{"id":410,"date":"2024-10-04T13:51:22","date_gmt":"2024-10-04T13:51:22","guid":{"rendered":"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/?p=410"},"modified":"2026-05-25T11:16:40","modified_gmt":"2026-05-25T11:16:40","slug":"reiternomaden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/artikel\/reiternomaden\/","title":{"rendered":"Reiternomaden"},"content":{"rendered":"\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Berittene Bogensch\u00fctzen als Eroberer und S\u00f6ldner.<\/h5>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignleft size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"626\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/skythe.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5520\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/skythe.jpg 500w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/skythe-300x376.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">skythischer Bogensch\u00fctze ca. 500 v.Chr.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine der revolution\u00e4rsten Neuerungen in der Geschichte der Milit\u00e4rtechnik war mit Sicherheit die Nutzbarmachung des Pferdes. Man nimmt an, dass dies irgendwann Mitte des 2. Jahrtausends v. Chr. in den zentralasiatischen Steppen gelang. Das Pferd dient seinem Besitzer nicht nur als Lasttier und Schutzschild es erh\u00f6ht vor allem seine Geschwindigkeit um rund das Zehnfache. Pferde verhalfen also zu entscheidenden Vorteile bei Mobilit\u00e4t und Versorgung im Kampf gegen langsame und schwerf\u00e4llige Infanterieaufgebote. Sollte sich die Infanterie im Kampf dennoch als unerwartet stark erweisen, so war f\u00fcr die Reiter nichts einfacher als die Schlacht zu vermeiden und dem Gegner durch schnelle \u00dcberf\u00e4lle und Abschneiden der Versorgung so lange zuzusetzen, bis er m\u00fcrbe war. Die passende Waffe f\u00fcr diese Taktik, der Komposit- oder Reflexbogen kam wahrscheinlich aus den gleichen Regionen wie das Pferd. Beim Reflexbogen werden Holzstreifen mit Tiersehnen und Horn in einem langwierigen Prozess verleimt. Seine Herstellung kann fast ein Jahr dauern und erfordert gro\u00dfes handwerkliches K\u00f6nnen. Da der Reflexbogen entgegen seiner nat\u00fcrlichen Kr\u00fcmmung gespannt wird, betr\u00e4gt seine Spannung und damit seine Durchschlagskraft das Vielfache von der eines normalen Bogens. Gegen\u00fcber dem europ\u00e4ischen Langbogen, der \u00e4hnliche Werte erreicht aber erst im Mittelalter entwickelt wurde, hat der Reflexbogen den Vorteil, dass er k\u00fcrzer ist und deshalb vom Pferd aus verwendet werden kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Anfangs waren die domestizierten Pferde allerdings noch lange zu schwach, um einen Reiter auf ihren Schultern tragen zu k\u00f6nnen. Man ben\u00fctzte sie deshalb lange zum Ziehen von Streitwagen. Niemand kann mit Genauigkeit sagen wo der Streitwagen zuerst entwickelt wurde. Es liegt jedoch auf der Hand seine Heimat dort zu vermuten, wo das Pferd domestiziert wurde. Die zentralasiatischen Hirtennomaden werden die Pferde anfangs dazu benutzt haben, ihr Hab und Gut auf Wagen ziehen zu lassen. Mit der Zeit haben sie dann wahrscheinlich die Erfahrung gemacht, dass sich von einem kleinen schnellen Wagen aus ihre Herden sehr gut \u00fcberwachen und dirigieren lie\u00dfen. Mitte des 2. Jahrtausends v. Chr. m\u00fcssen sie dann bei den \u00fcblichen \u00dcberf\u00e4llen auf ihre se\u00dfhaften Nachbarn ihre gewaltige milit\u00e4rische \u00dcberlegenheit festgestellt haben. Denn dann \u00fcberst\u00fcrzten sich die Dinge mit einer f\u00fcr die damalige Zeit und die gewaltigen R\u00e4ume geradezu unglaublichen Geschwindigkeit. Um 1700 v. Chr. fielen die mit Streitwagen ausger\u00fcsteten Hyksos in \u00c4gypten ein, um 1500 v. Chr. wurde das Zweistromland von Streitwagenk\u00e4mpfern \u00fcberrannt, kurz danach Indien und wenig sp\u00e4ter China.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Verglichen mit der sesshaften Bev\u00f6lkerung waren die Eroberer jedoch in verschwindend kleinen Gruppen gekommen, was dazu f\u00fchrte, dass sie entweder schnell assimiliert oder nach einigen Generationen vertrieben wurden. Ihre \u00fcberlegene Milit\u00e4rtechnik wurde jedoch \u00fcbernommen und der Streitwagen verbreitete sich in nur drei Jahrhunderten als entscheidende Waffe in ganz Eurasien, von den britischen Inseln \u00fcber das Zweistromland bis nach Indien und China. Man nimmt an, dass bei den K\u00e4mpfen der einzelnen Reiche Nomaden immer wieder als S\u00f6ldner geworben wurden und dabei auch als eine Art Instruktoren und Lehrmeister die Verbreitung der neuen Technik f\u00f6rderten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit ihren adligen Streitwagenk\u00e4mpfern und ihren Infanterieaufgeboten waren die alten Hochkulturen nicht nur in der Lage sich gegen r\u00e4uberische Nomaden zu sch\u00fctzen, sie konnten auch ihrerseits hier und da zum Gegenangriff vorgehen. Das \u00e4nderte sich, als im 8. Jahrhundert v. Chr das Pferd durch Z\u00fcchtung soweit war, dass es effektiv als Reittier verwendet werden konnte. Bald darauf begann das Reitervolk der Kimmerier, das seinerseits von den viel st\u00e4rkeren Skythen verfolgt wurde, in Kleinasien einzubrechen. Die Reiter waren den Streitwagenk\u00e4mpfern an Geschwindigkeit und Flexibilit\u00e4t und dadurch an Kampfkraft noch einmal gewaltig \u00fcberlegen. Sie kamen \u00fcber die Se\u00dfhaften mit der Gewalt einer Naturkatastrophe und erschienen diesen dann als eine von Gott gesandte Strafe. So schrieb der Prophet Jeremiah \u00fcber einen Einfall der Skythen, dem ganz Pal\u00e4stina zum Opfer fiel: &#8222;Die Tochter Zion ist wie eine liebliche Aue; aber es werden Hirten \u00fcber sie kommen mit ihren Herden [\u2026]. Siehe es kommt ein Volk von Mitternacht, ein gro\u00dfes Volk wird sich erheben vom Ende der Erde. Sie f\u00fchren Bogen und Speer, sind grausam und ohne Erbarmen. Sie brausen daher wie ein ungest\u00fcmes Meer und reiten auf Rossen, ger\u00fcstet als Kriegsleute, gegen dich, du Tochter Zion.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"533\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/hunnen.jpg\" alt=\"Hunnensturm. Popul\u00e4re Darstellung 19. Jahrhundert\" class=\"wp-image-5523\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/hunnen.jpg 800w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/hunnen-300x200.jpg 300w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/hunnen-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Hunnensturm. Popul\u00e4re Darstellung 19. Jahrhundert<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kimmerier verw\u00fcsteten Lydien verschwanden dann aber schnell von der Bildfl\u00e4che, von den Skythen dagegen kann man sich Dank arch\u00e4ologischer Funde und historischer Quellen ein gewisses Bild machen. Herodot hat sie als wilde, blutr\u00fcnstige Krieger beschrieben: &#8222;Wenn ein Skythe seinen ersten Feind erlegt, trinkt er von dessen Blut. Die K\u00f6pfe aller, die er in der Schlacht t\u00f6tet bringt er dem K\u00f6nig. Wenn er einen Kopf bringt, erh\u00e4lt er seinen Beuteanteil, sonst nicht. Sie ziehen den Sch\u00e4deln die Haut ab [\u2026]. Der Reiter bindet die Haut an den Z\u00fcgel seines Pferdes und prahlt damit. Wer die meisten hat, gilt f\u00fcr den tapfersten Helden. Vielfach macht man sogar Kleider aus diesen Kopfh\u00e4uten. Sie werden zusammengen\u00e4ht wie die Hirtenpelze.&#8220; Aus den Sch\u00e4deln ihrer schlimmsten Feinde machten sie vergoldete Trinkbecher. Auch von Verwandten, die sie im Streit erschlagen haben. Wenn sie einem Gast einen Trank daraus vorsetzten, liebten sie es bei dieser Gelegenheit von ihren K\u00e4mpfen und Siegen zu erz\u00e4hlen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Man k\u00f6nnte jetzt erwarten, dass der zivilisierte Grieche Herodot von diesen barbarischen Sitten abgesto\u00dfen w\u00e4re, aber er erscheint im Gegenteil eher tief beeindruckt von der wilden Vitalit\u00e4t und der damit verbundenen milit\u00e4rischen St\u00e4rke der Skythen. Denn er schreibt zusammenfassend: &#8222;Mu\u00df nicht ein Volk un\u00fcberwindlich und unnahbar sein, das weder St\u00e4dte noch Burgen baut, seine H\u00e4user mit sich f\u00fchrt, Pfeile vom Pferd herab schie\u00dft, nicht vom Ackerbau, sondern von der Viehzucht lebt und auf Wagen wohnt?&#8220;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignright size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"580\" height=\"279\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/skythen-kampf.jpg\" alt=\"k\u00e4mpfende Skythen\" class=\"wp-image-415\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/skythen-kampf.jpg 580w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/skythen-kampf-300x144.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 580px) 100vw, 580px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was Herodot an den Skythen ganz offensichtlich bewundert ist nicht nur ihre F\u00e4higkeit als Reiter mit Pfeil und Bogen zu k\u00e4mpfen, sondern vor allem auch die H\u00e4rte und Mobilit\u00e4t des Nomaden. Nat\u00fcrlich lernten auch die Sesshaften zu reiten, aber hier bevorzugte man die schwerf\u00e4llige gepanzerte Adelsreiterei, berittene Bogensch\u00fctzen mussten immer unter Nomaden geworben werden. In der Antike war nicht ohne Grund die allgemeine Vorstellung verbreitet, Nomaden seien aggressiv und w\u00fcrden die Se\u00dfhaften berauben. Armut und eine lebensfeindliche Umwelt wurden f\u00fcr ihr &#8222;elendes Wanderleben&#8220; verantwortlich gemacht, das von Kampf und Gewalt gepr\u00e4gt war. Bei vielen Nomaden ist es \u00fcblich in Notzeiten Alte und Kinder auszusetzen. Schon von Kindesbeinen an werden sie an den Kampf gew\u00f6hnt, beim Schutz der Herden und beim Streit um Wasser- und Weidepl\u00e4tze. Kein Ritterheer kann ohne Tross und gesicherten Nachschub lange \u00fcberleben. Ein Nomade dagegen zieht mit seinen Tieren und lebt von ihnen. Ein Deutscher, der um 1400 lange in den <a href=\"https:\/\/www.kriegsreisende.de\/mittelalter\/schiltberger.htm\">Reihen der Mongolen<\/a> gek\u00e4mpft hatte berichtete sp\u00e4ter fasziniert, dass sie keinerlei Getreide a\u00dfen, sondern sich ausschlie\u00dflich von Fleisch, Kamel- und Stutenmilch ern\u00e4hrten, dass sie rohes Fleisch in Leinen wickelten, um es unter seinem Sattel m\u00fcrbe zu reiten, und in der Not sogar das Blut ihrer Pferde tranken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Milit\u00e4rhistoriker John Keegan geht sogar noch einen Schritt weiter. Seiner Ansicht nach entwickeln Hirten eine ganz besonders F\u00e4higkeit zum gezielten T\u00f6ten, sie selektieren Tiere und t\u00f6ten sie mit einem schnellen Sto\u00df. \u00c4hnlich seien sie dann auch mit den Aufgeboten der benachbarten b\u00e4uerlichen Bev\u00f6lkerung umgegangen. Sie umfassten die Flanken, selektierten und t\u00f6teten die &#8222;Leittiere&#8220;, sie wu\u00dften wie man mit Drohgeb\u00e4rden &#8222;die tr\u00e4ge Masse dem eigenen Willen unterwarf&#8220;. Die Kampfweise der Hunnen, Mongolen und T\u00fcrken entsprach genau diesem Muster.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignleft size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"266\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/skythe.jpg\" alt=\"skythischer Bogensch\u00fctze\" class=\"wp-image-417\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wahrscheinlich h\u00e4tte keine Hochkultur dem Ansturm der Reiternomaden widerstehen k\u00f6nnen, wenn diese nicht das grundlegende Problem gehabt h\u00e4tten, ihre Pferde ern\u00e4hren zu m\u00fcssen. Ohne Ruhe und ausreichendes Futter sterben Pferde schnell. Reiternomaden ben\u00fctzen zwischen 10 und 20 Pferden pro Kopf, deshalb ist leicht einzusehen, dass ein gro\u00dfes Heer gewaltige Weidefl\u00e4chen ben\u00f6tigt. In Europa stie\u00dfen die Hunnen, Mongolen und Ungarn deshalb auch nur so weit vor, dass sie in einem Feldzug ihre festen Weidefl\u00e4chen in der ungarischen Tiefebene wieder erreichen konnten. Auch die Skythen haben sich entweder nach ihren Raubz\u00fcgen wieder in die Steppen n\u00f6rdlich des Schwarzen Meers zur\u00fcckgezogen, oder sind in den fremden V\u00f6lkern aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignright size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"200\" height=\"331\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/skythen-tattoo.jpg\" alt=\"skythische T\u00e4towierung\" class=\"wp-image-418\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/skythen-tattoo.jpg 200w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/skythen-tattoo-181x300.jpg 181w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Sesshaften lernten es schlie\u00dflich sich mit Hilfe von Grenzbefestigungen, Panzerreitern und Sch\u00fctzen &#8211; die Chinesen erfanden wahrscheinlich in diesem Zusammenhang die Armbrust &#8211; gegen die \u00dcberf\u00e4lle der Reiternomaden zur Wehr zu setzen. Doch auch danach blieben diese als S\u00f6ldner begehrt. skythische S\u00f6ldner wurden von Persern, \u00c4gyptern, Indern und Chinesen verwendet, und auch einige griechische Tyrannen haben sich mit ihrer Hilfe an der Macht gehalten. So gelang es den Athenern zwar um 560 v.Chr. den Tyrannen Peisistratos zu vetreiben, doch er kehrte mit fremden S\u00f6ldern &#8211; vor allem skythischen Bogensch\u00fctzen &#8211; zur\u00fcck und blieb bis zu seinem Tod an der Macht. Die Skythen dienten den Tyrannen als Leibwache, sogenannte &#8222;Doryphoroi&#8220; und als eine Art Polizeitruppe in Athen. Gerade bei Unruhen und Stra\u00dfenk\u00e4mpfen waren die leichtbewaffneten Skythen den schwerf\u00e4lligen <a href=\"https:\/\/www.kriegsreisende.de\/antike\/hopliten.htm\">Hopliten<\/a> weit \u00fcberlegen, \u00fcber die nicht ohne Grund gesagt wurde, dass sie sich immer ein ebenes Gel\u00e4nde suchen mussten, um ihre Phalanx aufstellen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Einige griechische Vasenmalereien dieser Epochen zeigen skythische Krieger in ihrer typischen Tracht: Hosen, spitzer M\u00fctze und meistens mit dem Reflexbogen bewaffnet. Aus Gr\u00e4berfunden kennt man ihre Vorliebe f\u00fcr Gold, Menschenopfer und T\u00e4towierungen. Diese T\u00e4towierungen am ganzen K\u00f6rper waren wahrscheinlich wie die Rituale und Troph\u00e4en, von denen Herodot berichtet, Teil der Initiationsriten der Krieger. Die Skythen und die ihnen eng verwandten Sarmaten geh\u00f6rten zur indoeurop\u00e4ischen Sprachfamilie aber als Kriegerkultur waren sie ein Produkt der s\u00fcdrussischen und zentralasiatischen Steppen. Nach ihnen kamen von dort Hunnen, Ungarn, Mongolen und T\u00fcrken, die \u00e4hnliche Taktiken verwendeten. Aber auch die <a href=\"https:\/\/www.kriegsreisende.de\/antike\/belisar.htm\">germanischen Goten<\/a> oder die slawischen <a href=\"https:\/\/www.kriegsreisende.de\/absolutismus\/kosaken.htm\">Kosaken<\/a> lernten in diesen Regionen den Kampf zu Pferde. Auf der anderen Seite verloren viele Reiterv\u00f6lker, wenn sie sich zu lange von ihren Weidepl\u00e4tzen entfernten viel von ihrer alten, nomadischen H\u00e4rte. So ben\u00f6tigten die Enkel Dschingis Khans, die als Kaiser \u00fcber China herrschten, st\u00e4ndig frischen Nachschub aus der Mongolei. Und die Nachkommen der Moguleroberer in Indien verlangten immer wieder nach neuen abgeh\u00e4rteten Rekruten aus Persien, Buchara und Korasan.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right wp-block-paragraph\">\u00a9 Frank Westenfelder &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berittene Bogensch\u00fctzen als Eroberer und S\u00f6ldner.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":5519,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[68,8],"tags":[72,69,71],"class_list":["post-410","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-antike","category-artikel","tag-antike","tag-barbaren","tag-nomaden"],"blocksy_meta":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.1 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Reiternomaden - Kriegsreisende<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/artikel\/reiternomaden\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Reiternomaden - 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