu, seine tiefe Abneigung gegen Apachen und Mexikaner zu rechtfertigen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend des Mexikanisch-Amerikanische Krieges war er dann als &#8222;Free Ranger&#8220;, das hei\u00dft als eine Art Scout, bei den Truppen von General Zachary Taylor, der ihn wegen der Ermordung eines Zivilisten vors Kriegsgericht stellen wollte. Glanton verschwand daraufhin erst einmal, tauchte dann aber wieder bei anderen Einheiten auf, wo man mehr Verst\u00e4ndnis f\u00fcr seine Art von Kriegsf\u00fchrung hatte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei Kriegsende wurde er entlassen und scheint kurz darauf mit ungef\u00e4hr 30 Gleichgesinnten Richtung Kalifornien aufgebrochen zu sein. M\u00f6glicherweise ging ihnen unterwegs das Geld aus, oder sie erfuhren einfach von der M\u00f6glichkeit mit Skalps ihr Gl\u00fcck zu machen. Jedenfalls pr\u00e4sentierte sich Glanton 1849 mit dieser Truppe in Chihuahua und bot dem Gouverneur seine Dienste bei der Bek\u00e4mpfung der Apachen an.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Noch im selben Jahr konnten sie ein gro\u00dfes Winterlager der Apachen am Grand Canyon \u00fcberfallen. Sie sollen dabei ungef\u00e4hr 250 Skalpe erbeutet haben, bevor sich die Apachen gesammelt hatten, und sie sich vor der \u00dcbermacht zur\u00fcckziehen mussten. In Chihuahua wurden sie von der Bev\u00f6lkerung mit gro\u00dfem Jubel empfangen. Der Gouverneur lie\u00df eine Siegesparade abhalten, und die Feiern und Saufgelage erstreckten sich angeblich \u00fcber einen Monat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als sie endlich wieder loszogen, mussten sie festellen, dass es schwieriger geworden war, an die begehrte Beute zu kommen. Die Apachen hatten sich in sicherere Regionen zur\u00fcckgezogen und waren besser auf der Hut. Glantons M\u00e4nner konnten nun von keinem gro\u00dfen Massaker mehr berichten, brachten aber immer wieder einige der Troph\u00e4en nach Chihuahua und kassierten daf\u00fcr die zugesagten Pr\u00e4mien. Doch bald kamen h\u00e4ssliche Ger\u00fcchte auf, dass Glantons Truppe nun friedliche Mexikaner ermordete und skalpierte. Wahrscheinlich war ihnen dabei auch der eine oder andere Zeuge entkommen, denn die Regierung von Chihuahua k\u00fcndigte bald den Vertrag mit ihm, und er musste sich hastig absetzen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignright size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"392\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/pueblo-mexico.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4493\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/pueblo-mexico.jpg 600w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/pueblo-mexico-300x196.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Truppe zog weiter nach Sonora. Dort wurden zwar nur 50 Pesos pro Skalp bezahlt, daf\u00fcr hatte der Gouverneur aber keine Probleme Glanton unter Vertrag zu nehmen. Doch das Gesch\u00e4ft lief auch hier nicht gut. Apachen waren schwer zu finden und erwiesen sich als \u00e4u\u00dferst kriegerisch. Glantons M\u00e4nner hatten mehrmals Tote und Verwundete. In dieser Zeit stie\u00df Samuel Chamberlain zu ihnen, der sp\u00e4ter von seinen Erlebnisse in ihren Reihen einen Bericht hinterlie\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Chamberlain hatte bei den Dragonern am Mexikanisch-Amerikanischen Krieg teilgenommen, und war dabei auch Glanton und einigen der Texas Ranger seiner Truppe begegnet. Als seine Einheit nach dem Krieg nach Kalifornien geschickt wurde, desertierte er auf dem Weg und schloss sich in Sonora Glantons Truppe an. Er traf dort einige alte Bekannte. Allerdings waren bereits einige der Texas Ranger nach Kalifornien weitergezogen und durch eine buntere Mischung ersetzt worden. &#8222;Da waren M\u00e4nner aus Sonora, Cherokees und Delawares, Frankokanadier, Texaner, Iren, ein Schwarzer und ein vollbl\u00fctiger Comanche in dieser Gruppe von Skalpj\u00e4gern.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie diese Skalpj\u00e4ger &#8222;arbeiteten&#8220; berichtet Chamberlain dann detailliert. W\u00e4hrend das Gros der Truppe im Norden von Sonora in dem kleinen Dorf Fronteras lagerte, war Glanton mit 10 Mann aufgebrochen, um bei den Beh\u00f6rden die Pr\u00e4mien f\u00fcr die 37 erbeuteteten Skalps zu kassieren. Nach f\u00fcnf Tagen kamen sie allerdings ohne Geld zur\u00fcck, und drei von ihnen waren verwundet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sie berichteten Folgendes: Nach zwei Tagen entdeckten sie nachts ein Lager mit Mexikanern. Da sie vermuteten, dass diese Sachen von Wert bei sich hatten, beschlossen sie diese zu \u00fcberfallen. Um Mitternacht st\u00fcrmten sie dann unter wildem Kriegsgeschrei das Lager, worauf die meisten Mexikaner panisch vor den vermeintlichen Apachen flohen. Sie lie\u00dfen drei Tote zur\u00fcck und f\u00fcnf Frauen, von denen drei sofort erschlagen wurden, &#8222;da sie alt und h\u00e4sslich waren&#8220;. Die Toten wurden dann alle skalpiert. Ansonsten war die erwartete Beute bescheiden, denn sie behielten nur ein paar Decken. Damit und den beiden Frauen ritten sie die ganze Nacht durch, da sie eine Verfolgung f\u00fcrchteten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als sie sich endlich in Sicherheit f\u00fchlten, vergewaltigten sie die gefangenen Frauen den ganzen Tag \u00fcber, bis sie am Abend von einer Gruppe Verfolger eingeholt wurden. Um keine Zeugen zur\u00fcckzulassen, wurden die beiden Frauen nun ebenfalls ermordet und skalpiert. Dann griffen sie \u00fcberraschend mit dem Kriegsgeheul der Apachen und Lanzen ihre Verfolger an und konnten deren Reihen durchbrechen, wobei drei von ihnen verwundet wurden. Nachdem sie ihre Verfolger abgesch\u00fcttelt hatten erreichten sie schlie\u00dflich das Lager mit acht zus\u00e4tzlichen Skalps.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignleft size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"440\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/glanton-gang.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4495\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/glanton-gang.jpg 700w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/glanton-gang-300x189.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Glantons Gang auf dem Marsch (Aquarell von Chamberlain)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von den Frauen hatte Glanton erfahren, dass deren Gruppe nach Kalifonien gewollt hatte, um dort Gold zu suchen. Da die Skalpjagd zunehmend problematisch wurde, erschien die Goldsuche den meisten eine gute Alternative und so wurde beschlossen, nach Kalifornien zu ziehen. Vor dem endg\u00fcltigen Abmarsch schickten sie aber nochmals eine Gruppe los, um die Pr\u00e4mien f\u00fcr die erbeuteten Skalps zu kassieren. Sie waren sehr vorsichtig da sie bef\u00fcrchteten, dass etwas von ihren letzten Morden durchgesickert sein k\u00f6nnte. Doch diese waren eher hilfreich, da nun die Apachen wieder als ganz dringendes Problem galten. Der Regierungsvertreter bezahlte problemlos f\u00fcr alle Skalps. Die &#8222;mexikanischen gingen als gute indianische durch&#8220;, schreibt Chamberlain.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach einem weiteren gro\u00dfen Bes\u00e4ufnis, bei dem ihnen Glanton eine baptistische Predigt \u00fcber Verdammnis und Erl\u00f6sung hielt, brachen sie nach Norden auf. Sie zogen mehrere Tage durch die W\u00fcste, bis sie von einer gro\u00dfen Gruppe Apachen angegriffen wurden. Obwohl sie den ersten Angriff noch gut abschlagen konnten, wurde die Situation im Laufe des Tages immer kritischer. Als sie sich am Abend verschanzten, fehlten 14 Mann, und von den restlichen 24 waren 7 verwundet. Da 4 davon nicht mehr reiten konnten, mussten sie auf Glantons Befehl aus &#8222;Gnade&#8220; get\u00f6tet werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Durch einen \u00e4u\u00dferst strapazi\u00f6sen Marsch, dem zwei weitere Verwundete zum Opfer fielen, konnten sie den Apachen schlie\u00dflich entkommen, und sie erreichten den Gila, der zu der Zeit die Grenze zwischen den USA und Mexiko bildete. Sie folgten dem Gila bis zum Colorado. Der Colorado war hier zu m\u00e4chtig um ihn zu \u00fcberqueren, aber ein paar Meilen flussabw\u00e4rts betrieben Angeh\u00f6rige des Stammes der Yuma eine F\u00e4hre. Da diese F\u00e4hre von allen potentiellen Goldsuchern auf dem s\u00fcdlichsten Weg nach Kalifornien benutzt werden musste, war sie ein hervorragendes Gesch\u00e4ft.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignright size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"450\" height=\"368\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/glanton.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4496\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/glanton.jpg 450w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/glanton-300x245.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Glanton, der wahrscheinlich noch nie viel von der m\u00fchseligen Goldw\u00e4scherei gehalten hatte, erkannte sofort die M\u00f6glichkeiten. &#8222;Dies wird unser El Dorado, unsere Goldmine,&#8220; teilte er seinen M\u00e4nnern mit. Obohl sich einige dagegen aussprachen, war die Mehrheit einverstanden. Die unbewaffneten Yuma wurden vetrieben, einige der jungen Frauen gefangen genommen und die beiden F\u00e4hrboote erbeutet. anschlie\u00dfend errichteten sie am Fluss aus Steinen eine primitive Schanze. Als die Yumas am n\u00e4chsten Tag ihre F\u00e4hrboote und Frauen zur\u00fcck verlangten, erschossen sie einige davon. &#8222;Aus alter Gewohnheit&#8220; wurden sie skalpiert, wie Chamberlain berichtet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nachdem die Yumas ausreichend erschreckt schienen, wurde der F\u00e4hrbetrieb aufgenommen. T\u00e4glich setzten sie eine gr\u00f6\u00dfere Anzahl Mexikaner \u00fcber den Fluss, von denen sie 4 Dollar pro Kopf erhielten. Glanton ritt nach San Diego und kaufte dort Whisky und Lebensmittel. Nach seiner R\u00fcckkehr hatte er bereits neue Gesch\u00e4ftsideen. Er wollte nun erfolgreiche Goldsucher auf der Heimreise ermorden und ausrauben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das gab nun Chamberlain und drei anderen den entscheidenden Ansto\u00df. Sie beschlossen sich heimlich abzusetzen. W\u00e4hrend der Gro\u00dfteil der Truppe noch ihren Rausch ausschlief, ritten die vier los, angeblich um Feuerholz zu sammeln. Sie waren bereits ein gutes St\u00fcck vom Lager entfernt, als sie beobachten konnten, wie dieses von den Yumas \u00fcberfallen wurde. Widerstand gab es kaum, fast alle wurden im Schlaf \u00fcberrascht und erschlagen. Das war das Ende von John Joel Glanton und seiner ber\u00fcchtigten Gang.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit Glantons Tod verschwanden die nordamerikanischen Skalpj\u00e4ger aus Mexiko. Das Gesch\u00e4ft wurde von Einheimischen \u00fcbernommen. Aber es wurde zunehmend schwieriger und gef\u00e4hrlicher an die Beute zu kommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Literatur:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Smith, Ralph Adam<br>The Scalp Hunter in the Borderlands 1835-1850<br>in: Arizona and the West, Vol. 6, No. 1 (Spring, 1964), S. 5-22<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Secrest, William B.<br>When the Great Spirit Died: The Destruction of the California Indians, 1850-1860<br>2003<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sepich, John<br>Notes on Blood Meridian<br>2008<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Chamberlain, Samuel<br>My Confessions. Recollections of a Rogue<br>Austin c1996 <\/p>\n\n\n<p><!-- \/wp:post-content --><\/p>\n<p class=\"has-text-align-right has-small-font-size\">\u00a9 Frank Westenfelder<\/p>\n<p><!-- \/wp:paragraph --><\/p>\n<p><!-- \/wp:post-content --><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Glanton Gang<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":4484,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[8,127],"tags":[268,247,130],"class_list":["post-4483","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-artikel","category-imperialismus","tag-mexiko","tag-security","tag-usa"],"blocksy_meta":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.9 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Skalpj\u00e4ger in Nordmexiko II. - Kriegsreisende<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/artikel\/skalpjager-in-nordmexiko-ii\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Skalpj\u00e4ger in Nordmexiko II. - 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