{"id":24,"date":"2024-09-19T17:21:54","date_gmt":"2024-09-19T17:21:54","guid":{"rendered":"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/?p=24"},"modified":"2026-01-16T16:50:14","modified_gmt":"2026-01-16T16:50:14","slug":"die-waraegergarde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/artikel\/die-waraegergarde\/","title":{"rendered":"Die War\u00e4gergarde"},"content":{"rendered":"\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Die Wikinger in Byzanz<\/h5>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei der War\u00e4gergarde in Byzanz handelt es sich um eine der ganz wenigen S\u00f6ldnereinheiten, deren Geschichte nach Jahrhunderten gerechnet werden kann. M\u00f6glicherweise wird die Dauer ihres Dienstes und die Anzahl der von ihr bestandenen Schlachten nur von den Schweizern in franz\u00f6sischem Sold \u00fcbertroffen. Doch w\u00e4hrend die Schweizer lediglich ins benachbarte Frankreich ziehen mussten, in Zeiten, in denen es bereits feste Postverbindungen und diplomatische Vertretungen gab, mussten die Nordm\u00e4nner bis ans Ende der ihnen bekannten Welt reisen. F\u00fcr die Byzantiner kamen sie aus dem fernen Thule, von dem nur Sagen und Legenden berichteten.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignleft size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"330\" height=\"432\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/waraeger-map.jpg\" alt=\"die Wege der War\u00e4ger\" class=\"wp-image-27\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/waraeger-map.jpg 330w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/waraeger-map-229x300.jpg 229w\" sizes=\"auto, (max-width: 330px) 100vw, 330px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bereits im 9. Jahrhundert waren schwedische Wikinger entlang der Fl\u00fcsse in das Gebiet des sp\u00e4teren Russland eingedrungen. Sie kamen als H\u00e4ndler oder als R\u00e4uber, je nachdem wie sie die M\u00f6glichkeiten eines guten Gewinns einsch\u00e4tzten. Bald errichten sie erste befestigte Handelspl\u00e4tze und begannen damit die einheimische Bev\u00f6lkerung zu unterwerfen. Um 850 hatten sie u.a. in Nowgorod und Kiew eigene F\u00fcrstent\u00fcmer errichtet, in denen die Wikinger jedoch nur eine d\u00fcnne Oberschicht stellten, die sich zudem zur Sicherung ihrer Macht schnell mit slawischen Adelsfamilien verschw\u00e4gerten. Die Slawen nannten die Nordm\u00e4nner &#8222;Rus&#8220;, und bald wurde dieser Name f\u00fcr das gesamte unter der F\u00fchrung Kiews vereinte Reich benutzt. Oft wurde jedoch auch die Bezeichnung &#8222;War\u00e4ger&#8220; verwendet, womit entweder ein Fremder, der Kriegsdienst genommen hat, gemeint war, oder ein Mann, der zu einer Vereinigung von H\u00e4ndlern oder Kriegern geh\u00f6rte. Manchmal wurden zwar beide Begriffe synonym verwendet. Mit der Zeit bezeichnete man mit Rus jedoch die fest ans\u00e4ssige Adelsschicht, die sowohl skandinavische wie auch slawische Wurzeln hatte, und mit War\u00e4ger die aus Skandinavien stammen Krieger, die weiterhin ins Land kamen, um Handel zu treiben, oder ihre Schwerter an die Rus zu vermieten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei ihren Kriegen und internen Fehden warben die F\u00fcrsten der Rus bevorzugt neue K\u00e4mpfer aus dem Norden, was durch die bestehenden Handelsrouten und alte Verwandtschaftsbeziehungen erm\u00f6glicht wurde. Da die Rus urspr\u00fcnglich als H\u00e4ndler und Piraten gekommen waren, lag es in der Natur der Sache, dass sie von Kiew den Dnjepr weiter hinab fuhren, das schwarze Meer durchquerten und im reichen Byzanz das wirklich lohnende Objekt ihrer Begierde erblickten. Den ersten Angriff unternahmen sie bereits 860, weitere folgten bis zu dem letzten gro\u00dfen 1043. Zwischen diesen erfolglosen Angriffen trieben die Kiewer F\u00fcrsten jedoch in bester Wikingertradition flei\u00dfig Handel mit Byzanz, heirateten byzantinische Prinzessinnen und lieferten S\u00f6ldner. Und so erstaunt es nicht, dass die Daten \u00fcber die Verwendung &#8222;russischer&#8220; S\u00f6ldner in byzantinischen Diensten noch h\u00e4ufiger sind als die russischer \u00dcberf\u00e4lle. Wenn man den anderen nicht berauben konnte, so trieb man eben mit ihm Handel oder nahm sein Geld als S\u00f6ldner.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Byzanz trafen die War\u00e4ger zudem auf den einzigen Staat in Europa, dessen Finanzwesen es noch erlaubte, S\u00f6ldner regelm\u00e4\u00dfig zu bezahlen. Neben den von den einzelnen Milit\u00e4rdistrikten &#8211; den Themen &#8211; aufgebrachten Truppen, besch\u00e4ftigten die Byzantiner zahlreiche Fremde: Normannen, Ungarn, T\u00fcrken, Lombarden, Georgier, Armenier, Araber, Slawen und viele andere. Die ersten &#8222;russischen&#8220; Krieger werden 902 bei einer Expedition nach Kreta erw\u00e4hnt. Da die \u00fcberlieferten Namen alle nordischen Ursprungs sind, kann man davon ausgehen, dass es sich bei dieser 700 Mann starken Hilfstruppe haupts\u00e4chlich um War\u00e4ger handelte. Weitere folgten und die War\u00e4ger scheinen schnell ein fester Bestandteil im byzantinischen Vielv\u00f6lkerheer geworden zu sein.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignright size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"450\" height=\"318\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/waraeger.jpg\" alt=\"War\u00e4ger beim Handel\" class=\"wp-image-28\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/waraeger.jpg 450w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/waraeger-300x212.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zu einer festen Institution wurden die War\u00e4ger jedoch durch die Machtk\u00e4mpfe in Kiew. Wladimir der j\u00fcngste von drei Br\u00fcdern hatte zuerst &#8222;\u00fcbers Meer&#8220; (nach Schweden ) fliehen m\u00fcssen und war dann mit zahlreichen War\u00e4gern zur\u00fcckgekehrt und hatte den Thron erobert. Danach stand er wahrscheinlich vor dem Problem, dass er seine Verb\u00fcndeten auf Dauer nicht bezahlen konnte, diese aber noch wenig Lust versp\u00fcrten, in ihre Heimat zur\u00fcckzukehren. Ungest\u00fcm sollen sie von ihm verlangt haben, ihnen den Weg nach Miklagard &#8211; der gro\u00dfen Stadt wie sie Byzanz nannten &#8211; zu zeigen. 987 schickte Wladimir dann 6.000 dieser unruhigen Krieger an Kaiser Basileos II., der vor allem mit Hilfe dieser Truppe seinen Anspruch auf den Thron durchsetzen konnte. Von da an wurden die War\u00e4ger, zur &#8222;Axt tragenden Wache&#8220;, zum Kern der kaiserlichen Leibgarde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In den folgenden Jahren k\u00e4mpften die War\u00e4ger in Syrien, beim Angriff auf Damaskus, in Armenien und in Sizilien. Allerdings kamen die ankommenden Nordm\u00e4nner nicht automatisch in die Garde. Diese war ein \u00e4u\u00dferst exklusiver Verein; ihre Angeh\u00f6rigen erhielten h\u00f6heren Sold, wurden beim Beutemachen bevorzugt und hatten das Privileg, beim Tod eines Kaisers den Palast zu pl\u00fcndern. Zudem kann man sich gut vorstellen, dass gerade der byzantinische Hof noch andere Erwerbsquellen bot f\u00fcr Leute, die eventuell des Kaisers Ohr erreichen konnten. Stellungen in der Garde wurden deshalb f\u00fcr gutes Geld verkauft, und viele Neuank\u00f6mmlinge dienten erst in anderen War\u00e4gereinheiten, bis sie das notwendige Kapital beisammen hatten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Kampf bew\u00e4hrten sich alle War\u00e4ger meistens hervorragend, wodurch sie bald in den Ruf der byzantinischen Elitetruppe schlechthin kamen. So berichtet ein Chronist von den K\u00e4mpfen in S\u00fcditalien 1018 gegen Normannen und Langobarden: &#8222;Als der Kaiser erfuhr, dass tapfere Ritter in sein Land eingefallen waren, schickte er seine besten Soldaten gegen sie. In den ersten drei Schlachten siegten die Normannen, als sie aber auf die Russen trafen, wurden sie vernichtend geschlagen und ihre Armee wurde vollst\u00e4ndig zerst\u00f6rt.&#8220; Als in der Schlacht bei Bero\u00eb (1122) gegen die Petschenegen zuerst die Griechen und dann auch die fr\u00e4nkischen S\u00f6ldner versagten, riefen die Berater des Kaisers nach dessen &#8222;Weinschl\u00e4uchen&#8220;, wie die Gardisten anscheinend auch genannt wurden. Diese griffen ohne zu z\u00f6gern an und brachten die Entscheidung. Besonders gesch\u00e4tzt wurde allerdings ihre Loyalit\u00e4t, die sie nach Anna Komnena geradezu wie ein geheiligtes Erbe von Generation zu Generation weitergaben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Ausl\u00e4nder hatten sie mit den Kabalen und Intrigen am byzantinischen Hof nur wenig zu tun. Zudem waren sie wahrscheinlich schon von Kindheit an dazu erzogen worden, dem die Treue zu halten, der sie bezahlte und beschenkte. Man sollte aber auch nicht den exotischen Reiz untersch\u00e4tzen den eine solche Garde barbarischer Riesen mit ihren fremden Waffen f\u00fcr das Hofzeremoniell hatte. So hatten sich auch schon Caligula und Nero eine germanische Leibwache gehalten, an der sie neben Mut und Treue vor allem auch die K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe &#8211; das Gardema\u00df &#8211; gesch\u00e4tzt haben sollen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignleft size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"280\" height=\"417\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/runen.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-29\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/runen.jpg 280w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/runen-201x300.jpg 201w\" sizes=\"auto, (max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nachdem die War\u00e4ger erst einmal eine feste Institution geworden waren, erwies sich die Verbindung zwischen Skandinavien und Byzanz geradezu als idealtypisch f\u00fcr die S\u00f6ldnerwerbung. Auf der einen Seite stand das reiche Imperium mit seinem konstanten Bedarf an zuverl\u00e4ssigen Truppen, auf der anderen arme b\u00e4uerliche Regionen, deren kriegerische Bev\u00f6lkerung in ganz Nordeuropa nach M\u00f6glichkeiten suchte, ihr Gl\u00fcck zu machen. Zu den War\u00e4gern aus Schweden kamen deshalb auch bald welche aus D\u00e4nemark und Norwegen. Selbst aus dem fernen Island machten sich einige auf den Weg. Manche Runeninschriften auf Gedenksteinen in Skandinavien erinnern noch an das Schicksal dieser verlorenen S\u00f6hne. Z.B.: &#8222;f\u00fcr Folkbj\u00f6rn, der in Griechenland starb&#8220; oder &#8222;aufgestellt von Vefar f\u00fcr seinen Bruder, der in Arabien starb.&#8220; Wesentlich weniger k\u00fcnden von einem gl\u00fccklicheren Schicksal, wie der eines gewissen Mursi, von dem es hei\u00dft: &#8222;Er machte viel Geld f\u00fcr seine Erben in Griechenland.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dennoch scheinen gerade die gl\u00fccklichen Heimkehrer die beste Werbung gewesen zu sein. So berichtet die Laxdaelasaga von dem Isl\u00e4nder Bolli Bollason, der nach Byzanz zog und dort in der War\u00e4gergarde zum Offizier aufgestiegen viele Jahre diente. Seine Heimkehr um 1030 wird so beschrieben: &#8222;Bolli brachte viel Geld und viele Kostbarkeiten mit sich, die ihm der gro\u00dfe Herr gegeben hatte. Er hatte so reiche Kleider bei seiner Heimkehr, dass er nur solche aus Purpur und Samt trug, und alle seine Waffen waren mit Gold eingelegt. Man nannte ihn Bolli den Pr\u00e4chtigen. Bolli ritt von seinem Schiff mit elf Gef\u00e4hrten, die alle die feinsten Kleider trugen und auf vergoldeten S\u00e4tteln sa\u00dfen. Alle waren sch\u00f6ne M\u00e4nner, aber Bolli war mit Abstand der sch\u00f6nste. Er trug Kleider aus Samt, die ihm der Kaiser gegeben hatte und \u00fcber ihnen einen Mantel aus edlem rotem Stoff. An seiner Seite trug er sein Schwert Fu\u00dfbei\u00dfer, dessen Griff mit Gold eingelegt war, ebenso die Schneide. Er trug einen goldenen Helm und hatte einen roten Schild an seiner Seite, auf dem mit Gold ein Ritter gemalt war. [\u2026] Und wo auch immer sie die Nacht verbrachten, starrten die Frauen nur auf den pr\u00e4chtigen Schmuck von Bolli und seinen Gef\u00e4hrten.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Passage erinnert den modernen Leser sicher nicht ganz ohne Grund an die Heimkehr des in der Fremde erfolgreichen Emigranten, der im Mercedes und mit Goldketten beh\u00e4ngt in seinem Heimatdorf vorf\u00e4hrt; und man sollte sich vorstellen, welche Auswirkungen solche Erz\u00e4hlungen in dem bitterarmen Island hatten, wo normale Bauern bis ins 20.Jahrhundert in finsteren Erdh\u00f6hlen wohnten, Trockenfisch das t\u00e4gliche Brot ersetzte und gekochte Schafsk\u00f6pfe eine Delikatesse waren.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignright size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"250\" height=\"393\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/rus.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-30\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/rus.jpg 250w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/rus-191x300.jpg 191w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es machten sich aber nicht nur arme Bauerns\u00f6hne auf den weiten Weg. Byzanz wurde auch zu einem Refugium f\u00fcr solche, die vor dem Gesetz oder der Blutrache auf der Flucht waren, oder die ein Machtwechsel in der Heimat ins Exil getrieben hatte. Am ber\u00fchmtesten ist hier sicher Harald Sigurdarson, der sp\u00e4ter als Harald Hardrada K\u00f6nig von Norwegen wurde. Er war der j\u00fcngere Halbbruder des norwegischen K\u00f6nigs Olaf II., und musste mit diesem vor den D\u00e4nen nach Schweden ins Exil fliehen. Wie so viele dieser Prinzen, die im Laufe der Geschichte ihr Gl\u00fcck als S\u00f6ldner in der Fremde suchen mussten, hatte er wahrscheinlich immer noch eine Gruppe Getreuer bei sich und konnte durch seinen Namen auch andere Norweger an sich ziehen. Das bedeutete, dass er seine Karriere nicht als einfacher S\u00f6ldner beginnen musste, sondern gleich eine komplette ihm treu ergebene Truppe anbieten konnte. Von Schweden fuhr Harald erst einmal nach Kiew und trat dort f\u00fcr einige Jahre in den Dienst von F\u00fcrst Jaroslav. 1034 kam er dann mit 500 Mann nach Byzanz.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Garde hatte man jedoch am Anfang keine Verwendung f\u00fcr Harald oder er konnte den Eintrittspreis nicht bezahlen, und so wurden er und seine M\u00e4nner erst einmal bei der Flotte zur Bek\u00e4mpfung arabischer Piraten eingesetzt. Von 1038 bis 41 k\u00e4mpften sie dann unter dem ber\u00fchmten byzantinischen Feldherren Georgios Maniaces in Sizilien gegen die Araber. Es war ein \u00e4u\u00dferst harter und langwieriger Krieg, in dem die Byzantiner zwar auch empfindliche Niederlagen einstecken mussten, letzten Endes jedoch einen Gro\u00dfteil Siziliens zur\u00fcckeroberten. F\u00fcr die War\u00e4ger war es sicher eine gute Gelegenheit, reiche Beute zu machen. Harald machte sich jedenfalls w\u00e4hrend dieser K\u00e4mpfe einen gro\u00dfen Namen und wurde wahrscheinlich nach seiner R\u00fcckkehr nach Byzanz Mitglied der Garde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er hatte inzwischen gro\u00dfe Reicht\u00fcmer angeh\u00e4uft. Denn in der Heimskringla wird berichtet, dass er einen gewaltigen Schatz an F\u00fcrst Jaroslav von Kiew schickte, um ihn dort in Sicherheit zu wissen. Ein guter Teil stammte sicher aus Sizilien, aber auch schon vorher hatte ihm die Piratenbek\u00e4mpfung die M\u00f6glichkeit geboten, einiges auf die Seite zu schaffen. Denn er musste pro Schiff 100 Mark an den Kaiser abgeben, den Rest konnte er f\u00fcr sich und seine M\u00e4nner behalten. Nach dem Krieg auf Sizilien k\u00e4mpfte er in Bulgarien, und anschlie\u00dfend wurde er mit seiner Truppe als Steuereintreiber eingesetzt, was ebenfalls gro\u00dfe M\u00f6glichkeiten zur Bereicherung bot. Harald scheint diese ausgiebig genutzt zu haben, denn er wurde schlie\u00dflich wegen Unterschlagung ins Gef\u00e4ngnis geworfen. Zwei Isl\u00e4nder, die als Offiziere in der Garde dienten, sollen sein Schicksal geteilt haben. Die War\u00e4ger, die solche Unterschleife als ihr gutes Recht betrachteten, waren offensichtlich emp\u00f6rt. Denn es wird berichtet, dass der neue Kaiser Michael V. fortan skythische Sklaven als Leibw\u00e4chter besch\u00e4ftigte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Durch diese Ereignisse hatten die War\u00e4ger viel Einfluss verloren. Sie sa\u00dfen nun murrend in ihren Kasernen und ihre Offiziere konspirierten. Eine Gelegenheit bot sich bald. Als Michael V. den Bruder des gestorbenen Kaisers, den m\u00e4chtigen Eunuchen Johannes, und die Kaiserwitwe Zoe entmachtete, kam es zu einem gro\u00dfen Volksaufstand in Byzanz, dem sich bald einige War\u00e4ger anschlossen. Beim ersten Angriff auf den Palast werden bereits Krieger mit \u00c4xten erw\u00e4hnt. W\u00e4hrend noch der Kampf um den Palast tobte, befreiten die Verschw\u00f6rer einige der wichtigsten H\u00e4ftlinge. Unter ihnen Harald, der f\u00fcr die Loyalit\u00e4t der Truppe sorgen sollte. Dem Onkel des Kaisers war es mittlerweile gelungen die Verteidigung des Palastes zu organisieren und mit Bogensch\u00fctzen und Ballisten die Volksmassen zur\u00fcckzutreiben. Bald trafen auch Truppen aus Sizilien ein, die sich den Verteidigern anschlossen. Unter ihnen befanden sich wahrscheinlich auch War\u00e4ger, so dass sie nun auf beiden Seiten k\u00e4mpften. Wahrscheinlich gelang es jedoch Harald und anderen Offizieren, viele von ihnen zum Seitenwechsel zu \u00fcberreden. Schlie\u00dflich wurde der Palast in einer \u00e4u\u00dferst blutigen Schlacht genommen. Die War\u00e4ger, die hierbei die Speerspitze bildeten, bahnten sich mit ihren Lang\u00e4xten den Weg in die Kapelle, wo sie den Kaiser und seinen Onkel am Altar ergriffen. Die beiden wurden nach byzantinischem Brauch kurz darauf geblendet und es ist sicher, dass die War\u00e4ger diese Arbeit \u00fcbernahmen, nach den nordischen Sagen soll es Harald sogar selbst ausgef\u00fchrt haben: &#8222;Harald setzte eine bittere Marke auf den tapferen Mann, und der K\u00f6nig der Griechen reiste auf einem schlimmen Weg.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Neben dieser Henkersarbeit scheint Harald auch die Aufgabe \u00fcbernommen zu haben, die loyalen War\u00e4ger abzuurteilen und hinrichten zu lassen. Es versteht sich von selbst, dass Harald alle seine alten \u00c4mter zur\u00fcckerhielt und von seinen Unterschlagungen nicht mehr die Rede war. Zudem wird er bei den K\u00e4mpfen um den Palast und den folgenden S\u00e4uberungen auch wieder seinen Schnitt gemacht haben. Bald darauf erfuhr er, dass der Sohn seines verstorbenen Bruders Magnus auf den norwegischen Thron gelangt war. Wahrscheinlich dachte er sich als erfahrener Krieger, dass ihm dieser Platz wesentlich besser zust\u00fcnde und machte sich auf den Weg. Nach den Sagen wollte ihn der Kaiser nicht gehen lassen, und er musste heimlich mit Hilfe einer Geliebten entfliehen. Wahrscheinlich nutzte er jedoch einen Kriegszug, um sich mit seiner Truppe nach Kiew abzusetzen. Dort blieb er einige Zeit und heiratet die Tochter von F\u00fcrst Jaroslav, bis er nach Norwegen zur\u00fcckkehrte, wo er K\u00f6nig wurde. 1066 fiel der alte K\u00e4mpe dann bei dem Versuch England zu erobern in der Schlacht bei Stamford Bridge.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Beispiel Haralds zeigt, dass auch die War\u00e4ger manchmal in die internen Machtk\u00e4mpfe hineingezogen wurden. Dass sie sich jedoch gegen den Kaiser stellten blieb eine Ausnahme, die nur damit zu erkl\u00e4ren ist, dass man ihnen zuvor einige ihrer Privilegien entzogen und einige popul\u00e4re Offiziere ins Gef\u00e4ngnis geworfen hatte. Als die byzantinische Armee 1071 in die ungl\u00fcckliche Schlacht bei Manzikert zog, meuterten die fr\u00e4nkischen und normannischen Ritters\u00f6ldner bereits auf dem Marsch; die Teilnahme an der Schlacht selbst wussten sie dann geschickt zu vermeiden. Die War\u00e4ger dagegen fielen an diesem Tag fast alle um den Kaiser, der dann gefangen genommen wurde. Auch 1081 bei den K\u00e4mpfen um die Kaiserkrone zwischen Nikephoros und Alexios, blieben die War\u00e4ger fast als einzige treu bei Nikephoros, w\u00e4hrend dessen deutsche S\u00f6ldner Alexios heimlich ein Tor von Byzanz \u00f6ffneten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Regierungszeit Alexios kam es dann zu einigen wichtigen Ver\u00e4nderungen. Erstens scheint der klassische Nachschubweg \u00fcber Kiew und die russischen Fl\u00fcsse langsam versiegt zu sein. Das lag zum Teil daran, dass das Kiewer Reich immer st\u00e4rker in Teilf\u00fcrstent\u00fcmer zerfiel, die sich gegenseitig befehdeten. Andererseits wurden Pilgerreisen ins Heilige Land immer popul\u00e4rer, wodurch die Seewege von Nordeuropa ins Mittelmeer besser erschlossen wurden. Nat\u00fcrlich kamen auch weiterhin War\u00e4ger aus Kiew, doch unter ihnen befand sich ein immer h\u00f6herer Anteil slawisch sprechender Krieger. Viele waren sicher reine Slawen, andere waren die Abk\u00f6mmlinge ehemaliger Nordm\u00e4nner, die nun schon seit Generationen im Kiewer Reich lebten. Doch pl\u00f6tzlich stellten sich neue Krieger in immer gr\u00f6\u00dferen Zahlen ein. Nachdem die Normannen 1066 England erobert hatten, zogen es viele der alteingesessenen Geschlechter vor, ihr Gl\u00fcck in der Fremde zu suchen. Anfangs scheinen es mehr d\u00e4nischst\u00e4mmige Familien aus dem so genannten Danelaw gewesen zu sein, die auf den Spuren ihrer Vettern nach Byzanz zogen. Doch bald folgten so viele Angelsachsen, dass sie zeitweise die Mehrzahl der War\u00e4gergarde stellten. Ein Chronist unterschied jetzt zwischen &#8222;Inglinoi&#8220;, &#8222;Rhos&#8220; und &#8222;Vrangoi&#8220;, d.h. zwischen Angelsachsen, Russen und Skandinaviern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die folgenschwerste Ver\u00e4nderung war jedoch, dass Byzanz mit den Normannen in Italien ein neuer und besonders gef\u00e4hrlicher Gegner entstanden war. Die Normannen stammten wie die Kiewer Rus ebenfalls aus Skandinavien hatten sich aber in der Normandie niedergelassen und sich dort noch schneller als die Rus den Landessitten angepasst. Von dort aus waren einige nach S\u00fcditalien gekommen, wo sie wie ihre Vettern im Osten versuchten bei den Byzantinern Beute zu machen. Wenn dies nicht klappte, dienten sie eben als S\u00f6ldner. So hatte Harald Hardrada noch unter Georgios Maniaces in Sizilien Seite an Seite mit den drei S\u00f6hnen Tancreds von Hauteville Drogo, William Eisenarm und Humphrey gek\u00e4mpft. Mittlerweile hatten die Normannen jedoch nicht nur die Byzantiner aus Apulien und Kalabrien verdr\u00e4ngt, sondern auch Sizilien erobert. Damit nicht zufrieden erblickten sie in dem von den T\u00fcrken schwer angeschlagenen und von inneren Machtk\u00e4mpfen ersch\u00f6pften Byzanz die wirklich lohnende Beute.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignleft size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"400\" height=\"212\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/sachsen.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-31\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/sachsen.jpg 400w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/sachsen-300x159.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nachdem Robert Guiscard &#8211; ebenfalls ein Sohn Tancreds &#8211; alle normannischen Gebiete unter seiner Herrschaft vereinigt hatte, begann er 1080 damit eine starkes Invasionsheer zusammenzuziehen, f\u00fcr das angeblich alles mobilisiert wurde, was in S\u00fcditalien Waffen tragen konnte. Im folgenden Jahr setzte Guiscard nach Dalmatien \u00fcber und belagerte Dyrrhachiom (Durazzo). In dem von Kaiser Alexios schlie\u00dflich herangef\u00fchrten Entsatzheer, stellte die War\u00e4gergarde, in der zu dieser Zeit sehr viele Angelsachsen dienten, die Elite. In der folgenden Schlacht bildeten die War\u00e4ger den linken Fl\u00fcgel. W\u00e4hrend aber die byzantinischen Truppen \u00fcberall zur\u00fcckgedr\u00e4ngt wurden, warfen sich die War\u00e4ger mit solchem Enthusiasmus auf die Normannen, dass diese zur\u00fcckzuweichen begannen. Man kann sich vorstellen, dass gerade die Angelsachsen die Gelegenheit nutzen wollten, den Normannen so manche offene Rechnung heimzuzahlen. Bald befand sich der ganze Fl\u00fcgel auf der Flucht vor dem wilden Ansturm der Axt schwingenden War\u00e4ger. Erst dem pers\u00f6nlichen Eingreifen von Guiscards langobardischer Frau Sichelgaita, einer echten Walk\u00fcre, soll es gelungen sein, die Flucht zu stoppen. Inzwischen hatte Guiscard Reserven frei machen k\u00f6nnen, die nun den weit vorgesto\u00dfenen und von ihrem Sturmlauf ersch\u00f6pften War\u00e4gern in die Flanke fielen. Vom Rest des Heeres abgeschnitten und von mehreren Seiten angegriffen, zogen sie sich in eine nahe gelegene Kirche zur\u00fcck, die dann von den Normannen angez\u00fcndet wurde, so dass die meisten in den Flammen umkamen. Die Schlacht war damit verloren, und Alexios konnte nur mit Gl\u00fcck den Rest seines Heeres retten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Byzanz \u00fcberlebte auch diese Krise, indem es Aufst\u00e4nde in S\u00fcditalien und einen neuen Romzug des deutschen Kaisers finanzierte. Dennoch blieb der Bedarf an Kriegern aus dem Norden unver\u00e4ndert bestehen. \u00dcber Kiew scheinen zu dieser Zeit keine Rekruten mehr nach Byzanz gelangt zu sein. Daf\u00fcr brachten jedoch die Kreuzz\u00fcge auseichenden Ersatz. Von den Skandinaviern auf der Durchreise lie\u00dfen sich viele leicht anwerben. Manchmal waren es sogar ganze Truppenteile. So wird von einem d\u00e4nischen Prinzen namens Sveno berichtet, der mit 1.500 Mann in kaiserliche Dienste getreten sein soll. Die Byzantiner scheinen sogar War\u00e4ger als Agenten besch\u00e4ftigt zu haben, die den Skandinaviern in den Hafenst\u00e4dten den Dienst f\u00fcr den Kaiser in den buntesten Farben schilderten und auch mit Geschenken nicht sparten. Als z. B. der Graf von den Orkneyinseln mit sechs Schiffen zum 2. Kreuzzug aufbrach, wurde ihm die gesamte Mannschaft abgeworben. Auch der Graf erhielt in Byzanz reiche Geschenke und kehrte schlie\u00dflich auf dem Landweg in seine Heimat zur\u00fcck. Falls die Werbungen unter Kreuzfahrern und Pilgern nicht ausreichten, konnte es sogar vorkommen, dass War\u00e4geroffiziere als Botschafter direkt an die K\u00f6nige von Norwegen, Schweden und D\u00e4nemark geschickt wurden, um dort um Krieger zu bitten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kreuzz\u00fcge brachten dann aber auch das Ende der Garde, als es den Venezianern 1203 gelang den 4. Kreuzzug zur Eroberung von Byzanz zu benutzen. Dem Kreuzfahrerheer von gut 33.000 Mann standen nach modernen Sch\u00e4tzungen etwa 15.000 auf byzantinischer Seite gegen\u00fcber, von denen allerdings nur auf die fremden S\u00f6ldner &#8211; haupts\u00e4chlich D\u00e4nen und Engl\u00e4nder in der War\u00e4gergarde &#8211; und die Pisaner, die ihre Handelsprivilegien gegen Venedig verteidigten, Verlass war. Als es den Kreuzrittern beim ersten gro\u00dfen Sturm am 17.7. gelang, \u00fcber die Landmauern in die Stadt einzudringen, wurden sie mit schweren Verlusten von den War\u00e4gern wieder aus der Stadt vertrieben.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignright size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"250\" height=\"378\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/garde.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-32\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/garde.jpg 250w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/garde-198x300.jpg 198w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie so oft begann der Fisch jedoch am Kopf zu stinken. Als sich Kaiser Alexius III. mit seinen Sch\u00e4tzen aus der Stadt absetzte, lie\u00dfen sich die War\u00e4ger durch den kaiserlichen Schatzmeister dazu \u00fcberreden, seinen geblendeten Konkurrenten Isaac II aus dem Gef\u00e4ngnis zu holen und auf den Thron zu setzen. Der Kandidat der Venezianer war Isaacs Sohn, der nun als Alexios IV gekr\u00f6nt wurde. Allerdings hatte dieser den Kreuzrittern zuvor riesige Versprechungen gemacht. W\u00e4hrend er sich also bem\u00fchte das notwendige Geld aufzubringen und die Kreuzritter das Umland pl\u00fcnderten, wuchs in der Stadt der Hass auf die Lateiner und ihren Proteg\u00e9. Schlie\u00dflich kam es zu einer Palastrevolte, bei der der neue Kandidat als Alexius V. den Thron mit Hilfe der War\u00e4ger erk\u00e4mpfte. Er hatte sich ihrer Hilfe versichert, indem er ihnen erkl\u00e4rte, dass sie sonst durch fr\u00e4nkische Ritter ersetzt werden w\u00fcrden. Nachdem die Abkommen mit dem Kreuzfahrerheer gek\u00fcndigt worden waren, kam es Mitte April 1204 zum endg\u00fcltigen Sturm auf die Stadt, den auch die War\u00e4ger nicht mehr abschlagen konnten. Sie zogen sich mit dem Kaiser in den Palast zur\u00fcck. Als jedoch auch dieser Kaiser und gro\u00dfe Teile des Adels flohen, wollten die War\u00e4ger nur noch f\u00fcr erh\u00f6hten Sold weiterk\u00e4mpfen. Schlie\u00dflich ergaben sie sich den Kreuzfahrern, und man kann annehmen, dass viele von ihnen nun in deren Reihen weiter Besch\u00e4ftigung fanden. Damit endete die Geschichte der War\u00e4gergarde. F\u00fcr die Zeit danach existieren keine gesicherten Hinweise mehr auf die Verwendung von Skandinaviern in byzantinischen Diensten. Die kaiserliche Garde soll sp\u00e4ter von Kretern gestellt worden sein.<br><br>Historisch gesehen stehen die War\u00e4ger zwischen der V\u00f6lkerwanderungszeit, in der manchmal auch Goten die kaiserliche Garde stellten, und dem Mittelalter, in dem das S\u00f6ldnerwesen seine ersten Impulse von Byzanz und den Normannen erhielt. Der konstante Nachschub von Kriegern \u00fcber eine derartige Distanz und einen Zeitraum von ungef\u00e4hr 300 Jahren zeigt au\u00dferdem sehr sch\u00f6n, wie S\u00f6ldnerwerbung wahrscheinlich sehr oft funktioniert hat. Wenn erst mal eine feste Beziehung zwischen einem reichen Abnehmer und einem passenden Lieferanten etabliert war, sorgten Verwandtschaftsbeziehungen und die Mundpropaganda der Heimkehrer f\u00fcr ausreichende Werbung. Die Methode fremde Krieger als exotische Leibwache zu verwenden, war sicher zuvor schon von vielen Hochkulturen praktiziert worden, l\u00e4sst sich aber bis zur marokkanischen Leibgarde Francos oder der Schweizergarde des Papstes verfolgen.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right wp-block-paragraph\">\u00a9 Frank Westenfelder &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Wikinger in Byzanz.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":26,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[8,37],"tags":[14,298,15],"class_list":["post-24","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-artikel","category-mittelalter","tag-byzanz","tag-leibgarden","tag-wikinger"],"blocksy_meta":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.9 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Die War\u00e4gergarde - 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