{"id":1479,"date":"2024-11-12T11:05:36","date_gmt":"2024-11-12T11:05:36","guid":{"rendered":"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/?p=1479"},"modified":"2024-12-24T11:34:30","modified_gmt":"2024-12-24T11:34:30","slug":"die-leichtbewaffneten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/artikel\/die-leichtbewaffneten\/","title":{"rendered":"Die Leichtbewaffneten"},"content":{"rendered":"\n<h5 class=\"wp-block-heading\">untersch\u00e4tzte Spezialisten.<\/h5>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignright size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"400\" height=\"402\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/skythe.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1484\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/skythe.jpg 400w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/skythe-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">skythischer Bogensch\u00fctze<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Griechen k\u00e4mpften als schwer gepanzerte Hopliten in der festen Formation der Phalanx. Sie kannten zwar Leichtbewaffnete &#8211; mit Schild und Wurfspeeren bewaffnete Peltasten, Schleuderer und Bogensch\u00fctzen &#8211; doch diese galten als Krieger zweiter Klasse. Sie durften manchmal als Pl\u00e4nkler die Schlacht er\u00f6ffnen, hatten dann aber schnellstens das Feld zu r\u00e4umen, wenn die &#8222;echten&#8220; Krieger zur Sache kamen. Ganz davon abgesehen, dass die Leichtbewaffneten keine Vollb\u00fcrger waren, da sie sich die teure Hoplitenausr\u00fcstung nicht leisten konnten, galt ihre Kampfesweise als wenig ehrenhaft, da sie aus der Distanz k\u00e4mpften und sich vor dem Zusammenprall &#8222;feige&#8220; zur\u00fcckzogen. Schon Homer verachtete die Bogensch\u00fctzen der Lokrer, &#8222;deren Herz nicht duldet, im stehenden Kampfe zu fechten.&#8220; Und Euripides bezeichnete den Bogen als &#8222;die feigste Waffe, stets zur Flucht bereit. Denn Pfeil und Bogen zeigen nicht des Mannes Mut.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Man findet dieses \u00e4u\u00dferst dumme Vorurteil bis in unsere Tage immer dann wenn gut ausger\u00fcstete und gedrillte Truppen auf leichte, irregul\u00e4re Verb\u00e4nde sto\u00dfen. Zahllose europ\u00e4ische Drillmeister und Offiziere haben sich in den vergangenen paar Jahrhunderten darum bem\u00fcht Indern, Afrikanern, Chinesen, Indios und vielen anderen abendl\u00e4ndisches Standverm\u00f6gen einzubl\u00e4uen. Dabei wurde dann die nat\u00fcrliche Kampfesweise vieler V\u00f6lker sehr oft mit Feigheit verwechselt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Leichtbewaffnete &#8211; keine schlecht ausger\u00fcsteten Milizen &#8211; sind alles andere als feige. Ganz im Gegenteil wird von ihnen wesentlich mehr K\u00f6nnen, Einsatzbereitschaft und Tapferkeit verlangt, als von dem Infanteristen, der in Formation k\u00e4mpft. Der Hoplit stand Schulter an Schulter mit seinen Kameraden, die ihm nicht nur k\u00f6rperlichen, sondern vor allem auch moralischen Halt gaben. Eine Phalanx konnte einen ganz guten Prozentsatz an Feiglingen und schlecht ausgebildeten K\u00e4mpfern ertragen. Sie wurden sozusagen mitgenommen. Die Phalanx ist deshalb die typische Kampfform m\u00e4\u00dfig ausgebildeter Volksaufgebote. Der Leichtbewaffnete dagegen k\u00e4mpfte alleine. Meistens ganz ohne Schutzwaffen sah er sich einem zahlenm\u00e4\u00dfig weit \u00fcberlegenen, waffenstarrenden Feind gegen\u00fcber. Diesen gepanzerten schwerf\u00e4lligen Block musste er immer wieder attackieren und dabei versuchen, ihm mit seinen Nadelstichen Verluste zuzuf\u00fcgen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dabei verwendete er nat\u00fcrlich bevorzugt Distanzwaffen: Wurfspeere, Pfeil und Bogen oder die Schleuder. Auch hier werden die Unterschiede schnell deutlich. Die griechischen Hopliten machten zwar manchmal Sport zur k\u00f6rperlichen Ert\u00fcchtigung, der Umgang mit den Waffen wurde aber &#8211; abgesehen von den Spartanern &#8211; kaum oder sehr selten ge\u00fcbt. Als wichtigste \u00dcbung galt, wenn ein Hoplit in voller R\u00fcstung ein paar hundert Meter laufen konnte. Da war der Umgang mit den Distanzwaffen schon wesentlich schwieriger zu erlernen; vor allem Pfeil und Bogen und die Schleuder erforderten jahrelange intensive \u00dcbung. Dazu kam die notwendige Kaltbl\u00fctigkeit, die man ben\u00f6tigte, um gegen eine Phalanx vorzugehen. Es versteht sich von selbst, dass diese F\u00e4higkeiten unter den griechischen B\u00fcrgern kaum zu finden waren. Die hatten in der Regel besseres zu tun.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignleft size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"580\" height=\"395\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/schleuderer.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1482\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/schleuderer.jpg 580w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/schleuderer-300x204.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 580px) 100vw, 580px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">balearische Schleuderer<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine der \u00e4ltesten und primitivsten Waffen ist sicher die Schleuder. Sie ist ideal f\u00fcr Hirten, die damit ihre Herden dirigieren und gegen Raubtiere verteidigen. Au\u00dferdem verf\u00fcgen Hirten \u00fcber mehr als genug Zeit um sich in ihrem Gebrauch zu \u00fcben, und Munition gibt es im \u00dcberfluss. Trotzdem wird jemand, der \u00fcber Pfeil und Bogen verf\u00fcgt oder sich gar Waffen aus Metall leisten kann, nur selten mit einer Schleuder in den Kampf ziehen. Ge\u00fcbte Schleuderer fand man deshalb besonders in den r\u00fcckst\u00e4ndigsten und \u00e4rmsten Regionen: in \u00c4tolien, Akarnanien, Thessalien und nat\u00fcrlich auf Rhodos. Im Westen rekrutierten die Karthager und sp\u00e4ter die R\u00f6mer ihre Schleuderer auf den kargen Balearen, deren Namen sich vom griechischen &#8222;Baliarides&#8220; f\u00fcr Steinschleuderer ableitet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders die armen Inseln, die st\u00e4ndig unter \u00dcberbev\u00f6lkerung litten und kaum Produkte f\u00fcr den Export produzierten, waren ideale Rekrutierungsgebiete. Wahrscheinlich gab es dort Familien, deren \u00fcberz\u00e4hlige S\u00f6hne seit vielen Generationen in der Fremde dienten, so dass der Nachwuchs irgendwann gezielt f\u00fcr den Kriegsdienst ausgebildet wurde. So berichtet Diodor \u00fcber die hohe Treffsicherheit der Balearer: <em>&#8222;Dies bringt aber die ununterbrochene \u00dcbung von Kind auf zu Wege. Denn sie werden schon als Knaben von ihren M\u00fcttern immerfort zum Schleudern gezwungen. Es wird n\u00e4mlich als Ziel ein St\u00fcck Brot an einer Stange befestigt, und der sich \u00dcbende bekommt nicht eher zu essen, als bis er das Brot getroffen hat.&#8220;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Schlacht er\u00f6ffneten die Schleuderer den Kampf oder bildeten beim Marsch die Nachhut. Gro\u00dfe Bedeutung hatten sie auch bei Belagerungen, wo sie die Verteidiger von den Mauern vertrieben. Die Geschosse lie\u00dfen die Feldherren meistens in gro\u00dfen St\u00fcckzahlen aus gebrannten oder getrocknetem Ton herstellen, um ein einheitliches Gewicht zu garantieren. Gegen Ende des 5. Jahrhunderts kamen dann Geschosse aus Blei auf, die nicht nur eine verheerende Wirkung hatten, sondern auch weiter flogen als Pfeile. Spezialisten halten bei Bleigeschossen eine Weite von 350-400 Meter f\u00fcr m\u00f6glich. Oft trugen die Geschosse den Namen des Feldherrn, der sie in Auftrag gegeben hatte. Man hat aber auch einige St\u00fccke gefunden, die vom Humor ihrer einstigen Besitzer zeugen. Auf ihnen steht dann: &#8222;Leckerbissen des Mars&#8220;, &#8222;ach\u00e4ischer Schlag&#8220;, &#8222;Nimm dies&#8220; oder einfach &#8222;Aua&#8220;. Man kann hier an Gesch\u00fctzgie\u00dfer der Fr\u00fchen Neuzeit oder moderne Bomberpiloten denken, die ihre Produkte manchmal mit \u00e4hnlichen Gr\u00fc\u00dfen versahen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00c4hnlich wie Schleuderer ben\u00f6tigen auch Bogensch\u00fctzen sehr viel \u00dcbung und sind deshalb unter St\u00e4dtern oder Bauern kaum zu finden. In Griechenland kamen die meisten aus Kreta, wo sich die Tradition im Umgang mit dieser Waffe wahrscheinlich noch aus vordorischer Zeit gehalten hatte. Zudem ist Kreta \u00e4u\u00dferst bergig und seine Bewohner widmeten sich seit Urzeiten dem Seeraub; wodurch man f\u00fcr Hopliten nur sehr begrenzt Verwendung hatte. Sehr beliebt waren aber auch Skythen, da diese den Umgang mit Pfeil und Bogen schon als Kinder lernten. Athen unterhielt lange eine Polizeitruppe aus 300 skythischen Bogensch\u00fctzen, die als Staatssklaven am Schwarzen Meer gekauft worden waren. Sie dienten in ihrer heimische Tracht und hatten einen hervorragenden Ruf. W\u00e4hrend des Peloponnesischen Krieges wurden sie auf \u00fcber tausend Mann verst\u00e4rkt und kamen haupts\u00e4chlich auf den Schiffen der Flotte zum Einsatz.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignright size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"400\" height=\"405\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/pentast.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1485\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/pentast.jpg 400w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/pentast-296x300.jpg 296w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Peltast<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei der Masse der Leichbewaffneten handelte es sich jedoch um einfache Speerwerfer, so genannte Akontisten. Sie kamen normalerweise aus den Provinzen n\u00f6rdlich des Peloponnes &#8211; Akarnanien, \u00c4tolien, Lokris, Olynth und Thessalien -, wo das unwegsame Bergland eine beweglichere Kampfweise als die der schwerf\u00e4lligen Phalanx erforderte, und wo sich kaum jemand die teure Hoplitenausr\u00fcstung leisten konnte. Die besten Krieger dieser Art, die es zur Not auch im Nahkampf mit einzelnen Hopliten aufnahmen, rekrutierte man jedoch unter den barbarischen Thrakern. Von den Thrakern \u00fcbernahm man auch den kleineren Flechtschild, genannt &#8222;Pelte&#8220;, dem dann die Waffengattung ihre Bezeichnung verdankte. F\u00fcr die Griechen waren Peltasten meist mit Thrakern identisch, weshalb sie gerne mit der f\u00fcr diese typischen phrygischen M\u00fctze abgebildet wurden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So lange die Griechen ihre Kriege wie gro\u00dfe Turniere austrugen, spielten die Leichtbewaffneten kaum eine Rolle. Die Wende kam langsam mit dem Peloponnesischen Krieg, als mehrmals Hoplitenaufgebote von Leichtbewaffneten aufgerieben wurden. Dennoch fiel es den Griechen schwer, die notwendigen Konsequenzen daraus zu ziehen. In Athen blieben die Leichten lange ein wildes Gemisch, aus armen St\u00e4dtern, Ruderern und geworbenen S\u00f6ldnern. Eine Ausbildung gab es nicht, und alle k\u00e4mpften mit ihren heimischen Waffen, einige warfen sogar mit Steinen. Das st\u00e4rkste Hindernis war das Hoplitenethos, das B\u00fcrgerrechte und Kriegsdienst seit Jahrhunderten als Einheit betrachtete. Gute Peltasten konnte man fast nur als S\u00f6ldner anwerben, wozu die Poleis nur im Ausnahmefall bereit waren. Bezeichnenderweise wurden die gr\u00f6\u00dften Fortschritte an der Peripherie &#8211; auf Sizilien und in Makedonien &#8211; gemacht, wo sich autokratische Herrscher wenig um Traditionen scherten und in viel gr\u00f6\u00dferem Umfang S\u00f6ldner verwendeten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als jedoch im 4. Jahrhundert die Kriege immer mehr zu langwierigen Feldz\u00fcgen wurden und die gute alte Hoplitenschlacht in den Hintergrund r\u00fcckte, stieg auch in den griechischen Poleis der Bedarf an Leichtbewaffneten enorm. Aufkl\u00e4rung, Flankenschutz, n\u00e4chtliche \u00dcberf\u00e4lle oder das Pl\u00fcndern im Feindesland war ohne ihre Hilfe praktisch nicht zu leisten. Xenophon musste unter den Hopliten, die nach Persien gezogen waren, ehemalige Schleuderer und Bogensch\u00fctzen suchen lassen, da sonst alle von den Persern aufgerieben worden w\u00e4ren. Sein \u00e4u\u00dferst genauer Bericht verdeutlicht auch, dass von den Leichtbewaffneten auf Dauer oft mehr verlangt wurde als von den Hopliten. Denn ihre Verluste beliefen sich am Ende des Feldzuges auf circa 50%, w\u00e4hrend die Hopliten nur 25% verloren hatten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Grundlegend f\u00fcr die weitere Entwicklung wurden dann die Reformen des Iphikrates. Er war der Sohn eines Schusters aus Athen, und man nimmt an, dass er sein Handwerk bereits in jungen Jahren unter Konon in persischen Diensten lernte &#8211; also um 395. Wahrscheinlich erhielt er von diesem das Kommando \u00fcber eine bunt gemischte S\u00f6ldnertruppe, die mit persischen Geld angeworben worden war. Er ging zuerst daran deren Ausr\u00fcstung zu vereinheitlichen. Alle erhielten den leichten thrakischen Schild, zu den Wurfspeeren noch eine etwas l\u00e4ngere Sto\u00dflanze, ein l\u00e4ngeres Schwert und einen leichten Leinenpanzer. Dadurch waren die S\u00f6ldner ganz gut gegen Geschosse gesch\u00fctzt, waren weiterhin sehr beweglich und konnten sogar auch im Nahkampf eingesetzt werden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignleft size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"400\" height=\"509\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/thraker.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1486\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/thraker.jpg 400w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/thraker-236x300.jpg 236w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">thrakische Peltast &#8211; Wikipedia<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vor allen Dingen aber legte er gro\u00dfen Wert auf die Ausbildung. Seine Truppen mussten nicht nur hervorragend mit ihren Waffen umgehen k\u00f6nnen, sondern auch auf dem Marsch und im Feldlager Disziplin halten und in der Lage sein schnelle Man\u00f6ver in geschlossener Form auszuf\u00fchren. Ein Chronist schreibt: <em>&#8222;Er f\u00fchrte das Heer mit so trefflicher Manneszucht, dass es niemals in Griechenland Truppen gegeben hat, die ge\u00fcbter gewesen w\u00e4ren oder auf des F\u00fchrers Befehl p\u00fcnktlicher gehorcht h\u00e4tten; auch gew\u00f6hnte er sie daran, wenn vom Feldherrn das Zeichen zur Schlacht gegeben war, ohne des Anf\u00fchrers Zutun so geordnet anzutreten, dass sie einzeln vom geschicktesten Feldherrn aufgestellt schienen.&#8220;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit dieser Truppe \u00fcberfiel er dann 390 bei Korinth eine spartanische Mora von 600 Mann auf dem Marsch. Seine Peltasten attackierten die Spartaner immer wieder mit Wurfspeeren. Auch als der spartanische Feldherr dann seine j\u00fcngsten Krieger zur Verfolgung ausschickte, gelang es diesen nicht die Fl\u00fcchtenden einzuholen. Sie wurden sogar oft ein Opfer der Wurfspeere, wenn sie ersch\u00f6pft zu ihren Linien zur\u00fcckkehrten. Schlie\u00dflich gaben die Spartaner ihre Formation auf und versuchten zu fl\u00fcchten, was jedoch nur wenigen gelang.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieser Sieg erregte zwar \u00fcberall in Griechenland gro\u00dfes Aufsehen, aber Iphikrates fand nur wenige Nachahmer. Er war seiner Zeit voraus und hatte in der st\u00e4ndisch organisierten Polis kaum Aufstiegsm\u00f6glichkeiten. Er suchte sein Gl\u00fcck deshalb als S\u00f6ldnerf\u00fchrer in der Fremde. Sein Ruf war hervorragend und so \u00fcbertrug ihm der Gro\u00dfk\u00f6nig&nbsp; den Oberbefehl \u00fcber die griechischen S\u00f6ldner bei dem gescheiterten Angriff auf \u00c4gypten 373. Zu seinem wichtigsten Auftraggeber wurde aber der K\u00f6nig von Thrakien, von dem er eine Tochter zur Frau und gro\u00dfen Grundbesitz erhielt. Als thrakischer Adliger hatte er das beste Rekrutierungsgebiet f\u00fcr Peltasten vor der Haust\u00fcr, mit denen er auch in Zukunft immer mal wieder f\u00fcr Athen k\u00e4mpfte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Trotzdem hatten seine Reformen weder in Athen noch in Sparta gro\u00dfe Auswirkungen. Man mietete zwar dort zunehmend S\u00f6ldner, darunter viele Peltasten, den Kern der Heere stellte aber nach wie vor das Aufgebot der schwer ger\u00fcsteten Hopliten. Dass er dennoch den richtigen Weg gewiesen hatte, zeigte sich als unter K\u00f6nig Philipp Makedonien zur Gro\u00dfmacht wurde. Philipp musste wie gesagt keine R\u00fccksichten auf die Empfindlichkeiten der B\u00fcrgerhopliten nehmen. Die Makedonen hatten wahrscheinlich ohnehin meistens als Leichtbewaffnete gek\u00e4mpft. Als er nun daran ging aus ihnen eine Phalanx zu bilden, erhielten sie ganz nach dem Vorbild der iphikratischen Peltasten einen leichteren Schild und Panzer aus Leder oder Leinen. Philipp verf\u00fcgte nach der Eroberung der Goldminen im Pangaiongebirge \u00fcber viel mehr Geld als die griechischen St\u00e4dte. Das hei\u00dft, bei der leichteren R\u00fcstung ging es nicht um Sparsamkeit sondern um Mobilit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignright size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"400\" height=\"659\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/agrianer.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1487\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/agrianer.jpg 400w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/agrianer-182x300.jpg 182w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Agrianer &#8211; Wikipedia<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Philipps Neuerung bestand im wesentlichen darin, die Peltasten nun auch in der Phalanx zu verwenden. Durch die Einf\u00fchrung einer l\u00e4ngeren Sto\u00dflanze konnte die makedonische Phalanx viel tiefer gegliedert werden. Der Massendruck glich dann die mangelnde Panzerung mehr als aus. Gewonnen wurde aber die Beweglichkeit der Peltasten. Wie hoch diese von Philipp gesch\u00e4tzt wurde, zeigt sich daran, dass seine Elitetruppe die Hypaspisten sogar noch leichter bewaffnet waren und neben einer k\u00fcrzeren Sto\u00dflanze auch Wurfspeere trugen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unter Alexander wurden die Hypaspisten dann zur Allzwecktruppe schlechthin sie begleitete ihn auf den meisten seiner Eilm\u00e4rsche, wurde f\u00fcr schnelle Flankenangriffe aber auch als tief gestaffelte Sto\u00dfkolonne eingesetzt. Eine \u00e4hnliche Funktion hatte ein reines Peltastenkorps aus etwa 1.000 Agrianern &#8211; ein thrakischer Stamm. Manche Historiker halten die Agrianer f\u00fcr die h\u00e4rteste Truppe von Alexanders ganzer Armee, da sie von dem Chronisten Arrian am meisten erw\u00e4hnt werden und vier Kommandeure in der Schlacht verloren. Zusammen mit den Hypaspisten wurden sie immer wieder f\u00fcr schnelle Sonderkommandos verwendet. Dass sie aber auch durchaus eine Position halten konnten, zeigten sie bei Gaugamela als sie den Angriff der gef\u00fcrchteten Sichelwagen stoppten.<br><br>Trotz dieser Erfolge wurden die Leichtbewaffneten von Alexanders Nachfolgern bald wieder vernachl\u00e4ssigt. Auch die makedonischen Phalangisten trugen nun bessere und schwerere Panzer. Einige griechische St\u00e4mme wie die \u00c4toler k\u00e4mpften zwar weiterhin mit Wurfspeeren, und Bogensch\u00fctzen von Kreta und Schleuderer von Rhodos wurden sogar noch von den R\u00f6mern gesch\u00e4tzt, typische Peltasten sucht man in den Armeen der Gro\u00dfm\u00e4chte jedoch meistens vergebens. Lediglich die Karthager hatten vor allem unter Hamilkar Barkas und seinem Sohn Hannibal immer starke Kontingente an Leichtbewaffneten, die sie auch mit gro\u00dfem Erfolg einsetzten. Aber die kommandierten auch typische S\u00f6ldnerheere.<br>\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right wp-block-paragraph\">\u00a9 Frank Westenfelder &nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>untersch\u00e4tzte Spezialisten.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1480,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[68,8],"tags":[148,147],"class_list":["post-1479","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-antike","category-artikel","tag-griechen","tag-leichtbewaffnete"],"blocksy_meta":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.9 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Die Leichtbewaffneten - Kriegsreisende<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/artikel\/die-leichtbewaffneten\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Die Leichtbewaffneten - 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