{"id":1344,"date":"2024-11-07T11:09:07","date_gmt":"2024-11-07T11:09:07","guid":{"rendered":"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/?p=1344"},"modified":"2025-01-31T16:24:04","modified_gmt":"2025-01-31T16:24:04","slug":"alte-kameraden-und-kalte-krieger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/artikel\/alte-kameraden-und-kalte-krieger\/","title":{"rendered":"Alte Kameraden und kalte Krieger"},"content":{"rendered":"\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Ex-Nazis zwischen Ost und West.<\/h5>\n\n\n\n<p>&#8222;Wir sind keine Pfadfinder. H\u00e4tten wir Pfadfinder sein wollen, dann w\u00e4ren wir zu den Pfadfindern gegangen,&#8220; pflegte der CIA-Direktor Richard Helms zu antworten, wenn er nach der Besch\u00e4ftigung ehemaliger Nazis und Kriegsverbrecher von der CIA und ihres Vorl\u00e4ufers dem CIC gefragt wurde. Zuerst waren die amerikanischen Dienststellen im besetzten Deutschland eifrig bem\u00fcht gewesen, nationalsozialistische Funktion\u00e4re zu fassen und vor Gericht zu stellen. Aber bereits hierbei hatte man sich die Hilfe von einigen der Gesuchten zu Nutze gemacht und erste Kontakte gekn\u00fcpft. Wirklich wichtig wurden diese Beziehungen jedoch, als sich die Spannungen unter den Siegerm\u00e4chten versch\u00e4rften. Hilflos beobachteten die Amerikaner, wie die Russen in Osteuropa ein Marionettenregime nach dem anderen installierten und im Westen durch die kommunistischen Parteien starken politischen Einflu\u00df aus\u00fcbten. W\u00e4hrend die B\u00fcrger der ehemaligen Alliierten noch daran glaubten, da\u00df mit dem Sieg \u00fcber Deutschland eine neue Epoche des Friedens und der V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung begonnen h\u00e4tte, war unter der Oberfl\u00e4che l\u00e4ngst ein heimlicher, kalter Krieg ausgebrochen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignleft size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"672\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/gehlen.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1349\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/gehlen.jpg 500w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/gehlen-223x300.jpg 223w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Reinhard Gehlen<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Wer kannte die Kommunisten besser als ihre erbittertsten Feinde, die Nazis? Zu Beginn des Kalten Krieges wu\u00dften die Amerikaner so gut wie nichts \u00fcber ihre neuen Gegner. Mit den ersten umfassende\u00adren Informationen versorgte sie General Reinhard Gehlen, der in der deutschen Abwehr die Abteilung Fremde Heere Ost geleitet hatte. Gehlen hatte sich bereits im Mai 1945 mit seinem Stab und seinem gesamten Archiv den Amerikanern gestellt und ihnen seine Dienste angeboten. In den ersten Nachkriegsjahren stammte ein Gro\u00dfteil der amerikanischen Informationen \u00fcber den Ostblock aus Gehlens Quellen. Dieser stand bald fest auf der amerikanischen Gehaltsliste und begann f\u00fcr die neu gegr\u00fcndete &#8222;Organisation Gehlen&#8220;, kurz &#8222;Org&#8220; genannt, mit der Rekrutierung von Mitarbeitern, unter denen sich auch zahlreiche Veteranen von SS, SD und Gestapo befanden. Einige dieser Leute wurden als Kriegsverbrecher gesucht und erhielten nun von der Org neue Identit\u00e4ten und Papiere. So lange die Amerikaner weiter mit gutem Material versorgt wurden, stellten sie keine Fragen, die nur f\u00fcr sie selbst kompromittierend h\u00e4tten ausfallen k\u00f6nnen. Mit seinen alten Gehilfen und amerikanischem Geld wurde Gehlen schlie\u00dflich so einflu\u00dfreich, da\u00df die sp\u00e4tere deutsche Regierung seine gesamte Organisation als nationalen Nachrichtendienst \u00fcbernehmen mu\u00dfte.<\/p>\n\n\n\n<p>Viel fragw\u00fcrdiger waren aber die &#8222;freien Mitarbeiter&#8220;, die einzelne amerikanischen Dienststellen besch\u00e4ftigten und vor ihren Verfolgern versteckten. Am bekanntesten wurde der Fall des Gestapochefs von Lyon Klaus Barbie. Barbie war auf der Flucht vor seinen franz\u00f6sischen Verfolgern in Deutschland untergetaucht, wo er aber ebenfalls von dem CIC gesucht wurde. Als sich der Kreis um ihn immer enger zog, bot er einer CIC-Dienststelle seine Mitarbeit an, die ihn daraufhin vor den anderen versteckte. Aufgrund seiner guten Kontakte leitete er bald mehrere Spionagenetze in Frankreich, Rum\u00e4nien und Deutschland. Erst als sich nach einigen Jahren die Ger\u00fcchte \u00fcber seine T\u00e4tigkeit immer mehr verdichteten, und Frankreich seine Auslieferung forderte, wurde er fallen gelassen. Da das CIC keine Wert darauf legte, da\u00df allzuviel von dieser Zusammenarbeit an die \u00f6ffentlichkeit gelangte, wurde Barbie unter dem Namen Klaus Altmann nach Argentinien abgeschoben. Er war kein Einzelfall. Die westlichen Geheimdienste besch\u00e4ftigten einige Tausend gesuchte Kriegsverbrecher. Die Amerikaner hatten sogar zur Entsorgung ihrer problematischen Altlasten die sogenannte &#8222;Rattenlinie&#8220; als eigenen Fluchtweg geschaffen. Mit falschen Papieren und oft in amerikanischen Uniformen wurden die Fl\u00fcchtlinge \u00fcber die Grenze nach Italien gebracht, wo sie dann mit Hilfe des Vatikans \u00fcber Genua nach Neapel weitergeleitet wurden. Von dort ging es dann mit dem Schiff ins sichere S\u00fcdamerika.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignright size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"370\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/hiwis.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1351\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/hiwis.jpg 500w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/hiwis-300x222.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">osteurop\u00e4ische Frweiwillige<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Mit dem Ausbruch des Koreakrieges im Juni 1950 erreichte der Kampf der Geheimdienste einen neuen H\u00f6hepunkt. In Amerika bereitete man sich jetzt auch auf eine bewaffnete Auseinandersetzung in Europa vor und begann, sich nach geeigneten Hilfstruppen umzusehen. &#8222;Es war unbedingt notwendig, da\u00df wir jeden Schweinehund verwendeten, Hauptsache, er war Antikommunist&#8220;, kommentierte ein CIA-Offizier die neue Lage. Gefragt waren vor allem Fl\u00fcchtlinge aus dem Ostblock, die nach einem Atomschlag einen Guerillakrieg weit hinter den russischen Frontlinien entfesseln sollten. Als die eifrigsten Antikommunisten galten nat\u00fcrlich die ehemaligen Mitglieder der Waffen-SS und andere Nazi-Kollaborateure aus Litauen, Estland, Kroatien, Ungarn, Rum\u00e4nien und der Ukraine, von denen zahlreiche wegen der Ermordung von Juden und anderer Verbrechen gesucht wurden. \u00fcber 12.000 wurden in die USA gebracht und erhielten nach f\u00fcnfj\u00e4hriger Dienstzeit in der US-Army die Staatsb\u00fcrgerschaft. Einige wurden in Fort Bragg als Guerillas ausgebildet und damit zum Vorl\u00e4ufer der heutigen Green Berets, der ber\u00fchmten amerikanischen Kommandoeinheit. In gewisser Weise setzten sie damit die alte Tradition der Emigrantens\u00f6ldner fort.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber auch in Deutschland wurde flei\u00dfig f\u00fcr den Dritten Weltkrieg rekrutiert. F\u00fcr den Guerillakrieg bildeten CIC-Instrukteure eine eigene Einheit aus, den Technischen Dienst des BDJ (Bund Deutscher Jugend). Dessen Mitglieder, vorwiegend Veteranen der Waffen-SS und der Wehrmacht, \u00fcbten mit Maschinengewehren, Handgranaten und Sprengstoff im Odenwald. Der Technische Dienst unternahm zwar auch Geheimdienstaktionen in der sowjetischen Besatzungszone, sah seine Hauptaufgabe jedoch darin, im Ernstfall &#8222;linke&#8220; westdeutsche Politiker zu liquidieren. Unter der Anleitung des CIC infiltrierten einzelne Agenten die SPD und planten die Ermordung von \u00fcber vierzig Spitzenfunktion\u00e4ren. Als die Sache schlie\u00dflich publik wurde und einen entsprechenden Skandal ausl\u00f6ste, versteckte das CIC den deutschen Hauptverantwortlichen, beschlagnahmte die Akten des BDJ und weigerte sich diese an das BKA herauszugeben.<\/p>\n\n\n\n<p>Man kann dar\u00fcber diskutieren, ob es sich bei den Mitgliedern der Org oder des BDJ um amerikanische S\u00f6ldner gehandelt hat, oder um fanatische Antikommunisten, die aus \u00fcberzeugung ihren alten Kampf fortsetzten. Aber viele ehemalige Nationalsozialisten waren nach der deutschen Niederlage politisch v\u00f6llig heimatlos und liebten die Westalliierten genauso wenig wie die Russen. Zudem hatte der Nationalsozialismus gerade in seinen h\u00f6heren R\u00e4ngen nicht gerade wenige Karrieristen und Hasardeure angelockt, denen der Erfolg schon immer weit wichtiger gewesen war als die Weltanschauung. Sie verkauften ihre F\u00e4higkeiten meistbietend gegen Schutz, Geld und neue Macht; an wen war dabei oft zweitrangig. Es mag zwar sein, da\u00df Gehlen und einige seiner Mitarbeiter andere, &#8222;h\u00f6here&#8220; Motive hatten, als sie sich den Amerikanern zur Verf\u00fcgung stellten, aber Gehlen schuf in der Org Strukturen und Seilschaften, die den Typus des skrupellosen Abenteurers anzogen. Besonders deutlich wird die S\u00f6ldnermentalit\u00e4t von Geheimdienstleuten, wenn sie aus rein materiellen Interessen die Fronten wechseln.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignleft size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"479\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/felfe-buch.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1355\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/felfe-buch.jpg 300w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/felfe-buch-188x300.jpg 188w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Felfes Memoiren<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Hans Clemens ehemaliger Hauptsturmf\u00fchrer und Mitglied des ber\u00fcchtigten SD, hatte fast den ganzen Krieg im sicheren Berlin \u00fcberstanden, war sp\u00e4t noch nach Italien abkommandiert worden, wo er in Gefangenschaft geraten war und sich wegen einer Geiselerschie\u00dfung verantworten mu\u00dfte. Clemens fand milde Richter und wurde bereits 1949 wieder aus der Haft entlassen. In Deutschland kam er bei seinem ehemaligen Untergebenen Erwin Tiebel unter, der inzwischen ein recht erfolgreicher Gesch\u00e4ftsmann geworden war. Bald darauf erhielt er durch seine getrennt von ihm in Dresden lebende Frau Kontakt mit dem sowjetischen Geheimdienst. Clemens sch\u00e4tzte die Annehmlichkeiten des Lebens, woran es ihm als hoher SS-Offizier in Berlin sicher nicht, daf\u00fcr aber anschlie\u00dfend um so mehr gefehlt hatte. Die Russen wu\u00dften ihn zu nehmen und sparten bei ihren gemeinsamen Treffen nicht an Geld, Krimsekt und Kaviar. Sp\u00e4ter wurden dann besondere Erfolge auch schon mal in luxuri\u00f6sen Restaurants mit &#8222;Lobster Thermidor&#8220; gefeiert. Als Gegenleistung sollte Clemens in einen westlichen Nachrichtendienst eintreten und weitere Rekruten anwerben. Er verfiel auf Obersturmf\u00fchrer Heinz Felfe einen Kollegen aus alten Zeiten beim SD.<\/p>\n\n\n\n<p>Felfe hatte bereits vorher als Nachrichtenoffizier gearbeitet und war von den Briten verhaftet, aber kurz darauf wieder freigelassen worden &#8211; wahrscheinlich, weil er ihnen seine Dienste angeboten hatte. Bald darauf arbeitete er f\u00fcr das Ministerium f\u00fcr Gesamtdeutsche Fragen und verh\u00f6rte in Fl\u00fcchtlingslagern \u00fcberl\u00e4ufer der Volkspolizei. Da er sich aber bei dieser T\u00e4tigkeit unterfordert f\u00fchlte, immatrikulierte er sich an der Universit\u00e4t Bonn und trat in linke Studentengruppen ein. Die Ergebnisse dieser Studien verkaufte er dem britischen Geheimdienst. Anders als Clemens war Felfe allerdings weniger an der finanziellen Seite interessiert. Ihn plagte vor allem sein ma\u00dfloser Ehrgeiz. Sp\u00e4ter sagte er aus, da\u00df er unbedingt die Nummer Eins der Spione werden wollte egal f\u00fcr welche Seite. Aber die Deutschen hielt er rundum f\u00fcr unf\u00e4hig, und die Engl\u00e4nder besch\u00e4ftigten ihn lediglich mit unwichtigen Aufgaben. Als deshalb Clemens mit dem Vorschlag an ihn herantrat, auch noch f\u00fcr die Russen zu arbeiten, war er sofort Feuer und Flamme. Doppelagent in einer Spitzenposition war etwas f\u00fcr einen Mann mit seinen Erfahrungen und Talenten.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignright size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"350\" height=\"427\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/gehlen-spion.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1357\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/gehlen-spion.jpg 350w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/gehlen-spion-246x300.jpg 246w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Gehlen als BND-Chef<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Jetzt mu\u00dfte nur noch der Eintritt in einen westlichen Geheimdienst geschafft werden. Sie versuchten es zuerst mit dem neu gegr\u00fcndeten Bundesverfassungsschutz. Doch Innenminister Heinemann hielt die beiden f\u00fcr unverbesserliche Nationalsozialisten und lehnte ihre Antr\u00e4ge ab. Clemens hatte noch Kontakt zu dem ehemaligen Standartenf\u00fchrer und Gestapochef Willi Krichbaum, der inzwischen eine hohe Position in der Org bekleidete. Nachdem er bei einigen feuchtfr\u00f6hlichen Treffen mit Krichbaum alte Erinnerungen aufgefrischt hatte, war seine \u00fcbernahme in die Org eine abgemachte Sache. Kurz darauf machte er Felfe mit Krichbaum bekannt. Krichbaum war von Felfes F\u00e4higkeiten so \u00fcberzeugt, da\u00df er ihn sofort f\u00fcr die Abteilung Gegenspionage rekrutierte. Zuerst leitete Felfe die westdeutschen Agenten in der DDR. Aufgrund des ausgezeichneten Spielmaterials, das ihm die Russen zur Verf\u00fcgung stellten, machte er schnell Karriere und wurde bald mit der Leitung der Gegenspionage in der Sowjetunion betraut. Felfe f\u00fchrte jetzt alle Agenten der inzwischen in BND umbenannten Org im Ostblock und entwickelte sich zu Gehlens Meisterspion. Vor allem aber versorgte er den KGB mit einer ununterbrochenen Flut an Informationen, die meistens der alte Kamerad Tiebel als Kurier in den Osten bringen mu\u00dfte. \u00fcber zehn Jahre arbeiteten die &#8222;Drei Untergrund-Musketiere&#8220;, wie sie von der Presse genannt wurden, erfolgreich, bevor sie 1961 durch einen \u00fcberl\u00e4ufer aus der DDR enttarnt wurden. Kurz zuvor hatten Clemens und Felfe noch von Gehlen eine Ehrenplakette zum zehnj\u00e4hrigen Dienstjubil\u00e4um und aus Ru\u00dfland ein Dankesschreiben samt einer Geldpr\u00e4mie vom Leiter des KGB erhalten.<br><br>Aber der Osten beschr\u00e4nkte sich nicht auf die Dienste einiger weniger k\u00e4uflicher Westagenten. Eine ganze Reihe ehemaliger SS- und Gestapo-Veteranen landete in der ostdeutschen Polizei und der Staatssicherheit; mindestens zwei ehemalige SS-Offiziere stiegen sogar bis ins Zentralkommitee der SED auf. Hitlers f\u00fchrender Balkan-Wirtschaftsexperte, der als Kriegsverbrecher gesuchte Karl Clodius leitete nach einem kurzen Aufenthalt in Moskau weiterhin von einem komfortablen Dienstgeb\u00e4ude in Belgrad aus den Au\u00dfenhandel Jugoslawiens. G\u00f6rings Statthalter auf dem Balkan, der als &#8222;Franz der Dicke&#8220; bekannte Franz Neuhausen, war von den Amerikanern als Kriegsverbrecher an Jugoslawien ausgeliefert worden. Da er aber vorher recht erfolgreich die jugoslawischen Kupferbergwerke geleitet hatte, war auch er bald wieder in Belgrader Feinschmeckerkneipen zu sehen. Neuhausen war nie ein \u00fcbereifriger Nazi gewesen, f\u00fcr ihn war das Dritte Reich haupts\u00e4chlich eine gute M\u00f6glichkeit gewesen, um Karriere zu machen und sich zu bereichern. Er war sogar einmal im KZ gelandet, da er aus dem jugoslawischen Staatsschatz mehrere hundert Kilo Gold f\u00fcr sich abgezweigt hatte. Allerdings hatte ihn sein \u00e4hnlich veranlagter Schirmherr G\u00f6ring bald wieder frei bekommen. In seinem Proze\u00df brachte Clemens die Einstellung dieser Abenteurer auf den Punkt. Auf die Frage, was er mit den ganzen Eink\u00fcnften aus seiner Spionaget\u00e4tigkeit getan habe, antwortete er selbstgef\u00e4llig: &#8222;Ich habe gut gelebt und die Welt gesehen.&#8220;<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\">\u00a9 Frank Westenfelder &nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ex-Nazis zwischen Ost und West.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1347,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[132,8],"tags":[136,124],"class_list":["post-1344","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-20-jahrhundert","category-artikel","tag-geheimdienst","tag-veteranen"],"blocksy_meta":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.4 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Alte Kameraden und kalte Krieger - Kriegsreisende<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/artikel\/alte-kameraden-und-kalte-krieger\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Alte Kameraden und kalte Krieger - Kriegsreisende\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Ex-Nazis zwischen Ost und West.\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/artikel\/alte-kameraden-und-kalte-krieger\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Kriegsreisende\" \/>\n<meta property=\"article:publisher\" content=\"https:\/\/www.facebook.com\/profile.php\/?id=100078852462894\" \/>\n<meta property=\"article:published_time\" content=\"2024-11-07T11:09:07+00:00\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2025-01-31T16:24:04+00:00\" \/>\n<meta property=\"og:image\" content=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/gehlen-ft.jpg\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:width\" content=\"200\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:height\" content=\"200\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:type\" content=\"image\/jpeg\" \/>\n<meta name=\"author\" content=\"admin\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:creator\" content=\"@Xeno78576728\" \/>\n<meta name=\"twitter:site\" content=\"@Xeno78576728\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Geschrieben von\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"admin\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:label2\" content=\"Gesch\u00e4tzte Lesezeit\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data2\" content=\"9\u00a0Minuten\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\\\/\\\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"Article\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kriegsreisende.de\\\/geschichte\\\/artikel\\\/alte-kameraden-und-kalte-krieger\\\/#article\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kriegsreisende.de\\\/geschichte\\\/artikel\\\/alte-kameraden-und-kalte-krieger\\\/\"},\"author\":{\"name\":\"admin\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kriegsreisende.de\\\/geschichte\\\/#\\\/schema\\\/person\\\/388b4cee2eb722fc8a240bd0191d3ed8\"},\"headline\":\"Alte Kameraden und kalte Krieger\",\"datePublished\":\"2024-11-07T11:09:07+00:00\",\"dateModified\":\"2025-01-31T16:24:04+00:00\",\"mainEntityOfPage\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kriegsreisende.de\\\/geschichte\\\/artikel\\\/alte-kameraden-und-kalte-krieger\\\/\"},\"wordCount\":1899,\"commentCount\":0,\"publisher\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kriegsreisende.de\\\/geschichte\\\/#organization\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kriegsreisende.de\\\/geschichte\\\/artikel\\\/alte-kameraden-und-kalte-krieger\\\/#primaryimage\"},\"thumbnailUrl\":\"https:\\\/\\\/kriegsreisende.de\\\/geschichte\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2024\\\/11\\\/gehlen-ft.jpg\",\"keywords\":[\"Geheimdienst\",\"Veteranen\"],\"articleSection\":[\"20. 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