{"id":1568,"date":"2024-11-13T16:07:01","date_gmt":"2024-11-13T16:07:01","guid":{"rendered":"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/?p=1568"},"modified":"2025-01-16T18:36:48","modified_gmt":"2025-01-16T18:36:48","slug":"die-bananensoldner","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/artikel\/die-bananensoldner\/","title":{"rendered":"Die Bananens\u00f6ldner"},"content":{"rendered":"\n<h5 class=\"wp-block-heading\">United Fruit in Mittelamerika.<\/h5>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignright size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"404\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/big_stick.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1572\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/big_stick.jpg 500w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/big_stick-300x242.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">US Au\u00dfenpolitik in Mittelamerika<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nachdem sich die USA in mehreren Kriegen ungef\u00e4hr die H\u00e4lfte Mexikos einverleibt hatten und einige Unternehmungen von Yankee-Flibustieren &#8211; wie z.B. William Walker in Nicaragua &#8211; gescheitert waren, kam es in der zweiten H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts zu einer gewissen M\u00e4\u00dfigung. Das Ziel wandelte sich von der Eroberung zur indirekten Kontrolle, und statt der Kolonisten und Soldaten kamen nun H\u00e4ndler und Investoren. Es wurde die Zeit der Dollar-Diplomatie. Dass aber auch die nicht ganz friedfertig verlaufen w\u00fcrde, brachte Pr\u00e4sident Theodore Roosevelt mit dem Ausdruck &#8222;Big-Stick-Diplomatie&#8220; auf den Punkt. Nat\u00fcrlich sollten die mittelamerikanischen Staaten selbst\u00e4ndig bleiben &#8211; es war auch viel von Freiheit die Rede. Wenn sie sich aber nicht den Interessen des amerikanischen Kapitals (der Einfachheit halber benutzen wir hier die Bezeichnungen &#8222;amerikanisch&#8220; und &#8222;Amerikaner&#8220; wenn wir eigentlich von den USA sprechen) beugten, w\u00fcrden sie eben den Big-Stick zu sp\u00fcren bekommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Kapital wurde zur Modernisierung dringend ben\u00f6tigt, und so bauten bald viele amerikanische Unternehmen Eisenbahn- und Telegrafenlinien, Hafenanlagen und Bergwerke. Im Gegenzug erhielten die Firmen dann oft das Recht diese Anlagen auf eigene Rechnung und nat\u00fcrlich ohne Abf\u00fchrung von Steuern zu betreiben. Sehr beliebt war auch die Anlage riesiger Plantagen zur Produktion so genannter &#8222;Cash-Crops&#8220;, d.h. von Agrarprodukten, die ausschlie\u00dflich f\u00fcr den Export angepflanzt wurden. Tabak und Zuckerrohr hatten bereits eine lange Tradition in der Karibik, jetzt kamen Kaffee und schlie\u00dflich Bananen dazu. Die ersten Bananen hatte Kapit\u00e4n Lorenzo Baker 1871 als Gelegenheitsfracht mit nach Boston gebracht. Da sich die dort bislang unbekannten Fr\u00fcchte mit unerwartet hohem Gewinn verkaufen, fuhr Baker bald nur noch Bananen und gr\u00fcndet die Boston Fruit Company. Andere H\u00e4ndler folgten dem Beispiel und machten ebenfalls gl\u00e4nzende Gesch\u00e4fte. Mit dem Anstieg des Gesch\u00e4ftsvolumens wurde es notwendig, in den Herkunftsl\u00e4ndern Anbau, Transport und Verladung der Bananen zu organisieren. So bildeten sich neue Firmen, die Plantagen, Eisenbahnlinien oder H\u00e4fen betrieben, manchmal auch von allem etwas.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignleft size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"507\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/samuel-zemurray.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1574\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/samuel-zemurray.jpg 500w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/samuel-zemurray-296x300.jpg 296w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1899 schlossen sich dann die wichtigsten Firmen in Boston zur United Fruit Company zusammen, die durch die eingebrachten Anteile nun \u00fcber ein schnell wachsendes Imperium in Mittelamerika verf\u00fcgte. Es war die Geburt von &#8222;El Pulpo&#8220; (der Krake), wie sie bald genannt werden sollte. Vor allem ihr Landhunger war uners\u00e4ttlich. F\u00fcr ihre Investitionen lie\u00df sie sich von den lokalen Diktatoren riesige Landstriche \u00fcberschreiben. Die ans\u00e4ssigen Indios wurden entweder vertrieben oder gleich dazu verpflichtet auf den neuen Plantagen United Fruit Company zu arbeiten. Eine gewisse Konkurrenz bildeten lediglich H\u00e4ndler aus New Orleans, u.a. die Standard Fruit der Vaccaro Br\u00fcder, die zur F\u00fchrungsriege der Mafia geh\u00f6rten und \u00fcber die Kontrolle der Hafenarbeitergewerkschaft ins Gesch\u00e4ft gekommen waren. In New Orleans residierte auch Samuel Zemurray, der sich als Sohn armer j\u00fcdischer Immigranten aus Bessarabien vom Stra\u00dfenh\u00e4ndler ins Bananengesch\u00e4ft hochgek\u00e4mpft hatte. Zemurrays Firma Cuyamel war zwar kleiner, dennoch sollte er als der &#8222;Banana Man&#8220; zur bestimmenden Figur der Szene werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die politische Lage war f\u00fcr Firmen mit dem notwendigen Kapital geradezu ideal. In allen diesen kleinen Staaten &#8211; in diesem Kontext vor allem Nicaragua, Honduras, Guatemala und El Salvador &#8211; herrschten Diktatoren, die verschiedenen Gruppen und Cliquen angeh\u00f6rten. Immer wieder kam es zu Verschw\u00f6rungen und Putschen. Wenn eine Gruppe neu an die Macht gekommen war, folgte der Streit um Posten und Einfluss, und die Verlierer arbeiteten im Exil schon wieder an ihrer R\u00fcckkehr. Damit nicht genug, f\u00fchrten die Staaten von Zeit zu Zeit auch Krieg untereinander, oder unterst\u00fctzen die Aufst\u00e4ndischen im Nachbarland. Alle diese Kabalen, Rebellionen und Kleinkriege boten ausreichend Gelegenheit zur Einflussnahme. Jeder General ben\u00f6tigte moderne Waffen und nach M\u00f6glichkeit auch gleich die Spezialisten, die sie bedienten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nat\u00fcrlich k\u00e4mpften diese Diktatoren f\u00fcr ihre eigenen Interessen, f\u00fcr den Fortschritt und im Namen ihrer V\u00f6lker, aber seit Ende des 19. Jahrhunderts wurde in Mittelamerika kein Krieg mehr gef\u00fchrt oder Staatsstreich unternommen, an dem die United Fruit Company, die Standard Fruit oder Cuyamel nicht beteiligt waren und an denen sie letzten Endes nicht verdienten. Ohne ihr Geld, ihre Waffen und ihre S\u00f6ldner ging gar nichts mehr. Und so kamen zu den H\u00e4ndlern, Kapit\u00e4nen, Plantagenaufsehern und Technikern bald M\u00e4nner wie Lee Chistmas, Tracy Richardson, Victor Gordon, &#8222;Jew Sam&#8220; Dreben oder Guy &#8222;Machine-Gun&#8220; Molony. Diese S\u00f6ldner standen zwar im Dienst irgendeines Pr\u00e4sidenten oder putschenden Generals und nicht in dem einer der US-Bananenfirmen, dennoch sorgten die letzteren meistens sehr diskret f\u00fcr ihre Vermittlung, Bezahlung und Ausr\u00fcstung.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignright size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"340\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/banana-mg.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1577\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/banana-mg.jpg 600w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/banana-mg-300x170.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">moderne Waffen. Markiert Guy &#8222;Machine-Gun&#8220; Molony<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seit der Unabh\u00e4ngigkeit von Spanien waren fast in jedem lateinamerikanischen Land S\u00f6ldner aus Europa oder den USA im Einsatz. Sie dienten als Ausbilder und zunehmend als Artilleristen. Es waren vor allem die modernen Waffen, die Krupp- und Hotchkiss-Kanonen oder die ersten Gatling-Maschinengewehre, die ihre Dienste so wertvoll machten. Mit dem Aufkommen von Repetiergewehren wurden manchmal auch ganze Gruppen fremder &#8222;Scharfsch\u00fctzen&#8220; besch\u00e4ftigt, die mit ihren neuen Winchester-Gewehren, furchtbare Massaker anrichten konnten. Dazu kam, dass sie als typische S\u00f6ldner Gefahr und Abenteuer liebten, also eine kleine Schie\u00dferei geradezu als willkommene Abwechslung begr\u00fc\u00dfen konnten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei der gro\u00dfen Masse der normalen Truppen handelte es sich dagegen um gepresste Indios, die nicht wussten, f\u00fcr wen sie gerade k\u00e4mpften, und die mit v\u00f6llig veralteten Waffen aus den Restbest\u00e4nden des Sezessionskrieges ausger\u00fcstet waren. Oft wurden sie regelrecht eingefangen, wie Str\u00e4flinge in die n\u00e4chste Kaserne transportiert, wo sie ein Gewehr und eine Decke erhielten, um dann wie Schafe zur Schlachtbank gef\u00fchrt zu werden. W\u00e4hrend eines Krieges in Nicaragua schickte zum Beispiel ein Rekrutierungsoffizier seinem General einige Indios von einer Kaffeeplantage mit den Worten: &#8222;Ich schicke Ihnen 40 Freiwillige. Bitte senden Sie mir die Seile zur\u00fcck.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die \u00fcberlegene Bewaffnung und das Zusammentreffen mit unmotivierten und oft ver\u00e4ngstigten Gegnern f\u00f6rderte den in der Zeit ohnehin \u00fcblichen Rassismus. Die Einheimischen, selbst die Wei\u00dfen, wurden gerne generell als &#8222;Nigger&#8220; bezeichnet, denen soldatische Eigenschaften v\u00f6llig abgesprochen wurden. So dumm diese Konstruktionen auch waren, so verhalfen sie den S\u00f6ldnern doch zu dem entscheidenden \u00dcberlegenheitsgef\u00fchl, um ihre Arbeit mit dem notwendigen Schneid zu erledigen. Sie hatten dabei sicher etwas von der Arroganz von Rittern, die sich in schimmernder R\u00fcstung einem elenden Bauernaufgebot gegen\u00fcber sehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Geradezu legend\u00e4r f\u00fcr seine Tapferkeit und sein Draufg\u00e4ngertum wurde Lee Christmas aus New Orleans. Er war als Lokf\u00fchrer nach Puerto Cort\u00e9s dem wichtigsten Bananenhafen von Honduras gekommen. Bei einem Putschversuch 1897 hatten ihn die Rebellen gezwungen Truppen zu transportieren. Christmas hatte sich daraufhin mit einer solchen Begeisterung und Umsicht an ihren K\u00e4mpfen beteiligt, dass er auch nach dem Scheitern des Putsches als echter K\u00e4mpfer galt. Doch der Diktator von Honduras hatte sich bei den US-Firmen zunehmend unbeliebt gemacht. Zuerst hatte er zur Steigerung der Steuereinnahmen eine Bananensteuer erhoben und dann sogar versucht den Landbesitz von Ausl\u00e4ndern einzuschr\u00e4nken. Das war zuviel. Standard Fruit und Zemurray finanzierten den erfolgreichen Putsch der Gener\u00e4le Terencio Sierra und Manuel Bonilla. Sierra wurde Pr\u00e4sident (1899-1903) und Bonilla Kriegsminister, sollte aber sp\u00e4ter als Pr\u00e4sident nachr\u00fccken. Christmas war zwar an diesen Aktionen nicht beteiligt, wurde aber wegen seines Rufs von Sierra, der anscheinend neues Personal brauchte, als Polizeichef in die Hauptstadt geholt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignleft size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"576\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/christmas.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1579\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/christmas.jpg 300w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/christmas-156x300.jpg 156w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">General Lee Christmas<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Christmas und Bonilla wurden gute Freunde. Als Sierra dann nicht daran dachte, seinen Pr\u00e4sidentensessel zu r\u00e4umen und Bonilla seinerseits 1903 putschte, schlug sich Christmas mit seinen Polizeikr\u00e4ften auf dessen Seite. Bis zum Sieg Bonillas kam es zu einigen schweren K\u00e4mpfen, in denen Christmas mehrfach sein Talent als Truppenf\u00fchrer und Organisator unter Beweis stellte. Bonilla revanchierte sich und machte ihn zum General. Er bedankte sich aber auch mit neuen Landkonzessionen bei der Standard Fruit der Vaccaro Br\u00fcder, da diese sein Unternehmen diskret unterst\u00fctzt hatten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1907 kam es dann wegen Grenzstreitigkeiten zum Krieg mit Nicaragua. Da die US-Firmen hier keinen besonderen Favoriten hatten, belieferten sie je nach Gebot beide Parteien, und auch die S\u00f6ldner dienten hier wie dort. Nicaragua war dennoch deutlich an Artillerie \u00fcberlegen und verf\u00fcgte als besonderen Trumpf \u00fcber die erst seit kurzem auf den Markt gekommen Maxim-Maschinengewehre. F\u00fcr Nicaragua k\u00e4mpfte als Oberstleutnant ein gewisser Leonard Croce, ein amerikanischer Minenbesitzer, der sp\u00e4ter noch f\u00fcr Schlagzeilen sorgen sollte. Zur Entscheidung kam es schlie\u00dflich in der \u00e4u\u00dferst blutigen Schlacht bei Namasig\u00fce, in der die amerikanischen MG-Sch\u00fctzen ein wahres Massaker unter den honduranischen Truppen veranstalteten. Bonilla musste ins Exil fliehen und Christmas kam in Gefangenschaft. Er hatte aber wieder durch seine Tapferkeit, f\u00fcr so gro\u00dfes Aufsehen gesorgt, dass er bald freigelassen wurde. Anschlie\u00dfend erhielt von Estrada Cabreras, dem Diktator Guatemalas einen hohen Posten in dessen Geheimpolizei.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Durch den Krieg hatte der Diktator von Nicaragua Jos\u00e9 Santos Zelaya weiter an Ansehen und Macht gewonnen. In seinem Land war er ohnehin recht popul\u00e4r, da er einige Jahre zuvor die Briten zum R\u00fcckzug von der Moskitok\u00fcste gezwungen hatte. Zudem galt sein Land als idealer Standort f\u00fcr einen Kanal zwischen Karibik und Pazifik. Irgendwie war ihm aber sein Erfolg zu Kopf gestiegen, denn er dachte, es g\u00e4be f\u00fcr Nicaragua Alternativen zu den Knebelvertr\u00e4gen der US-Firmen. Er erhob Importz\u00f6lle und verlangte Steuern von den ausl\u00e4ndischen Firmen. Schlie\u00dflich, um Nicaraguas Unabh\u00e4ngigkeit zu demonstrieren, verhandelte er sogar mit deutschen und japanischen Firmen wegen des Kanalprojekts.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das war eindeutig zuviel. US-Firmen und das State Department arbeiteten nun eifrig an seinem Sturz. Als Marionette schoben sie Estrada von Guatemala vor, der mit ihrem Geld die Rebellion in Nicaragua f\u00f6rderte. Man kann annehmen, dass Christmas an diesen Verschw\u00f6rungen auch seinen Anteil hatte. 1909 brach dann der Aufstand aus und die Rebellen machten Bluefields an der Moskitok\u00fcste zu ihrem Hauptquartier. Diese Nachrichten sorgten f\u00fcr einen ersten Zulauf amerikanischer Abenteurer. Aber Estrada hatte sogar einen festen Agenten in New Orleans, der warb neue Rekruten und stattete sie mit Schiffstickets nach Bluefields aus. Manche wie der Amerikaner Tracy Richardson waren in Bluefields auf der Durchreise h\u00e4ngen geblieben. Richardson hatte schon in einer ganzen Reihe von Kriegen als MG-Sch\u00fctze gek\u00e4mpft und erhielt deshalb gleich eine f\u00fchrende Stelle.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zu einer besonders wichtigen Person wurde Victor Gordon, der bereits als S\u00f6ldner im Burenkrieg und mehreren Revolutionen gek\u00e4mpft hatte. Er hielt sich am Anfang der Rebellion in Panama auf und wurde dort von der United-Fruit f\u00fcr 500$ nach Bluefields geholt. Dort erhielt er jede Menge Geld von amerikanischen Gesch\u00e4ftsleuten, um in New Orleans S\u00f6ldner zu rekrutieren und Waffen zu kaufen. Dies erledigte er zwar mit gewissem Erfolg, da das vom ihm gecharterte Schiff jedoch von den US-Beh\u00f6rden im Hafen zur\u00fcckgehalten wurde, musste er mit leeren H\u00e4nden zur\u00fcckkehren. Daraufhin schickte ihn Estrada mit neuen Mitteln in die Kanalzone, um dort MG-Sch\u00fctzen zu rekrutieren. Er selbst schrieb sp\u00e4ter \u00fcber seine Truppe: &#8222;Einige waren Halsabschneider, die aus den USA geflohen waren und nun unter falschem Namen lebten. Andere waren ganz jung und wegen des Abenteurers gekommen. Lediglich einige waren erfahrene Soldaten.&#8220; Zu den Erfahrenen geh\u00f6rte Guy Molony, der als &#8222;Machine-Gun Molony&#8220; ber\u00fchmt werden sollte. Er stammte aus New Orleans und war bereits mit 16 von zu Hause weggelaufen um im Burenkrieg zu k\u00e4mpfen. Nach einer kurzen Episode bei der Polizei von New Orleans, hatte ihn dann wieder die Abenteuerlust nach Mittelamerika getrieben. Sein bester Sch\u00fcler wurde &#8222;Jew Sam&#8220; Dreben, der aus einem der h\u00e4rtesten New Yorker Viertel stammte<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignright size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"287\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/christmas-parade.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1581\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/christmas-parade.jpg 500w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/christmas-parade-300x172.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Christmas bei einer Parade<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie solche Werbungen manchmal konkret abliefen, berichtet ein Deutscher, der in den USA ein unruhiges Leben als Tramp, Gelegenheitsarbeiter und Reporter gef\u00fchrt hatte. Eines Tages traf er in St. Louis einen alten Bekannten, der Leute f\u00fcr ein abenteuerliches Unternehmen suchte, bei dem auch &#8222;ein bisschen geschossen&#8220; werden sollte. Es war zwar gegen das Gesetz, M\u00e4nner f\u00fcr eine bewaffnete Expedition in ein anderes Land anzuwerben, dennoch war er sofort einverstanden. Seine Aufgabe bestand darin, ungef\u00e4hr 20 Mann zu rekrutieren. Darauf verstand er sich. Er suchte zielsicher in der N\u00e4he des G\u00fcterbahnhofs, &#8222;wo in den Str\u00e4\u00dfchen dicht am Schienenstrang in kleinen Wirtschaften billiges Bier verkauft wurde, da waren die M\u00e4nner zu finden, die man brauchte&#8220;. Eventuelle Bedenken wischte er mit der Bemerkung &#8222;es geht gegen Nigger&#8220; beiseite. Bei 25$ die Woche hatte er schnell die ersten Rekruten gefunden, die nun ihrerseits weitere mitbrachten. Zufrieden registrierte er einige ehemalige Soldaten, Cowboys und Arbeiter vom Panamakanal, die alle mit Waffen umgehen konnten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00c4hnlich werden auch Estradas Werber vorgegangen sein, so dass sich in Bluefields immer mehr Truppen sammelten. Als genug beisammen waren, wurde im November eine Offensive entlang des San Juan ins Landesinnere unternommen. Doch Zelaya war nicht so leicht zu schlagen; er sa\u00df schon recht lange im Sattel und hatte eine schlagkr\u00e4ftige Armee, in der auch immer noch S\u00f6ldner dienten. Die Rebellen wurden schwer geschlagen und mussten sich wieder an die K\u00fcste zur\u00fcckziehen. Bei dieser Gelegenheit gerieten die beiden amerikanischen S\u00f6ldner Lee Roy Cannon und Leonard Croce, der vorher noch Zelaya gedient hatte, in Gefangenschaft. Die Nicaraguaner waren entschlossen ein Exempel zu statuieren und lie\u00dfen die beiden als Rebellen hinrichten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Resultat war \u00e4u\u00dferst modern. Die US-Presse machte aus der Angelegenheit einen riesigen Skandal, die beiden S\u00f6ldner galten pl\u00f6tzlich als echte Freiheitsk\u00e4mpfer und Zelaya wurde als grausamer Despot dargestellt. F\u00fcr die USA war es der lang gesuchte Grund nun auch offiziell etwas in den Krieg einzugreifen, schlie\u00dflich waren ja zwei US-B\u00fcrger &#8222;ermordet&#8220; worden. Mehrere Kanonenboote wurden nach Nicaragua entsandt und Marines landeten in Bluefields. Diese beteiligten sich zwar nicht an den K\u00e4mpfen, waren aber dennoch die Rettung f\u00fcr die angeschlagenen Rebellen, indem sie deren Basis vor Angriffen sch\u00fctzten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch unter den S\u00f6ldnern hatten die Hinrichtungen nicht den gew\u00fcnschten Effekt. Viele waren nun fest entschlossen es den &#8222;Niggern&#8220; richtig zu zeigen. Die Pressekampagne gegen Zelaya tat ein \u00dcbriges. Aus Panama und New Orleans str\u00f6mten Freiwillige nach Bluefields und schlossen sich Estradas Revolte an. Die wenigen Hotels und Absteigen waren bald alle \u00fcberbelegt, es kam zu Schl\u00e4gereien und Schie\u00dfereien. Schlie\u00dflich waren die Verh\u00e4ltnisse so chaotisch, dass Estrada sogar einige der fremden Abenteurer wieder mit Bananendampfern nach New Orleans zur\u00fcckbringen lie\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit den neuen Verst\u00e4rkungen wurde Ende 1909 die Offensive wieder aufgenommen. Dabei kam es im zentralen Hochland zwischen Rama und Recreo zu \u00e4u\u00dferst harten K\u00e4mpfen, bei denen die Rebellen auch R\u00fcckschl\u00e4ge hinnehmen mussten. Schlie\u00dflich gab aber ihre \u00dcberlegenheit an modernem Kriegsger\u00e4t den Ausschlag; vor allem die S\u00f6ldner mit ihren Maschinengewehre w\u00fcteten furchtbar unter den Regierungstruppen. Die Bananenfirmen stellten Estrada Schiffe f\u00fcr den Truppentransport ins Landesinnere zu Verf\u00fcgung. Im Januar 1910 musste Zelaya dann ins Exil gehen. Der Krieg ging unter seinem Nachfolger dennoch eine Zeit lang weiter, aber die Rebellen gewannen immer mehr Land, und im August konnte Estrada siegreich in Managua einziehen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignleft size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"400\" height=\"581\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/christmas-pulp.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1582\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/christmas-pulp.jpg 400w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/christmas-pulp-207x300.jpg 207w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Christmas auf einem Pulp-Cover<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Man fragt sich nat\u00fcrlich, ob sich die &#8222;Arbeit&#8220; der S\u00f6ldner gelohnt hatte. Der Sold lag normalerweise mit 1,20-1,50$ pro Tag kaum \u00fcber dem, was ein Arbeiter in den USA verdiente. Aber darum ging es den wenigsten. Viele wollten einfach einmal ein richtiges Abenteuer erleben, ihre M\u00e4nnlichkeit beweisen; mit Maschinengewehren schlecht bewaffnete Eingeborene abzuknallen (man kann es leider nicht anders umschreiben) geh\u00f6rte da einfach dazu. Storys \u00fcber &#8222;Soldiers of Fortune&#8220; erfreuten sich in Zeitungen und Pulp-Magazinen gro\u00dfer Beliebtheit, und Heimkehrer aus Nicaragua wurden in New Orleans manchmal wie Popstars gefeiert. Ber\u00fchmte Figuren der Szene wie Christmas oder Gordon erhielten oft &#8222;Bewerbungsschreiben&#8220; von M\u00f6chtegerns\u00f6ldnern. So gef\u00e4hrlich konnte es ja nicht sein, wenn schon der Tod zweier S\u00f6ldner US-Kanonenboote auf den Plan rief.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nat\u00fcrlich konnte man an der richtigen Stelle gut Geld durch Vermittlungsgeb\u00fchren oder Provisionen bei Waffengesch\u00e4ften verdienen. Auch sp\u00e4tere Posten im Dienst eines Diktators konnten sich als ausgesprochen lukrativ erweisen. Nach wie vor bildete die Beute, die bei der Eroberung von St\u00e4dten gemacht werden konnte, einen gro\u00dfen Anreiz. So f\u00fchrte Gordon als alter Hase seine Truppe bei der Besetzung Managuas direkt zur Nationalbank, um richtig abzur\u00e4umen. Leider war Estrada schneller gewesen, und so reichte Gordon der Sold gerade, um seine M\u00e4nner auszuzahlen. Das ganz gro\u00dfe Gesch\u00e4ft machten die US-Firmen, die sich ihre Hilfe mit neuen Landschenkungen und Steuerprivilegien vergolden lie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Durch den Sturz Zelayas r\u00fcckte Honduras wieder ins Visier, dessen Diktator General Miguel D\u00e1vila ja von Zelaya ins Amt gebracht worden war. Der vertriebene Ex-Diktator Manuel Bonilla sa\u00df in Belize im Exil und wollte nat\u00fcrlich liebend gerne in den Pr\u00e4sidentenpalast zur\u00fcck, hatte aber weder Geld noch Waffen. Da traf es sich gut, dass der hoch verschuldete Staat sein Geld zu guten Teilen bei britischen Banken geliehen hatte, was dem US-Au\u00dfenministerium gar nicht gefiel. Eine geplante Umschuldung mit Hilfe amerikanischer Banken, h\u00e4tte aber f\u00fcr die Bananenfirmen h\u00f6here Abgaben und Z\u00f6lle bedeutet. So erschien Samuel Zemurray von Cuyamel auf dem Plan. F\u00fcr entsprechende Zusagen war er bereit Bonilas Putsch zu finanzieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Mann f\u00fcrs Grobe wurde Christmas engagiert. Dieser erschien dann im Sommer 1910 als Bonillas General mit einer Menge Geld in Puerto Barrios. Es traf sich gut, dass Krieg in Nicaragua zu Ende ging. So suchten einige nach neuen Jobs. Als einer der ersten wurde Machine-Gun Molony unter Vertrag genommen. Waffen und einige kleine Schiffe wurden angeschafft. Leider h\u00e4uften sich die Probleme mit den britischen Beh\u00f6rden in Belize. Auch ein Versuch Puerto Cortez im Handstreich zu nehmen, musste wegen britischen Schiffen aufgegeben werden. Deshalb verlagerten Bonilla und Christmas ihre Aktivit\u00e4ten nach Puerto Barrios, wo sie unter der Protektion von Estrada Material und M\u00e4nner sammeln konnten. Von dort aus eroberten sie zum Jahresende zwei kleine Bay-Inseln und dann die K\u00fcstenstadt Trujillo. Hier begannen sie dann aus \u00dcberl\u00e4ufern und Gefangenen ihre eigene Armee aufzustellen. Nach dem Sturm auf das gut befestigte La Ceiba ging durch die freiwillige Kapitulation von Puerto Cort\u00e9s, der letzte gro\u00dfe Hafen der Nordk\u00fcste in ihren Besitz \u00fcber. Dadurch kontrollierten sie die Exportverbindungen und einen Gro\u00dfteil der Staatseinnahmen. D\u00e1vila war isoliert und der Krieg praktisch gewonnen<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da die USA an keinen weiteren Schie\u00dfereien und Pl\u00fcnderungen, sondern am &#8222;normalen&#8220; Gang der Gesch\u00e4fte interessiert waren, organisierten sie die Friedensverhandlungen auf einem ihrer Kriegsschiffe. D\u00e1vila musste ins Exil, und Bonilla konnte, nachdem ein \u00dcbergangspr\u00e4sident der Form halber ein paar Monate regiert hatte, endlich wieder an die Macht zur\u00fcck. Er bedankte sich bei Cuyamel mit Zollprivilegien und immensen Landschenkungen &#8211; Zemurray erhielt 10.000 Hektar bestes Bananenland. Sp\u00e4ter kam noch mehr dazu, und Cuyamel entwickelte sich mit Riesenschritten. Christmas wurde wieder oberster Polizeichef und sp\u00e4ter wurde er Comandante von Puerto Cortez, wo es reichlich Gelegenheit gab beim Zoll an Schmiergeldern zu verdienen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach der Revolution in Honduras waren S\u00f6ldner nicht mehr so gefragt. Die Bananenfirmen machten hervorragende Gesch\u00e4fte und auch die USA waren mit den Diktatoren, die ihre Macht mit lokalen Sicherheitskr\u00e4ften aus\u00fcbten, weitgehend zufrieden. Nat\u00fcrlich gab es auch da Jobs, doch ohne richtige Action. Das war aber kein gro\u00dfes Problem, denn 1910 brach die mexikanische Revolution aus, in der hunderte Gl\u00fcck und Abenteuer fanden. Kein Wunder also, dass bald auch viele der Veteranen dort anzutreffen waren, u.a. Sam Dreben und Tracy Richardson. Beim Kriegseintritt der USA in den ersten Weltkrieg eilten viele dann begeistert zu den nationalen Fahnen, wodurch unterstrichen wird, dass S\u00f6ldnerdienste sehr oft aus Mangel an nationalen Kriegen ausge\u00fcbt werden.<br><br>Zu einer der schillerndsten Figuren entwickelte sich Machine-Gun Molony. Er wurde 1920 Polizeichef von New Orleans, was ihn aber nicht davon abhielt enge Beziehungen zur Mafia zu unterhalten, die sich wahrscheinlich aus seinen Kontakten zu den Vaccaro Br\u00fcdern und deren Standard Fruit ergeben hatten. Man unterstellt ihm auch eine Verwicklung in den Mord an Senator Huey B. Long, der lange von der Mafia geschmiert aber dann zu gierig geworden war. Molonys Gesch\u00e4fte gingen gut, er erwarb sp\u00e4ter gro\u00dfe Plantagen in Honduras und war dort auch mal wieder als General t\u00e4tig. Nebenbei soll er gro\u00df im Drogenhandel und f\u00fcr die CIA t\u00e4tig gewesen sein. Bis in die 1960er Jahre blieb er einer der wichtigsten M\u00e4nner der heimlichen US-Au\u00dfenpolitik in Mittelamerika. Dahinter stand nat\u00fcrlich weiter Sam, Banana-Man Zemurray. Seine Firma Cuyamel wurde zwar 1933 von der United Fruit Company \u00fcbernommen, durch seinen riesigen Aktienanteil und nicht zuletzt seine Erfahrungen wurde er aber schlie\u00dflich zum Direktor des gesamten Unternehmens und somit f\u00fcr Jahrzehnte zu dem Mann, der in Mittelamerika die F\u00e4den zog.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right wp-block-paragraph\">\u00a9 Frank Westenfelder<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>United Fruit in Mittelamerika.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1569,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[8,127],"tags":[154,128,130],"class_list":["post-1568","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-artikel","category-imperialismus","tag-kolonialismus","tag-lateinamerika","tag-usa"],"blocksy_meta":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.3 - 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