{"id":1449,"date":"2024-11-10T15:25:24","date_gmt":"2024-11-10T15:25:24","guid":{"rendered":"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/?p=1449"},"modified":"2024-12-24T11:34:55","modified_gmt":"2024-12-24T11:34:55","slug":"griechische-hopliten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/artikel\/griechische-hopliten\/","title":{"rendered":"Griechische Hopliten"},"content":{"rendered":"\n<h5 class=\"wp-block-heading\">die schwere Infanterie des Altertums.<\/h5>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignleft size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"400\" height=\"526\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/hoplit.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1450\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/hoplit.jpg 400w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/hoplit-228x300.jpg 228w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">griechischer Hoplit<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Etwa um 1000 (alle folgenden Jahreszahlen sind selbstverst\u00e4ndlich v.Chr.) wurde \u00c4gypten zur Beute der angrenzenden V\u00f6lker, die oft schon als S\u00f6ldner den Reichtum und die Schw\u00e4chen des Landes kennengelernt hatten. Zuerst putschten sich libysche S\u00f6ldner an die Macht und gr\u00fcndeten die 22. Dynastie. Ihnen folgten die \u00c4thiopier und schlie\u00dflich kamen die Assyrer. F\u00fcr die Fellachen \u00e4nderte sich dadurch wahrscheinlich nicht viel. Sie mu\u00dften weiter f\u00fcr den Wohlstand der Herrscher, des Adels, der Priester und der fremden Krieger sorgen. Es ist deshalb nicht erstaunlich, da\u00df sich Pharao Psammetich I. (663-609), als er gegen die Assyrer rebellierte, wieder auf S\u00f6ldner st\u00fctzten musste. Der Legende nach hatte ein Sturm einige ionische und karische Seer\u00e4uber nach \u00c4gypten verschlagen. Da ein Orakel dem Pharao vorausgesagt hatte, da\u00df ihm &#8222;eherne M\u00e4nner&#8220; vom Meer zur Hilfe kommen w\u00fcrden, nahm er sie sofort in seine Dienste und schlug mit ihrer Hilfe die Assyrer, die zu dieser Zeit haupts\u00e4chlich in anderen Teilen ihres Imperiums besch\u00e4ftigt waren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Trotzdem war das nat\u00fcrlich nicht mit ein paar hundert Seer\u00e4ubern zu bewerkstelligen. Aber vielleicht haben sie tats\u00e4chlich den Anfang gemacht und dann durch die Kunde von der Freigebigkeit des Pharaos f\u00fcr regen Nachschub aus Griechenland gesorgt. Da sich \u00c4gypten aber zum Kampf gegen die Assyrer mit Lydien verb\u00fcndet hatte, wo schon l\u00e4nger griechische und karische S\u00f6ldner besch\u00e4ftigt wurden, ist es auch gut m\u00f6glich, da\u00df der erste Kontrakt durch lydische Vermittlung zustande gekommen war. Milit\u00e4risch waren sie auf jeden Fall derart erfolgreich, dass kein Pharao fortan auf sie verzichten wollte. Wie einst die Libyer wurden jetzt zehntausende Karer und Griechen in eigenen Milit\u00e4rkolonien im Nildelta angesiedelt. Bei inner\u00e4gyptischen Machtk\u00e4mpfen wurden sie zu einem der wichtigsten Faktoren, und selbst wenn sie dabei einmal unterlagen, stellten sie bald wieder die Leibgarde des Siegers und besch\u00fctzten ihn zuverl\u00e4ssig vor seinen Untertanen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit den Griechen war ein v\u00f6llig neuer S\u00f6ldnertypus auf dem Markt erschienen. Anders als die meisten ihrer &#8222;Kollegen&#8220; waren sie keine &#8222;wilden&#8220; Nomaden, sondern kamen aus relativ hoch entwickelten Staaten. Sie k\u00e4mpften als schwer gepanzerte Infanteristen. Ihre Ausr\u00fcstung bestand aus einer etwa zwei Meter langen Lanze, Helm, Brustpanzer und Beinschienen aus Bronze, da diese h\u00e4rter als das damals verwendete Eisen war. Dazu kam der mit Eisen beschlagene Rundschild &#8211; der &#8222;Hoplon&#8220;, von dem sich die Bezeichnung der Krieger ableitete. Die Krieger k\u00e4mpften in einer etwa acht &#8211; manchmal bis zu 25 &#8211; Glieder tiefen Phalanx. Nat\u00fcrlich hatte sich auch schon das Fu\u00dfvolk anderer V\u00f6lker lange vor den Griechen in \u00e4hnlichen Formationen aufgestellt: dicht gedr\u00e4ngt hinter ihren Schilden, die Lanzen vorgestreckt versuchten sie sich vor den feindlichen Wurfgeschossen zu sch\u00fctzen und die Angriffe der Streitwagen oder Reiter abzuwehren. Doch es waren fast immer defensive Versuche relativ hilfloser Infanterieaufgebote. Das griechische Wort Phalanx dagegen bedeutet eigentlich &#8222;Walze&#8220; und genau so k\u00e4mpften die Griechen: sie r\u00fcckten unaufhaltsam vor. Dabei stimmten sie ihren &#8222;Paian&#8220; &#8211; ihren Schlachtgesang &#8211; an und steigerten langsam ihre Geschwindigkeit bis zu einem Sturmlauf \u00fcber die letzen hundert Meter. Dem Aufprall und dem Massendruck dieser gepanzerten und lanzenstarrenden Walze konnte niemand widerstehen. Oft war es sogar so, dass Heere, die das erste mal eine Phalanx auf sich zukommen sahen, vor dem Zusammenprall das Weite suchten.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"900\" height=\"589\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/phalanx.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1453\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/phalanx.jpg 900w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/phalanx-300x196.jpg 300w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/phalanx-768x503.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">griechische Phalanx<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bis zum Auftreten der Griechen wurde zumeist indirekt mit Wurgeschossen gek\u00e4mpft, oder der Adel suchte den ritterlichen Zweikampf als Streitwagenfahrer oder Reiter. Sogar in den Epen von Homer k\u00e4mpfen die Griechen noch selbst auf diese Weise. Es ist viel ger\u00e4tselt worden, wie die Griechen ausgerechnet zu dieser Kampfform kamen. Nat\u00fcrlich ist es einfach den Gegner mit einem schnellen, furchteinfl\u00f6\u00dfenden Angriff in die Flucht zu schlagen. Doch diese Taktik hatten sie ja nicht im Kampf gegen Fremde, sondern in internen Kriegen also im Zusammenprall von Phalanx mit Phalanx gelernt. In der Schlacht gab es wahrscheinlich nichts schrecklicheres als den Angriff auf eine feindliche Phalanx. Schon der Sturmlauf widerstrebte allen nat\u00fcrlichen Instinkten und erforderte eine enorme psychische \u00dcberwindung der Beteiligten. DerZusammenprall war furchtbar. Viele in den ersten Reihen wurden erdr\u00fcckt und niedergetreten. Dann begann das hektische Sto\u00dfen mit den Lanzen, wobei jeder nach den Schwachstellen zwischen den gegnerischen Schilden und Panzern suchte: Achselh\u00f6hlen, Hals und vor allem Unterleib. Ein Ausweichen war kaum m\u00f6glich, denn von hinten wurde man mit enormer Gewalt weiter nach vorne gedr\u00fcckt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Irgendwie scheint die Entstehung der Phalanx mit der sozialen Struktur der griechischen Stadtstaaten zusammenzuh\u00e4ngen. Gut ger\u00fcstete und disziplinierte Infanteristen findet man weder in archaischen noch in rein feudalistischen Gesellschaften, sondern dort wo Bauern- und B\u00fcrgermilizen im Kampf ausgebildet und mit guten Waffen ausger\u00fcstet werden. Deshalb erinnert die Kampfweise der Hopliten sicher nicht ohne Grund an die Gewalthaufen der italienischen und fl\u00e4mischen St\u00e4dter, schweizer Reisl\u00e4ufer oder der deutschen Landsknechte. In Griechenland konnten nur Wohlhabende die relative teure Hoplitenausr\u00fcstung bezahlen, deren Anschaffung die Voraussetzung f\u00fcr die B\u00fcrgerrechte war. Die \u00fcberwiegende Mehrheit waren Bauern, andere gut verdienende Handwerker oder H\u00e4ndler. Alle geh\u00f6rten jedoch zur besitzenden Schicht, die f\u00fcr ihre eigenen Interessen k\u00e4mpfte. Nach John Keegan waren es vor allem praktische Menschen, die die unvermeidlichen kriegerischen Konflikte auf ein Minimum an Zeit und Aufwand begrenzen wollten. Oft wurden die Kriege regelrecht verabredet, Kriegslisten und umst\u00e4ndliche taktische Man\u00f6ver waren dabei eher die Ausnahme. Man suchte sich ein passendes Gel\u00e4nde zur Schlacht und regelte dort die Angelegenheit. Wenn eine Phalanx durchbrochen wurde, warfen die Verlierer meistens Panzer und Waffen weg und flohen sehr schnell, verfolgt wurden sie selten. Niemand wollte den Gegener vernichten und v\u00f6llig unterwerfen, wie es sp\u00e4ter die R\u00f6mer praktizierten. Man hat die Verluste der Verlierer auf ca. 15% gesch\u00e4tzt. Nach der Schlacht erhielten die Besiegten die M\u00f6glichkeit ihre Gefallenen zu bestatten und akzeptierten in den folgenden Friedensverhandlungen meistens die Forderungen ihrer Gegner. Die traditionelle griechische Schlacht war zwar eine \u00e4u\u00dferst brutale aber dennoch ritualisierte und schnelle L\u00f6sung politischer Konflikte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um den Schrecken dieser furchtbaren Schlachten durchzustehen brauchten die Griechen vor allem die entsprechende psychische Konstitution. Die Erziehung zu kriegerischem Selbstvertrauen und dem damit verbundenen Ehrenkodex waren die Basis; das Standesbewu\u00dftsein der B\u00fcrger, die in einer geschlossenen Reihe mit ihresgleichen k\u00e4mpften, tat das \u00fcbrige. Dennoch war diese Art zu k\u00e4mpfen etwas f\u00fcr Zivilisten, f\u00fcr Gelegenheitskrieger. Ein Hoplit braucht viel weniger \u00dcbung im Waffenhandwerk als ein Bogensch\u00fctze oder Reiter. Letzten Endes ben\u00f6tigt er auch nicht so viel Mut und Entschlossenheit wie ein Einzelk\u00e4mpfer, denn die Phalanx gibt ihm Halt und nimmt ihm alle Entscheidungen ab. Da vor dem Peloponnesischen Krieg l\u00e4ngere Feldz\u00fcge praktisch unbekannt waren, entfielen auch weitgehend die Strapazen monatelanger M\u00e4rsche und des Lagerlebens. Unter den Zeitgenossen der Griechen gab es sicher bessere und auch h\u00e4rtere Krieger, ihr Vorteil lag jedoch darin, dass sie eine relativ gro\u00dfe Anzahl an gut ausger\u00fcsteten K\u00e4mpfern mobilisieren konnten und diese dann diszipliniert offensiv zum Einsatz brachten.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignright size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"350\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/abu-simbel.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1456\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/abu-simbel.jpg 500w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/abu-simbel-300x210.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Abu Simbel<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die ersten Abnehmer griechischer S\u00f6ldner waren bezeichnenderweise die Lydier, die das Geld ja erfunden haben sollen und deren K\u00f6nig Kr\u00f6sus wegen seines Reichtums zu einer legend\u00e4ren Gestalt wurde, und dann die noch reicheren Pharaonen. Nach ihren Anf\u00e4ngen unter Psammetich I. standen meistens einige zehntausend in \u00e4gyptischen Diensten. Sie dienten in den Grenzbefestigungen gegen Libyer, Araber und \u00c4thiopier und nahmen an verschiedenen Feldz\u00fcgen teil. So zogen sie mit einer Armee w\u00e4hrend der Regierungszeit Psammetich II. (593-588) in das ferne Land Kush am oberen Nil. Sie m\u00fcssen etwas verlorenes gehabt haben, mit ihren bronzenen Panzern und geschm\u00fcckten Helmen dort in der nubischen W\u00fcste an der Grenze zu Schwarzafrika. Vom Ausgang der Expedition ist nichts bekannt; sieben von ihnen kratzten ihre Namen jedoch in eines der Beine der Kolosse von Abu Simbel.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als der Pharao Apries 570 ein Heer gegen die griechische Kolonie Kyrene in Libyen schickte, lie\u00df er aus Mi\u00dftrauen seine griechischen S\u00f6ldner lieber zu Hause. Das Heer wurde geschlagen und meuterte dann unter dem Heerf\u00fchrer Amasis. Apries suchte nun Schutz bei seinen griechischen S\u00f6ldnern. Obwohl er von denen 30.000 gehabt haben soll, unterlag er seinem Rivalen, der nach einer kurzen Doppelherrschaft als neuer Pharao die Machr \u00fcbernahm. Doch auch Amasis wollte auf die Griechen nicht verzichten. Er holte sie aus ihren Siedlungen im Delta in die Metropole Memphis , wo er unter ihnen seine pers\u00f6nliche Leibgarde rekrutierte, &#8222;um sich gegen seine \u00c4gypter zu sch\u00fctzen&#8220;, wie Herodot zu berichten wei\u00df. Durch B\u00fcndnisse mit Samos und Kyrene sicherte er sich zudem weiteren Nachschub.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch den Griechen und ihren traditionellen Arbeitgebern war inzwischen im Osten ein neuer \u00fcberm\u00e4chtiger Feind entstanden. Dort waren aus den K\u00e4mpfen um die Erbmasse des assyrischen Imperiums die Perser als die gro\u00dfen Sieger hervorgegangen. Mit unglaublicher Vitalit\u00e4t dehnten sie ihre Grenzen immer weiter aus. Im Osten erreichten sie den Indus, im Norden die zentralasiatischen Steppen zwischen Oxus und Jaxartes und im Westen stie\u00dfen sie gegen \u00c4gypten, Lydien und die griechischen St\u00e4dte der ionischen K\u00fcste. Bei den folgenden K\u00e4mpfen, die erst mit den Z\u00fcgen Alexanders des Gro\u00dfen mehr als 200 Jahre sp\u00e4ter ihren Abschluss fanden, haben sich die Griechen am Anfang allerdings nicht gerade mit Ruhm bekleckert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zuerst fiel Lydien. K\u00f6nig Kr\u00f6sus hatte einen Griechen mit reichlich Geld versehen, um damit S\u00f6ldner auf der Peloponnes anzuwerben. Doch der setzte sich mit dem Geld ab und verriet dann Kr\u00f6sus\u2019 Pl\u00e4ne an den Perserk\u00f6nig. Als auch die Spartaner, die eine Art Subsidienvetrag mit Kr\u00f6sus abgeschlossen hatten, mit den versprochenen Truppen zu Hause blieben, soll Kr\u00f6sus in seiner Not zu einer List gegriffen haben. Er steckte seine kr\u00e4ftigsten M\u00e4nner in griechische R\u00fcstungen und soll mit ihnen einen Waffenstillstand erfochten haben. Ob sich bei seiner endg\u00fcltig Niederlage 546 griechische S\u00f6ldner in seinem Heer befanden, l\u00e4sst sich nicht mit Sicherheit best\u00e4tigen. Danach unterwarf der persische Gro\u00dfk\u00f6nig Kyros II. anscheinend ohne gr\u00f6\u00dfere Probleme die griechischen St\u00e4dte Kleinasiens. Mit der Eroberung \u00c4gyptens konnte allerdings erst sein Sohn Kambyses (529-522) beginnen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignleft size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"400\" height=\"598\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/griechen-agypten.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1458\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/griechen-agypten.jpg 400w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/griechen-agypten-201x300.jpg 201w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Griechen in \u00c4gypten<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Kambyses 525 zur Eroberung \u00c4gyptens aufbrach, befanden sich neben den Kontingenten der ionischen St\u00e4dte auch griechische S\u00f6ldner in seinem Heer. So hatte ihm Polykrates der Tyrann von Samos ein gr\u00f6\u00dferes Kontingent aufr\u00fchrerischer B\u00fcrger geschickt &#8222;mit der Weisung an Kambyses, sie nicht nach Samos zur\u00fcckkehren zu lassen.&#8220; (Diese Methode unbequeme Untertanen zu entsorgen, sollte in der Geschichte noch viele Nachahmer finden). Vor allem st\u00fctzten sich jedoch die \u00c4gypter auf die inzwischen altbew\u00e4hrten griechischen Hopliten. Unter diesen machte nun ein gewisser Phanes von Halikarnass von sich reden. Er galt als tapferer Offizier hatte sich aber aus irgendwelchen Gr\u00fcnden mit dem Pharao \u00fcberworfen und war dann aus Rachsucht zum persischen Gro\u00dfk\u00f6nig geflohen, um diesem seine Dienste anzubieten. Seiner Ortskenntnis war es zu verdanken, dass das persische Heer dann die notwendigen Wasserstellen fand, um die \u00e4gyptischen Grenzbefestigungen zu umgehen. Die Griechen in \u00e4gyptischen Diensten waren \u00fcber diese Tat so erbittert, dass sie vor dem Kampf die zur\u00fcckgebliebenen S\u00f6hne des Phanes schlachteten, ihr Blut mit Wasser und Wein mischten und alle S\u00f6ldner davon trinken lie\u00dfen. Doch auch diese Barbarei n\u00fctzte nichts, sie wurden geschlagen und \u00c4gypten wurde persische Provinz.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So war den Griechen nicht nur ihr letzter Gro\u00dfkunde abhanden gekommen, sie waren nun als &#8222;Frontstaat&#8220; selbst ins Visier der persischen Expansionsgel\u00fcste ger\u00fcckt. Nachdem die Perser einen Aufstand der ionischen St\u00e4dte (499-93) niedergeschlagen hatten, beschlossen sie, das Problem an der Wurzel zu packen und Griechenland selbst zu erobern. Es begann die lange Phase der Perserkriege mit den gro\u00dfen griechischen Siegen bei Marathon, Salamis und Plataiai. Sie endeten erst 448, nachdem Athen einen Gro\u00dfteil der kleinasiatischen Griechenst\u00e4dte &#8222;befreit&#8220; d.h. dem eigenen schnell wachsenden Machtbereich eingegliedert hatte. Au\u00dfer von einigen \u00dcberl\u00e4ufern auf persischer Seite ist in dieser Zeit von griechischen S\u00f6ldnern praktisch nichts zu h\u00f6ren. Als sich danach aber \u00c4gypten wieder einmal gegen die persische Herrschaft erhob (460-454) standen wieder tausende im Dienst des Pharaonen Inaros, zudem schickte Athen ein ganzes Hilfskorps. Nachdem die griechischen Truppen von den Persern jedoch v\u00f6llig aufgerieben worden waren, wurde auch dieser Aufstand unterdr\u00fcckt.<br><br>Nach den bald schon legend\u00e4ren Schlachten der Perserkriege, zu denen im Westen noch Siege der sizilianischen Griechen \u00fcber Karthager und Etrusker kamen, hatten die Griechen einen ausgezeichneten Ruf und h\u00e4tten f\u00fcr ihre Dienste im gesamten Mittelmeerraum gutes Geld verlangen k\u00f6nnen. Viel von diesem Potential wurde jedoch von der athenischen Gro\u00dfmachtpolitik absorbiert, die dann recht schnell zu immer st\u00e4rkeren Spannungen mit Sparta f\u00fchrten. 431 kam es dann zum peloponnesischen Krieg, in dem sich die griechischen Staaten fast 30 Jahre lang gegenseitig zerfleischten. Am Ende siegte Sparta mit der massiven Hilfe persischer Subsidien &#8211; also Persien, das die kleinasiatischen Griechenst\u00e4dte zur\u00fcckgewann. W\u00e4hrend des harten und langen peloponnesischen Krieges wandelten sich die Griechen von &#8222;Amateuren&#8220; zu professionellen S\u00f6ldnern, wie ein Historiker treffend feststellte. Vor allem aber hinterlie\u00df der Krieg ein zerrissenes, zu keiner Gro\u00dfmachtpolitik mehr f\u00e4higes Konglomerat von Kleinstaaten mit einer Unzahl arbeitsloser S\u00f6ldner. Erst jetzt konnte das gro\u00dfe Gesch\u00e4ft beginnen. Fortan belieferte Griechenland von Karthago bis zum Gro\u00dfk\u00f6nig jeden mit den begehrten Hopliten, so dass die &#8222;K\u00f6rper der Hellenen demjenigen geh\u00f6rten, der sie bezahlen konnte.&#8220;<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right wp-block-paragraph\">\u00a9 Frank Westenfelder<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>die schwere Infanterie des Altertums.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1451,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[68,8],"tags":[],"class_list":["post-1449","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-antike","category-artikel"],"blocksy_meta":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.9 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Griechische Hopliten - Kriegsreisende<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/artikel\/griechische-hopliten\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Griechische Hopliten - 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