{"id":1532,"date":"2024-11-13T12:22:46","date_gmt":"2024-11-13T12:22:46","guid":{"rendered":"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/?p=1532"},"modified":"2025-01-14T12:12:56","modified_gmt":"2025-01-14T12:12:56","slug":"die-likedeeler","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/artikel\/die-likedeeler\/","title":{"rendered":"Die Likedeeler"},"content":{"rendered":"\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Klaus St\u00f6rtebeker und Godeke Michels.<\/h5>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit der relativen Befriedung der Ostsee verloren die Seer\u00e4uber ihre letzten festen St\u00fctzpunkte und mussten sich nach einem neuen Einsatzgebiet umsehen. Der Gro\u00dfteil fand es in der Nordsee, wo sich die Burgunder in Flandern, die Wittelsbacher in Holland, die Grafen von Oldenburg, England, Frankreich und die Hanse um Gebiete und Handelsvorteile stritten. Dazwischen, niemandem untertan und in uralten Blutfehden zerstritten, taktierten die friesischen H\u00e4uptlinge. Die meisten dieser Parteien hatten Verwendung f\u00fcr die erprobten Meeress\u00f6ldner, die als Lohn nur einem Kaperbrief erwarteten.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignright size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"500\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/hansekogge.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1535\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/hansekogge.jpg 500w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/hansekogge-300x300.jpg 300w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/hansekogge-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Kriegskogge der Hanse<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dass der Nachruhm der Vitalier haupts\u00e4chlich auf ihren Raubz\u00fcgen in der Nordsee beruht, scheint auf den ersten Blick wenig verst\u00e4ndlich. Vom Kampf um Schweden und der Eroberung Gotlands zu den Fehden um Friesland vollzog sich ein deutlicher Abstieg zur Kleinkriminalit\u00e4t. Da die Vitalier aber selbst nichts Schriftliches hinterlassen haben, st\u00fctzt sich die ganze \u00dcberlieferung, auch die Sagen und Legenden, auf die Aufzeichnungen der hansischen Chronisten. Und denen schien es nach der kl\u00e4glichen Rolle der Hanse in der Ostsee sicher mehr angebracht, ihr energisches Durchgreifen in der Nordsee herauszustreichen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die ersten Nachrichten \u00fcber Klaus St\u00f6rtebeker und Godeke Michels stammen noch aus der Zeit ihres Wirkens in der Ostsee. Nach Gerichtsakten war 1380 ein Nikolaus St\u00f6rtebeker in Wismar an einer schweren Schl\u00e4gerei beteiligt, und 1394 wurden dann beide in einer englischen Klageschrift der Piraterie vor Elbing beschuldigt. Da sie vorher unter den Hauptleuten der Vitalier nicht erw\u00e4hnt wurden, scheinen sie das Kapergesch\u00e4ft erst gegen Ende des Krieges aufgenommen zu haben. Auch ein Zusammenhang mit den Mecklenburgern ist nicht zu belegen. Wahrscheinlich haben sie als freie Kaper von Wismar aus Handelsschiffen aufgelauert und dabei englische Schiffe bevorzugt, wie weitere Beschwerden belegen. Die Engl\u00e4nder waren den Kapern in der Ostsee relativ schutzlos ausgeliefert, denn bis der politische Druck bei der Hanse wirkte, konnten Jahre vergehen. In Wismar hatte man lange sehr gute Gesch\u00e4fte mit dem An- und Weiterverkauf der geraubten Waren gemacht. Die Piraten hatten das schnell erworbene Geld in den Kaschemmen am Hafen vertrunken, verspielt und verhurt. Man kaufte ihnen billig die Beute ab, r\u00fcstete sie frisch aus, zog ihnen das restliche Kleingeld aus der Tasche und lie\u00df sie wieder auf Raub ziehen. Mit dem Frieden zwischen D\u00e4nemark und Mecklenburg hatten sich die Zeiten aber ge\u00e4ndert. Au\u00dferdem wuchs der politische Druck des Ordens. In Wismar trennte man sich also schweren Herzens von den Kapern und als diese sich nach neuen Gefilden umsehen mussten, verschlug es die meisten in die Nordsee.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Piraten brauchen sichere H\u00e4fen, von denen aus sie ihrem Gewerbe nachgehen k\u00f6nnen. Als besonders geeignet erweisen sich dabei Gebiete, die keiner Zentralgewalt unterstehen und deshalb keine R\u00fccksichten auf die &#8222;Au\u00dfenpolitik&#8220; nehmen m\u00fcssen (das aktuelle Somalia ist hier ein gutes Beispiel). Die aus der Ostsee vertriebenen Kaper fanden ein geradezu ideales Umfeld in Ostfriesland. Dort waren die verschiedenen H\u00e4uptlinge in endlose Blutfehden verstrickt. Als Seefahrervolk betrieben die Friesen seit Menschengedenken See- und Strandraub. Bei ihnen waren die Vitalier als kostenlose, schlagkr\u00e4ftige Hilfstruppe sofort willkommen. Unter den kr\u00e4ftigen S\u00f6hnen der Bauern und Fischer fanden sie schnell neue Mannschaften und die befestigten Sitze und H\u00e4fen der H\u00e4uptlinge boten Schutz und Absatzm\u00e4rkte f\u00fcr die Beute. Die Piraten nannten sich jetzt Likedeeler, da sie ihre Beute zu gleichen Teilen teilten. Von Ostfriesland aus kaperten sie Schiffe in der Nordsee bis in die Stra\u00dfe von Calais.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignleft size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"462\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/ostfriesland.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1537\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/ostfriesland.jpg 600w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/ostfriesland-300x231.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Wikipedia<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Einer ihrer ersten Heger, wie man ihre Schutzherren nannte, war Ede Wimmeken der m\u00e4chtigste H\u00e4uptling in Ostfriesland. Ede f\u00fchrte seine Fehden mit Unterst\u00fctzung seines Schwiegersohns Lubbe Sibbets und mit dem den Friesen in diesen Dingen eigenen Enthusiasmus. So beteiligte er sich einmal an einer Strafexpedition der Oldenburger und Bremer gegen seinen verhassten Schwager Husseke Hayen und lie\u00df anschlie\u00dfend den Gefangenen mit Hanfstricken durchs\u00e4gen. Als er die Vitalier in Dienst nahm lag er bereits seit l\u00e4ngerem in Fehde mit dem H\u00e4uptling Widzel ten Broke. Von Edes Edenburg aus kaperten seine Hilfstruppen bald ohne Unterschied alle vorbeifahrenden Schiffe. Ede \u00fcbernahm den profitablen Verkauf der Beute &#8211; oft wieder an die Beraubten &#8211; und die \u00dcbergabe der Gefangenen gegen entsprechendes L\u00f6segeld. Das florierende Gewerbe rief allerdings bald die Hanse auf den Plan; die Edenburg war eben nicht Gotland. 1398 zwang eine Strafexpedition Ede dem Seeraub abzuschw\u00f6ren und seine Piraten wegzuschicken. Die lie\u00dfen sich weiter westlich bei seinem Hauptkonkurrenten Widzel ten Broke nieder und beteiligten sich nun an dessen Fehden. Auch der Graf von Oldenburg nahm einige in Dienst, um seine Eink\u00fcnfte aufzubessern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Widzel hatte nach einigen K\u00e4mpfen den Grafen von Holland &#8211; Albrecht von Bayern &#8211; als seinen Lehnsherren anerkennen m\u00fcssen. Albrecht nahm danach ebenfalls einige Likedeeler, die zum Teil vorher f\u00fcr Widzel gegen ihn gek\u00e4mpft hatten, in Dienst und \u00f6ffnete ihnen seine H\u00e4fen. Der Weiterverkauf der geraubten Waren war f\u00fcr fast alle Nordseeanrainer ein eintr\u00e4gliches Gesch\u00e4ft. Nur die massiven Drohungen der Hanse konnten die H\u00e4uptlinge zeitweise davon abhalten. Als jedoch Widzel 1399 starb und sich sein Halbbruder Keno von Holland lossagte, ben\u00f6tigte er sofort wieder dringend Likedeeler als Hilfstruppen. Da sich Keno auf diese Weise verst\u00e4rkt hatte, wollte auch Ede nicht l\u00e4nger zur\u00fcckstehen und nahm sie wieder in Dienst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nun hatte die Hanse die Kindereien der H\u00e4uptlinge, die ihre Fehden oft nur als Vorwand benutzten um hansische Schiffe auszurauben, satt. Im Mai 1400 r\u00fcckte eine gro\u00dfe Strafexpedition nach Friesland. In der Ems stellte sie 200 Seer\u00e4uber, 80 davon wurden im Kampf get\u00f6tet, der Rest floh. Angesichts der hansischen Macht waren die Friesen gezwungen einige der versteckten Likedeeler herauszugeben; unter ihnen befand sich auch ein unehelicher Sohn des Grafen Konrad von Oldenburg. Nachdem die Gefangenen in Emden hingerichtet worden waren, mussten die H\u00e4uptlinge wieder einmal der Piraterie abschw\u00f6ren. Um weiteren R\u00fcckf\u00e4llen vorzubeugen, musste Keno seinen Turm in Marienfelde abbrechen und die Hanse legte Besatzungen in einige Burgen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignright size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"450\" height=\"687\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/likedeeler.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1538\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/likedeeler.jpg 450w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/likedeeler-197x300.jpg 197w\" sizes=\"auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">St\u00f6rtebekers letzter Kampf<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">St\u00f6rtebeker, Michels und die anderen, die der Hanse entgangen waren, mussten Friesland vorerst meiden. St\u00f6rtebeker trat deshalb mit gut 100 Mann in die Dienste des Grafen von Holland. Michels versuchte sein Gl\u00fcck in Norwegen und eine dritte Gruppe wechselte vom Grafen von Oldenburg ebenfalls nach Holland. Eine Urkunde erlaubte ihnen gegen alle zu k\u00e4mpfen, mit denen der Graf in Fehde lag &#8211; unter anderem Hamburg. Verglichen mit den K\u00e4mpfen um Gotland handelte es sich hier nur noch um gr\u00f6\u00dfere R\u00e4uberbanden. Wenn man aber bedenkt, dass eine Kogge nur ungef\u00e4hr 20 Mann Besatzung hatte, kommt doch eine kleine Flotte zusammen, selbst wenn Kriegsschiffe st\u00e4rker bemannt waren. Au\u00dferdem waren die Likedeeler erfahrene Seeleute und K\u00e4mpfer.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr den letzten Kampf der Likedeeler unter St\u00f6rtebeker und Michels gibt es nur wenige Fakten. Wahrscheinlich waren ihnen die sicheren holl\u00e4ndischen H\u00e4fen zu weit von den hansischen Hauptrouten abgelegen, oder sie f\u00fchlten sich stark genug den Gegner direkt herauszufordern. Jedenfalls setzten sie sich auf Helgoland fest und damit Hamburg direkt vor die Nase. Im August 1400 kam es dann zu einer Seeschlacht vor Helgoland, in der St\u00f6rtebeker mit seinen \u00fcberlebenden Gef\u00e4hrten gefangen genommen wurde. Die Gefangenen wurden in Hamburg enthauptet und ihre K\u00f6pfe zur Warnung auf Pf\u00e4hle genagelt. Kurz darauf ereilte Michels und seinen Adjudanten den Magister Wigbold mit ihren Leuten dasselbe Schicksal.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit dem Tod der sp\u00e4ter legend\u00e4ren Anf\u00fchrer war der Spuk aber l\u00e4ngst nicht beendet. Da der Hanse der st\u00e4ndige Unterhalt von Garnisonen in Ostfriesland zu kostspielig war, waren bald wieder Seer\u00e4uber f\u00fcr die verschiedenen H\u00e4uptlinge t\u00e4tig. 1408 unternahm die Hanse wieder eine Strafexpedition; dieses Mal im B\u00fcndnis mit Keno tom Brok, dessen Feinde sich einer Gruppe von Piraten bedienten. Einige Burgen wurden belagert und erobert und Kenos Konkurrenten mussten klein beigeben. Verlockt von seiner gewachsenen Macht, nahm er jedoch bald selbst mehrere hundert Piraten in seinen Dienst und verjagte mit ihnen einen seiner Konkurrenten aus Emden. Dadurch ermuntert begannen die Oldenburger Grafen einen lohnenden Kaperkrieg gegen Holland. Bei \u00e4hnlich verworrenen Machtverh\u00e4ltnissen wie in Italien fanden die Kaper immer wieder sichere H\u00e4fen und Umschlagpl\u00e4tze. Die Hanse konnte sich nur darauf beschr\u00e4nken, die schlimmsten Ausw\u00fcchse zu beschneiden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Neuen Auftrieb bekam das Gewerbe, als es zwischen D\u00e4nemark unter Margaretes Nachfolger Erich von Pommern und den Grafen von Holstein zum Streit um Schleswig kam. Die Holsteiner stellten Kaperbriefe aus und die Piraten, unter der Schirmherrschaft von Kenos Nachfolger Ocko ten Brok, nutzten dessen H\u00e4fen Dokkum und Esumersiel f\u00fcr ihre Fahrten. Sie scheinen sich nicht mit d\u00e4nischen Schiffen begn\u00fcgt zu haben, denn 1420 drohte L\u00fcbeck mit Krieg. Da die Drohungen wie \u00fcblich nichts fruchteten, schickte L\u00fcbeck eine Flotte und ein Heer nach Friesland. 1422 wurde Dokkum erobert und wieder viele Piraten get\u00f6tet oder hingerichtet. Die Holsteiner mussten ihre Hilfstruppen entlassen, die sich zum Teil nach England absetzten, wo der neu aufgeflammte hundertj\u00e4hrige Krieg ausreichende Besch\u00e4ftigung bot.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Verluste der Piraten mussten im Lauf der Jahre gewaltig gewesen sein. Den Strafexpeditionen und Henkern der Hanse waren weit \u00fcber Tausend zum Opfer gefallen; die friesischen Fehden und der Kaperkrieg kosteten ebenfalls vielen das Leben; hinzu kamen die \u00fcblichen Verluste auf See. Doch sobald der Druck der Hanse etwas nachlie\u00df und den Kapern ein Hafen ge\u00f6ffnet wurde, waren sie sofort wieder zu hunderten zur Stelle. In den Fischerd\u00f6rfern und Hafenkneipen fand sich st\u00e4ndig neuer Nachschub. Zum letzten gro\u00dfen Sammelpunkt an der Nordsee wurde die ehemalige Edenburg von Ede Wimmeken. Sein Nachfolger Sibert Lubbenson hatte sie ausgebaut und in Sibertsburg umbenannt. Sie lag g\u00fcnstig an der westlichen Einfahrt zum Jadebusen und war mit Wassergraben, Mauer und m\u00e4chtigem Turm gut befestigt. Dort sammelte Sibert ein regelrechtes Heer und wurde f\u00fcr seine Umgebung immer bedrohlicher. Seine S\u00f6ldner bezahlte er mit der Beute der gekaperten Schiffe. 1432 schlossen sich einige friesische H\u00e4uptlinge, die Oldenburger und die Hanse zusammen und wagten den Angriff. Bei den K\u00e4mpfen wurden zwar viele Piraten erschlagen und gefangen genommen, die Eroberung der Sibertsburg gelang aber nicht. Im Jahr darauf r\u00fcckten die Hamburger mit einem Heer von 2.000 Mann an. Sibert, der Verst\u00e4rkungen heranf\u00fchrte, wurde geschlagen, und die Seer\u00e4uber in einer wochenlangen Belagerung ausgehungert. Die Burg wurde zerst\u00f6rt und die Gefangenen hingerichtet. Die Hamburger besetzten Ostfriesland und sorgten f\u00fcr Ruhe.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignleft size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"320\" height=\"413\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/piratenschadel.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1539\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/piratenschadel.jpg 320w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/piratenschadel-232x300.jpg 232w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Piratensch\u00e4del<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch schon vorher hatte sich in der Ostsee wieder ein neuer T\u00e4tigkeitsbereich aufgetan. Als die wendischen Hansest\u00e4dte ebenfalls mit Erich von Pommern in Konflikt geraten waren, ben\u00f6tigten sie die Unterst\u00fctzung der Kaper. Man fand eine gr\u00f6\u00dfere Gruppe, die sich nach England abgesetzt hatte. Das neue B\u00fcndnis sollte m\u00f6glichst geheim gehalten werden und so verliefen die Kontakte \u00fcber die Hansekontore in Br\u00fcgge und London. Da die Engl\u00e4nder die ungeliebten G\u00e4ste gerne loswerden wollten, wurde man sich schnell einig und die Hauptleute Bartholomeus Voet, Klaus Klockner und Michel Rute traten mit 300 Mann in den Dienst der Hanse gegen Erich von Pommern. Von Wismar aus gef\u00e4hrdeten die Kaper bald den gesamten Ostseehandel. Voet pl\u00fcnderte sogar zwei Mal das norwegische Bergen. Als es 1432 zum Waffenstillstand kam, waren die Kaper wieder arbeitslos. Die wendischen St\u00e4dte zahlten ihnen sogar Sold, um sie loszuwerden.<br><br>Eine gute M\u00f6glichkeit bot der Krieg des deutschen Ordens mit Polen. Der Orden hatte immer wieder unter den Seeleuten S\u00f6ldner angeworben. Ehemalige Piraten waren dabei, auf Grund ihrer Kampferfahrung, besonders beliebt. Im Orden nannte man sie wie alle Matrosen verharmlosend &#8222;Schiffskinder&#8220;. Sie k\u00e4mpften als Fu\u00dfvolk meistens mit langen Streit\u00e4xten und Armbr\u00fcsten und wurden als Festungsbesatzungen und zur Kontrolle von Fluss\u00fcberg\u00e4ngen eingesetzt. Zum Leidwesen des Ordens waren die meisten der Schiffskinder jedoch nicht bereit den eintr\u00e4glichen Kaperkrieg gegen Erich von Pommern aufzugeben. Die Werbungen verliefen erst nach dem Frieden von 1432 erfolgreicher. In seiner Not gew\u00e4hrte der Hochmeister sogar den Hauptleuten Voet und Klockner Pardon, obwohl sie vorher Schiffe aus Reval gekapert hatten. Die ehemaligen Kaper kamen dadurch in geregelte Dienstverh\u00e4ltnisse mit freier Verpflegung, Beuteanteil und Sold von einer halben Mark pro Woche. Dabei gab es die \u00fcblichen Probleme: Der Orden kam oft genug mit dem Sold in R\u00fcckstand, andererseits schraubten die Schiffskinder in wichtigen Situationen ihre Forderungen bis 1,5 Mark in die H\u00f6he. Einige kaperten sogar Schiffe des Ordens, um ihre ausstehenden Forderungen zu begleichen. Trotz allem besch\u00e4ftigte der Orden st\u00e4ndig hunderte von ihnen; Klockner stand sogar bis nach 1454 im Dienst des Ordens.<br><br>Die Vitalienbr\u00fcder waren einst als mecklenburgische und d\u00e4nische S\u00f6ldner zu einer beeindruckenden Macht geworden. Ihren H\u00f6hepunkt hatten sie als Freie Kompanie auf Gotland. Danach zerfielen sie in einzelne R\u00e4uberbanden, die jedoch immer noch als S\u00f6ldnertruppen gefragt waren. Bei jedem Krieg und jeder Fehde kamen die Veteranen aus ihren Schlupfwinkeln und sammelten neue Rekruten. Aber die Stabilisierung der politischen Verh\u00e4ltnisse lie\u00df die alte Selbst\u00e4ndigkeit nicht mehr zu. Die ehemaligen Vitalier und Likedeeler wurden immer mehr zu ganz normalen S\u00f6ldnern, die je nach Bedarf geworben und entlassen wurden. Nat\u00fcrlich war damit die Geschichte der Kaper nicht abgeschlossen. Bei jedem Krieg traten Abenteurer in den Dienst skandinavischer K\u00f6nige und versuchten auf dem Meer ihr Gl\u00fcck zu machen. Doch es blieben einzelne, die mit ihren Mannschaften das alte Gewerbe weiter betrieben.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right wp-block-paragraph\">\u00a9 Frank Westenfelder &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Klaus St\u00f6rtebeker und Godeke Michels.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1533,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[8,114],"tags":[153,152],"class_list":["post-1532","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-artikel","category-renaissance","tag-hanse","tag-piraten"],"blocksy_meta":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.9 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Die Likedeeler - Kriegsreisende<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/artikel\/die-likedeeler\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Die Likedeeler - 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