{"id":1123,"date":"2024-10-31T15:14:54","date_gmt":"2024-10-31T15:14:54","guid":{"rendered":"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/?p=1123"},"modified":"2025-01-14T12:15:09","modified_gmt":"2025-01-14T12:15:09","slug":"der-isern-hinrik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/artikel\/der-isern-hinrik\/","title":{"rendered":"Der Isern Hinrik"},"content":{"rendered":"\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Ein Berufskrieger im Sp\u00e4tmittelalter.<\/h5>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es mag sein, dass sich mittelalterliche Adlige auch gerne mit zivilen T\u00e4tigkeiten die Zeit vertrieben, viele waren jedoch in allererster Linie Berufskrieger. Krieg war f\u00fcr sie ein legitimes Mittel zur Durchsetzung ihrer Interessen, zum Verdienst des Lebensunterhalts oder einfach zum Zeitvertreib. Bei einer derartigen H\u00e4ufung von Gr\u00fcnden ist es nat\u00fcrlich unm\u00f6glich zu entscheiden, wo der Solddienst anf\u00e4ngt oder aufh\u00f6rt. Adlige zogen aus eigenen Interessen oder f\u00fcr Verb\u00fcndete oder Freunde in den Kampf, nahmen aber auch gerne Geld daf\u00fcr an. Wenn sie die Langeweile allzu sehr plagte zogen sie aber auch gratis oder ganz auf eigene Kosten in den Krieg. Dennoch konnte es passieren, dass reiche Beute oder wichtige Gefangene auch hier f\u00fcr materiellen Gewinn sorgten.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignleft size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"460\" height=\"483\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/gerhard-holstein-siegel.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1125\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/gerhard-holstein-siegel.jpg 460w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/gerhard-holstein-siegel-286x300.jpg 286w\" sizes=\"auto, (max-width: 460px) 100vw, 460px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Siegel von Gerhard III<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein \u00fcberaus schillerndes Beispiel dieser Mischung aus Hausmachtpolitik, S\u00f6ldnerdiensten und ritterlichen Abenteurerreisen ist das Leben des holsteinischen Grafen Heinrich II. von Holstein-Rendsburg, der auch &#8222;der Eiserne&#8220; genannt wurde oder eben der &#8222;Isern Hinrik&#8220;. Heinrichs Vater Gerhard III. war zum wichtigsten Mann der d\u00e4nischen Politik aufgestiegen, bis er schlie\u00dflich 1340 von einem d\u00e4nischen Ritter ermordet wurde, wodurch sich schlie\u00dflich Waldemar IV. &#8222;Atterdag&#8220; den Thron sichern konnte. Heinrich und sein Bruder Nikolaus verzichteten zwar auf Thronanspr\u00fcche in D\u00e4nemark, hielten aber an der Feindschaft gegen\u00fcber Waldemar Atterdag fest.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gelegenheiten sollten sie bald dazu finden. K\u00f6nig Waldemar ging es erst einmal darum, seine Macht zu festigen und die anarchischen Zust\u00e4nde in D\u00e4nemark zu beenden. Er arbeitete dabei eng mit der Hanse zusammen, die vor allem ein starkes Interesse daran hatte, den florierenden Seeraub einzud\u00e4mmen. An dem Kampf gegen die adligen See- und Stra\u00dfenr\u00e4uber &#8222;zwischen dem Danewerke und der Stadt L\u00fcbeck&#8220; beteiligten sich neben den wendischen St\u00e4dten (L\u00fcbeck, Rostock, Wismar usw.) auch Hamburg und ein Reichskontingent. Obwohl die Hansest\u00e4dte \u00fcberlegen waren, blieb eine Entscheidung aus und die Adligen konnten in zahlreichen Scharm\u00fctzeln, \u00dcberf\u00e4llen und Husarenst\u00fcckchen ihrer Raub- und Abenteuerlust fr\u00f6nen. So fielen Graf Heinrich bei einem Handstreich mehrere d\u00e4nische Schiffe in die Hand, mit denen er sich dann erfolgreich als Seer\u00e4uber bet\u00e4tigte. Ein anderes Mal konnte er bei einem n\u00e4chtlichen \u00dcberfall auf Segeberg den L\u00fcbeckern eine Menge Pferde rauben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Man sieht, dass die Vitalienbr\u00fcder, die sich 50 Jahre sp\u00e4ter mit Waldemar Atterdags Tochter Margarethe schlugen, auf eine gute alte Tradition zur\u00fcckblicken konnten. Des kostspieligen Krieges m\u00fcde machten zuerst die Hansest\u00e4dte 1343 Frieden, kurz darauf folgte auch Waldemar. Die Br\u00fcder wurden weitgehend in ihren Besitzungen best\u00e4tigt. Heinrich scheint am Frieden wenig Gefallen gefunden zu haben, denn bereits im Winter 1344\/45 zog er im Dienst der Grafen von Holland nach Preu\u00dfen, um dort an einer der als Kreuzzug verbr\u00e4mten winterlichen Heidenjagden teilzunehmen. Hart gek\u00e4mpft wurde aber auch in Preu\u00dfen schon lange nicht mehr, man belagerte erfolglos einige feste Pl\u00e4tze in Litauen und verbrannte einige D\u00f6rfer; ansonsten verbrachte man die Zeit in \u00e4u\u00dferst nobler Gesellschaft bei Gelagen und ritterlichen Turnieren. Heinrich lernte dort K\u00f6nig Johann von B\u00f6hmen &#8211; den wohl ber\u00fchmtesten Abenteurer dieser Zeit -, dessen Sohn Karl, den Herzog von Bourbon und viele andere wichtige Personen kennen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Krieg im Kreis von F\u00fcrsten und K\u00f6nigen scheint ihm gefallen zu haben. Denn er kam erst im Sommer wieder nach Holstein, \u00fcberlie\u00df dort seinem Bruder die m\u00fchseligen Regierungsgesch\u00e4fte und schiffte sich ein Richtung Frankreich, wo gerade der Hundertj\u00e4hrige Krieg richtig entbrannt war. Den Legenden nach, die sp\u00e4ter in Holstein kursierten , hatte der Isern Hinrik in der Schlacht bei Cr\u00e9cy mit seinen Holsten die englische Vorhut angef\u00fchrt und dort K\u00f6nig Johann von B\u00f6hmen oder gar den K\u00f6nig von Frankreich h\u00f6chstelbst gefangen genommen. Daran ist nun leider nichts wahr. Es gilt aber als sicher, dass sich Heinrich mit einigen M\u00e4nnern im englischen Heer vor Calais befand. K\u00f6nig Edward III. n\u00fctze einen guten Teil der L\u00f6segelder von Cr\u00e9cy um im Reich zahlreiche neue S\u00f6ldner anzuwerben.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignright size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"620\" height=\"441\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/russische-stadt.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1127\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/russische-stadt.jpg 620w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/russische-stadt-300x213.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 620px) 100vw, 620px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">russische Stadt im Mittellter<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Edward konnte seine kostspieligen S\u00f6ldner aber nicht sehr lange unterhalten, und so musste sich wahrscheinlich auch Heinrich nach neuen Abenteuern umsehen. 1348 l\u00e4sst er sich in dem Heer, das Magnus Eriksson der K\u00f6nig von Schweden gegen Novgorod f\u00fchrte, nachweisen. Er scheint dem K\u00f6nig ein gr\u00f6\u00dferes S\u00f6ldnerkontingent zugef\u00fchrt zu haben, da dieser noch Jahre sp\u00e4ter einige tausend Mark Silber schuldig war. Der Feldzug gegen das orthodoxe Novgorod war auch mit dem Segen des Papstes zum Kreuzzug deklariert worden, kam aber \u00fcber die Eroberung der Festung Orechovec (Schl\u00fcsselburg) am Ausfluss der Newa aus dem Ladogasee nicht hinaus. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass Heinrich bei diesem Kriegszug den \u00f6sterreichischen Ritter und Abenteurer Friedrich von Chreutzpeck kennen gelernt haben muss.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Orechovec ging bereits einige Monate sp\u00e4ter wieder verloren, doch da waren die deutschen S\u00f6ldner l\u00e4ngst abgezogen. Es ist nicht bekannt, ob Heinrich zumindest kurze Zeit nach Holstein zur\u00fcckgekehrt oder gleich weiter nach Frankreich gezogen ist. Man kann jedoch annehmen, dass er zumindest auf der Durchreise etwas in der Heimat blieb, um von seinen Reisen und Heldentaten zu erz\u00e4hlen und um neue M\u00e4nner zu werben. Es gibt jedenfalls Hinweise, dass er sich 1350 wieder bei Edward in Calais aufhielt. Wahrscheinlich hat er dort seine Dienste als S\u00f6ldnerlieferant angeboten. Aus diesen Vereinbarungen wurde 1355 schlie\u00dflich ein fester Soldvertrag. Heinrich verpflichtete sich gegen eine lebenslange Zahlung von 2.000 Goldschilden dem englischen K\u00f6nig bei Bedarf mit 100 Helmen und 100 Gepanzerten zuzuziehen. Dieses Geld wurde mindestens bis 1369 tats\u00e4chlich bezahlt. Edward hat allerdings die S\u00f6ldner wahrscheinlich nie in voller St\u00e4rke in Anspruch genommen, da er ja dann noch den Sold f\u00fcr sie \u00fcbernehmen musste.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Heinrich l\u00e4sst sich dennoch mit kleinerem Gefolge noch mehrmals in englischen Diensten nachweisen. Der Kleinkrieg in Frankreich war sicher etwas f\u00fcr einen Mann mit seinen Talenten. Das Problem dabei war aber, den Sold f\u00fcr eine gr\u00f6\u00dfere Truppe zusammen zu bekommen. Die meisten Hauptleute waren zu dieser Zeit weitgehnd sich selbst \u00fcberlassen und ern\u00e4hrten sich und ihre M\u00e4nner durch Pl\u00fcnderungen und Schutzgelder.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignleft size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"654\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/atterdag.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1129\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/atterdag.jpg 500w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/atterdag-229x300.jpg 229w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Waldemar Atterdag brandschatzt Visby<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend Heinrich in fremden L\u00e4ndern kriegerischem Ruhm und Abenteuern hinterherjagte, baute Waldemar Atterdag zielstrebig seine Macht aus und stie\u00df dabei auch mit seinem ehemaligen Verb\u00fcndeten der Hanse zusammen. 1361 \u00fcberfiel Waldermar das friedliche Gotland und verleibte es seinem Reich ein. Doch dadurch rief er die Hanse auf den Plan, die nun ihrerseits nach Verb\u00fcndeten gegen die d\u00e4nische Expansionspolitik suchte. Es versteht sich von selbst, dass dabei Atterdags alte Gegner die Grafen von Holstein-Rendsburg nun mit der Hanse gemeinsame Sache machten. Heinrich zog jedoch nicht als Bundesgenosse ins Feld, das \u00fcberlie\u00df er seinem Bruder. Anscheinend hatte er sich \u00fcber die Jahre so sehr an das S\u00f6ldnerleben gew\u00f6hnt, dass er nun eine fest besoldete Stellung als Feldhauptmann der beteiligten Hansest\u00e4dte annahm.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unter Heinrichs F\u00fchrung begann dann im Fr\u00fchling 1362 die Gegenoffensive, und eine Hanseflotte belagerte die d\u00e4nische Festung Helsingborg. Doch auch Heinrichs Kriegserfahrung sch\u00fctzte offensichtlich vor \u00dcberheblichkeit nicht. Den D\u00e4nen gelang es in einem \u00dcberraschungsstreich einen guten Teil der Flotte zu erobern. So vom Nachschub abgeschnitten, musste das Heer kl\u00e4glich um freien Abzug bitten. Damit war anscheinend der hanseatische Kampfgeist schon gebrochen, denn kurz darauf einigten sich die Parteien auf einen f\u00fcr Waldemar \u00e4u\u00dferst g\u00fcnstigen Waffenstillstand.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dennoch ergaben sich bald neue M\u00f6glichkeiten. Der schwedische Adel war mit Heinrichs altem Dienstherrn K\u00f6nig Magnus Eriksson \u00e4u\u00dferst unzufrieden und hatte sich deshalb entschlossen die Krone Herzog Albrecht von Mecklenburg anzubieten. Dieser sammelte daraufhin ein gro\u00dfes Aufgebot und fuhr Ende 1363 nach Stockholm, wo er im folgenden Jahr zum K\u00f6nig gekr\u00f6nt wurde. Heinrich hatte sich als erfahrener S\u00f6ldnerf\u00fchrer mit einem Kontingent den Mecklenburgern angeschlossen und tat sich dann auch bei den K\u00e4mpfen im folgenden Jahr hervor. Die Schweden hatten den gut ger\u00fcsteten deutschen S\u00f6ldnern wenig entgegen zu setzen, und Magnus wurde 1365 bei Enk\u00f6ping entscheidend geschlagen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie meistens konnte auch Albrecht den Sold nicht bezahlen und viele der deutschen Soldritter lebten in den n\u00e4chsten Jahren aus dem Land, wodurch die Mecklenburger ihre anf\u00e4ngliche Popularit\u00e4t schnell verloren. Heinrich als Gro\u00dfunternhemer musste jedoch auf seinen Sold warten, vorerst erhielt er ganz Gotland als Pfand und sp\u00e4ter den Ertrag der Kupferbergwerke bei Falun. W\u00e4hrend er aber noch auf die ausstehnden Zahlungen wartete und wahrscheinlich seine Subunternehmer vertr\u00f6stete, spitzte sich der Konflikt zwischen der Hanse und K\u00f6nig Waldemar wieder zu.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Waldemar befand sich auf dem H\u00f6hepunkt seiner Macht und war nicht l\u00e4nger gewillt die Handelsprivilegien der Hanse in seinen L\u00e4ndern weiter hinzunehmen. Es ging um freie Durchfahrt durch den Sund, Z\u00f6lle auf den Heringsfang, Stapelrechte, kurz und gut um sehr viel Geld. Bei ihrer Suche nach Verb\u00fcndeten konnte die Hanse deshalb ruhig gro\u00dfz\u00fcgig sein. Dem B\u00fcndnis der Ostseest\u00e4dte gegen Waldemar schlossen sich Albrecht von Mecklenburg der neue K\u00f6nig von Schweden an, andere mecklenburgische Adlige und nicht zuletzt die Grafen Heinrich und Nikolaus von Holstein-Rendsburg. Ihre alte Feindschaft hielt die Grafen dennoch nicht davon ab, von der Hanse einen guten Sold f\u00fcr ihre Dienste zu verlangen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignright size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"350\" height=\"605\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/albrecht-mecklenburg.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1131\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/albrecht-mecklenburg.jpg 350w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/albrecht-mecklenburg-174x300.jpg 174w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><strong>Albrecht II. Herzog zu Mecklenburg<\/strong><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Dieses Mal hatte die Hanse eine m\u00e4chtige Koalition geschmiedet, der Waldemar wenig entgegen setzen konnte. In mehreren erfolgreichen Feldz\u00fcgen drangen die Verb\u00fcndeten immer tiefer in D\u00e4nemark ein. Bereits 1368 wurde Kopenhagen genommen und nachdem auch Helsingborg gefallen war, musste Waldemar Frieden machen. Die Hanse erhielt ihre Privilegien zur\u00fcck, die Mecklenburger lie\u00dfen sich sogar die Thronfolge in D\u00e4nemark versprechen und auch die Holsteiner Grafen konnten alte Besitzungen in J\u00fctland zur\u00fcckgewinnen.<br><br>Mit dem Ausbau ihrer neu gewonnenen Macht waren sie die n\u00e4chsten Jahre besch\u00e4ftigt. Waldemar war auch bald wieder aktiv und es kam zu neuen Auseiandersetzungen, Intrigen und Erbstreitigkeiten. Nach seinem Tod verst\u00e4rkten die Br\u00fcder ihre Bem\u00fchungen und schlie\u00dflich gelang es ihnen sogar, dass ihnen das Herzogtum Schleswig f\u00fcr Heinrichs Sohn Gerhard zugesichert wurde.<br><br>Trotz dieser Erfolge in der Familienpolitik scheint sich Heinrich gelangweilt zu haben, denn irgendwann um 1380 ist er wieder aus seiner Heimat verschwunden. Mit seinen \u00fcber sechzig Jahren (man nimmt an, dass er um 1317 geboren wurde) hatte ihn noch einmal das Reisefieber gepackt. Leider gibt es \u00fcber seine letzten Lebensjahre praktisch keine Belege, so dass man nur Vermutungen anstellen kann. Die Legende sagt, er sei von Papst Urban als erfahrener S\u00f6ldnerf\u00fchrer angeworben worden, um ihn in seinem Krieg gegen Neapel zu unterst\u00fctzen. Das ist durchaus m\u00f6glich, da zu dieser Zeit noch einige deutsche Adlige als Condottiere in Italien t\u00e4tig waren und Heinrich sicher auch einen gewissen Ruf hatte.<br><br>Sicher ist, dass sich Heinrich in Rom aufgehalten hat, denn 1381 hat er dort eine Anleihe aufgenommen. Anschlie\u00dfend ist er noch einmal nach Holstein zur\u00fcckgekehrt, eventuell um Truppen zu werben, und dann f\u00fcr immer in der Fremde verschwunden. Man nimmt an, dass er 1384\/85 irgendwo in Italien gestorben ist. In einer bedeutenden Schlacht oder etwas \u00e4hnlichem kann er nicht gefallen sein, da die Chroniken sonst vom Tod eines so wichtigen Mannes berichten w\u00fcrden. Vielleicht wurde er also irgendwo das Opfer von Wegelagerern, wurde bei einem Streit erschlagen oder erlag einfach in einer Herberge einer Krankheit. Der alte K\u00e4mpe, der an so vielen Kriegen beteiligt gewesen war, mit K\u00f6nigen gek\u00e4mpft und verhandelt hatte, fand wahrscheinlich ein \u00e4u\u00dferst banales Ende &#8211; S\u00f6ldnerschicksal eben.<br><br>Sein Sohn Gerhard VI. erhielt nicht nur das Herzogtum Schleswig, sondern schlie\u00dflich auch die Herrschaft von Holstein. Auf dem H\u00f6hepunkt seiner Macht wurde er dann 1404 bei dem Versuch das freie Dithmarschen zu unterwerfen von den Bauern dort erschlagen. Heinrichs alter Bundesgenosse Albrecht von Mecklenburg hatte bald den schwedischen Adel gegen sich aufgebracht, dass dieser Unterst\u00fctzung bei Waldemars Tochter Margarethe suchte. Nachdem Albrecht dann bei Falk\u00f6ping in Gefangenschaft geraten war, stellten die Mecklenburger Kaperbriefe aus und die Vitalienbr\u00fcder betraten die B\u00fchne.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right wp-block-paragraph\">\u00a9 Frank Westenfelder &nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Berufskrieger im Sp\u00e4tmittelalter.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1124,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[8,114],"tags":[59,116],"class_list":["post-1123","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-artikel","category-renaissance","tag-abenteurer","tag-ritter"],"blocksy_meta":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.9 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Der Isern Hinrik - Kriegsreisende<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/artikel\/der-isern-hinrik\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Der Isern Hinrik - 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