{"id":1075,"date":"2024-10-30T11:47:20","date_gmt":"2024-10-30T11:47:20","guid":{"rendered":"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/?p=1075"},"modified":"2025-01-16T12:02:46","modified_gmt":"2025-01-16T12:02:46","slug":"die-ungarn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/artikel\/die-ungarn\/","title":{"rendered":"Die Ungarn"},"content":{"rendered":"\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Husaren in der Fremde.<\/h5>\n\n\n\n<p>Obwohl es in Geschichtsb\u00fcchern manchmal so dargestellt wird, fielen die Ungarn nicht wie ein pl\u00f6tzlicher Sturm in Mitteleuropa ein, sondern tasteten sich \u00fcber Jahre langsam vor, wobei S\u00f6ldnerdienste eine entscheidende Rolle spielten. Mitte des 9. Jahrhunderts mussten sie nach einem gescheiterten Aufstand gegen die herrschenden Chasaren ihre Wohnsitze n\u00f6rdlich des kaspischen Meeres verlassen und bewegten sich langsam nach Westen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"900\" height=\"326\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/ungarn-landnahme.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1081\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/ungarn-landnahme.jpg 900w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/ungarn-landnahme-300x109.jpg 300w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/ungarn-landnahme-768x278.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Landnahme der Ungarn<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Zuerst unterst\u00fctzten sie Byzanz gegen die Bulgaren. Als diese aber Frieden schlossen, mussten sie vor den Bulgaren und den nachdr\u00e4ngenden Petschenegen weiter nach Westen ausweichen. Um 895 \u00fcberquerten sie die Karpaten und besetzten die Ebene Pannoniens. Allerdings waren ihnen um diese Zeit die Machtverh\u00e4ltnisse in den Resten des fr\u00e4nkischen Reiches bestens vertraut. Bei ersten Raubz\u00fcgen hatten sie zum Teil empfindliche Niederlagen einstecken m\u00fcssen, doch dann kamen sie in Kontakt mit Arnulf von K\u00e4rnten (850-899), dem letzten Spross der Karolinger im Ostfrankenreich.<\/p>\n\n\n\n<p>Arnulf k\u00e4mpfte an vielen Fronten: gegen die Wikinger, die Langobarden, die B\u00f6hmen und den rebellischen Adel. Dabei lernte er schnell die Qualit\u00e4ten der wilden Reiterkrieger zu sch\u00e4tzen. Sie waren nicht nur gute K\u00e4mpfer, sondern auch sehr kosteng\u00fcnstig, wenn man ihnen ausreichend Gelegenheit zum Pl\u00fcndern gab. Er warb sie f\u00fcr seine Feldz\u00fcge gegen M\u00e4hren, und zog mit ihnen 892 nach Italien, wo er mit ihrer Hilfe die Langobarden besiegte. Als er schlie\u00dflich 896 zum Kaiser gekr\u00f6nt wurde, soll er einige tausend Ungarn in seinem Dienst gehabt haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Einer von Arnulfs m\u00e4chtigsten Konkurrenten war der Karolinger Berengar I., der als K\u00f6nig der Langobarden in Norditalien herrschte. In Arnulfs Diensten schlugen ihn die Ungarn 899 vernichtend an der Brenta. Da Arnulf kurz darauf starb, konnten sie ihren Machtbereich relativ ungest\u00f6rt weiter nach Westen ausdehnen. Doch auch Berengar konnte bei den endlosen Machtk\u00e4mpfen der Karolinger auf die Dienste der Ungarn nicht verzichten. Er warb nun selbst S\u00f6ldner in Ungarn und erlangte mit ihrer Unterst\u00fctzung 915 die Kaiserkrone. Bei den sp\u00e4teren K\u00e4mpfen mit seinen rebellischen Adligen und Rudolf II. von Burgund waren die ungarische S\u00f6ldner seine wichtigste St\u00fctze. Allerdings pl\u00fcnderten sie anscheinend so hemmungslos im Land, dass Berengar jeden R\u00fcckhalt in den eigenen Reihen verlor und schlie\u00dflich ermordet wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Ungarn waren sicher gute Krieger, doch die wichtigste Voraussetzung f\u00fcr ihre erfolgreichen Raubz\u00fcge, mit denen sie in den n\u00e4chsten Jahrzehnten fast ganz Westeuropa verheerten, waren das dortige Machtvakuum und die internen Konflikte, zu deren L\u00f6sung man sie immer wieder ins Land holte. Als es Heinrich I. Zum Beispiel gelang das ostfr\u00e4nkische Reich zu stabilisieren und die Ungarn 933 bei Riade zu schlagen, schien die Gefahr gebannt. Aber sein Sohn und Nachfolger Otto I. musste wie die meisten Herrscher zuerst zahlreiche Adelsrevolten niederschlagen, was auch wieder die Ungarn ins Land brachte.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignleft size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"400\" height=\"590\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/ungar-reiter.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1079\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/ungar-reiter.jpg 400w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/ungar-reiter-203x300.jpg 203w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">ungarischer Reiter<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Am gef\u00e4hrlichsten war sicher der &#8222;Liudolfinische Aufstand&#8220; in dem sich Ottos \u00e4ltester Sohn Liudolf und sein Schwiegersohn Konrad der Rote gegen ihn erhoben. Als die Aufst\u00e4ndischen bereits mehrere Niederlagen erlitten hatten, holte Liudolf 954 die Ungarn ins Land \u2013 &#8222;hervorragende Bogensch\u00fctzen als S\u00f6ldner&#8220; schreibt Thietmar von Merseburg. Liudolf empfing sie festlich in Mainz und f\u00fchrte sie anschlie\u00dfend zu einem gro\u00dfen Pl\u00fcnderungs- und Verw\u00fcstungszug links des Rheins bis nach Lothringen. Es ist kein Wunder, dass die Ungarn so erneut auf den Geschmack gekommen, im n\u00e4chsten Jahr gleich wieder \u2013 nun ungerufen \u2013 ins Reich einfielen, wobei sie dann in der Schlacht auf dem Lechfeld geschlagen wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit war die Verwendung ungarischer S\u00f6ldner im Westen vorerst beendet. Das lag allerdings nicht an mangelnden kriegerischen Qualit\u00e4ten, sondern viel mehr am fehlenden Kapital, um S\u00f6ldner in gr\u00f6\u00dferem Stil zu bezahlen. Die abendl\u00e4ndischen Heere des Hochmittelalters setzten sich vorwiegend aus Feudalaufgeboten zusammen, da man kaum \u00fcber Geld verf\u00fcgte. Eine wichtige Ausnahme bildete lediglich Byzanz \u2013 wo das Finanzsystem weiterhin funktionierte und Krisenregionen, in denen Pl\u00fcnderungen in gro\u00dfem Stil m\u00f6glich waren.<\/p>\n\n\n\n<p>Man mag es f\u00fcr eine Ironie der Geschichte halten, dass an diesen verbliebenen &#8222;Arbeitspl\u00e4tzen&#8220; bald Deutsche und Ungarn gemeinsam k\u00e4mpften. Als zum Beispiel Boleslaw &#8222;Chrobry&#8220; der erste K\u00f6nig von Polen seinen Schwiegersohn Swjatopolk 1018 bei einem Kriegszug gegen Kiev unterst\u00fctzte, befanden sich in seinem Heer 300 s\u00e4chsische Ritter (anscheinend zum Teil ehemalige Verbannte, die der deutsche Kaiser geschickt hatte) und 500 Ungarn. Da bei der Eroberung Kievs reiche Beute gemacht wurde, konnten alle reich beschenkt nach Hause entlassen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Hochmittelalter war Byzanz jedoch der Hauptarbeitsgeber von S\u00f6ldnertruppen, und berittenen Bogensch\u00fctzen brachte man seit Belisars Tagen besondere Hochachtung entgegen. Da man sie jedoch unter der eigenen Bev\u00f6lkerung nicht rekrutieren konnte, mussten sie immer als S\u00f6ldner unter den n\u00f6rdlich und \u00f6stlich angrenzen Nomaden angeworben werden. Die Ungarn entwickelten sich dabei neben Kumanen, Petschenegen und T\u00fcrken schnell zu einem der wichtigsten Lieferanten.<\/p>\n\n\n\n<p>Vielleicht das beste Beispiel f\u00fcr den ungarischen Beitrag zur byzantinischen Milit\u00e4rgeschichte ist die Schlacht von Pelagonia 1259, die das Ende des Lateinischen Kaiserreiches in Griechenland einleitete. Die Byzantiner hatten Infanterie aus Serbien, Anatolien und der Walachei und 300 schwere Reiter aus dem Reich. Ihre Hauptmacht bestand aber aus berittenen Bogensch\u00fctzen; laut den Quellen 500 T\u00fcrken, 600 Serben, 2.000 Kumanen und 13.000 Ungarn. In der Schlacht hielten die deutschen Panzerreiter dann eine Zeit lang den Ansturm der Lateiner auf, wurden dabei aber v\u00f6llig aufgerieben. Die Ungarn umschw\u00e4rmten derweilen den Gegner und schossen die Pferde nieder, und so wurden die \u00fcberlebenden Franken schlie\u00dflich ein Opfer der byzantinischen Infanterie.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Schlacht von Pelagonia ist aber vor allem deshalb interessant, weil man hier noch der typischen Arbeitsteilung zwischen schweren mitteleurop\u00e4ischen Panzerreitern und berittenen ungarischen Bogensch\u00fctzen begegnet. Denn bald darauf passten sich die Ungarn immer mehr der abendl\u00e4ndischen Lebensweise an. Der Adel baute Burgen, kaufte sich schimmernde R\u00fcstungen im Westen und entrechtete die eigenen Untertanen. Unter diesen Umst\u00e4nden waren berittene Bogensch\u00fctzen bald kaum noch zu finden. Die Adligen k\u00e4mpften nun selbst als ger\u00fcstete Ritter, dabei hatten sie sicher noch leichte Reiter in ihrem Gefolge, die vielleicht noch hier und da den Bogen verwendeten. Von einem besonderen K\u00f6nnen wird allerdings nichts mehr berichtet.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Ungarn unter Ludwig I. zu einem der m\u00e4chtigsten K\u00f6nigreiche Europas aufstieg, stie\u00df dieser bald wegen des Besitzes von Dalmatien mit Venedig zusammen und griff schlie\u00dflich sogar in den Streit um die Thronfolge in Neapel ein. Ludwigs Kriege brachten ab 1347 zahlreiche Ungarn nach Italien, wo auch viele deutsche und italienische Ritter in seinen Diensten standen. Ludwig musste sich zwar nach einigen Jahren anderen, dringenderen Problemen auf dem Balkan und in Polen zuwenden. Dennoch blieben viele der Ungarn in Italien, wo man inzwischen reichlich Verwendung f\u00fcr S\u00f6ldner hatte und diese dank des Aufschwungs im Finanzwesen auch bezahlen konnte. In den n\u00e4chsten Jahren st\u00f6\u00dft man immer wieder auf gr\u00f6\u00dfere ungarische Kontingente in den Freien Kompanien von Werner von Urslingen, Konrad von Landau und vielen anderen bedeutenden Hauptleuten.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00c4hnlich wie bei Ludwigs Eingreifen in Neapel waren es oft dynastische Verbindungen, die Anlass zur Werbung gr\u00f6\u00dferer Zahlen ungarischer S\u00f6ldner lieferten. Sigismund von Luxemburg (1368-1437), der in Personalunion K\u00f6nig von Ungarn und r\u00f6misch-deutscher Kaiser war, warb viele Ungarn f\u00fcr seine Kriege gegen die Hussiten. Oder als Stephan B\u00e1thory (1533-1586), der F\u00fcrst von Siebenb\u00fcrgen, K\u00f6nig von Polen wurde, nutzte er die Verbindungen in seine alte Heimat, um sich dort mit besonders zuverl\u00e4ssigen Truppen zu versorgen.<\/p>\n\n\n\n<p>Entscheidend wurde f\u00fcr Ungarn jedoch der Vorsto\u00df der T\u00fcrken auf dem Balkan. Ungarn wurde zunehmend Fronstaat, wodurch die meisten milit\u00e4rischen Ressourcen absorbiert wurden. Wie an der gesamten umk\u00e4mpften Grenze zwischen Christentum und Islam vom westlichen Mittelmeer, \u00fcber den Balkan bis in die Ukraine wurde auch f\u00fcr Ungarn der kleine Raubkrieg mit seinen \u00dcberf\u00e4llen, Menschenjagden und Renegaten bestimmend. Je mehr der Krieg als &#8222;heilig&#8220; propagiert wird, desto schmutziger wird er ja bekanntlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach der vernichtenden Niederlage bei\u00a0 Moh\u00e1cs (1526), kamen gro\u00dfe Teile Ungarns unter t\u00fcrkische Herrschaft. Das bedeutete, dass der verhasste Knabenzins (die Aushebung von Christenkindern f\u00fcr das Janitscharenkorps) nun auch in Ungarn erhoben wurde. Aber es musste nicht immer Zwang angewendet werden. In den t\u00fcrkischen Heeren und am Hof in Konstantinopel wimmelte es von Renegaten, die auf diese Weise ihre Gefangenschaft erleichtern oder einfach die besseren Karrierechancen im Osmanischen Reich nutzen wollten. Der bekannteste ist sicher der ungarische Gesch\u00fctzmeister Urban, der Mehmed dem Eroberer 1453 das Riesengesch\u00fctz f\u00fcr den Angriff auf Konstantinopel goss. Ihm folgten zahllose andere.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignright size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"360\" height=\"567\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/heiduck.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1084\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/heiduck.jpg 360w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/heiduck-190x300.jpg 190w\" sizes=\"auto, (max-width: 360px) 100vw, 360px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">ungarischer Heiduck<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Im permanenten Kleinkrieg gegen die T\u00fcrken, aber auch in einer ganzen Reihe von Rebellionen gegen die Habsburger, entwickelten die Ungarn ihre eigentliche Spezialit\u00e4t: die Husaren. \u00dcber die Herkunft des Wortes gibt es mehrere Theorien, am wahrscheinlichsten scheint, dass es sich vom Lateinischen &#8222;cursur&#8220; ableitet, das in diesem Zusammenhang die Bedeutung von R\u00e4uber oder Raubzug hat. Man sollte in diesem Zusammenhang an &#8222;Inkursion&#8220; oder &#8222;Korsar&#8220; denken. Die irregul\u00e4re Infanterie bezeichnete man als &#8222;Heiducken&#8220;, was seine Herkunft im t\u00fcrkischen Wort &#8222;haydut&#8220; f\u00fcr R\u00e4uber hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Es spricht f\u00fcr die Umst\u00e4nde, dass sich die Husaren in Polen, wohin sie wahrscheinlich im Dienst von Stephan B\u00e1thory gekommen waren, nach und nach zur schweren Adelsreiterei entwickelten, w\u00e4hrend sie in Ungarn dagegen leichte , irregul\u00e4re Kavallerie blieben. Dass aber vor allem f\u00fcr die leichte Kavallerie auch international gro\u00dfer Bedarf bestand, belegt dass abgesehen vom Polnischen mit dem Wort Husar (engl: hussar, franz: hussard) immer ein leichter Reiter bezeichnet wird, der besonders f\u00fcr &#8222;Husarenst\u00fcckchen&#8220; zu gebrauchen ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Leichte Reiter aus Ungarn k\u00e4mpften bereits im Schmalkaldischen und dann in zunehmender Zahl im Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg. Allerdings dienten sie zu dieser Zeit noch in den gef\u00fcrchteten Kroatenregimentern, in denen die Reiterei vom Balkan zusammengefasst war. Die &#8222;Krabaten&#8220; des Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieges kann man durchaus als Vorform der europ\u00e4ischen Husaren bezeichnen.<\/p>\n\n\n\n<p>So richtig in Schwung kam das Gesch\u00e4ft aber danach, als die europ\u00e4ischen M\u00e4chte mit dem Aufbau stehender Heere begannen, was eine zunehmende Spezialisierung einzelner Truppenteile mit sich brachte. Als die Elite galt die schwere Kavallerie, die K\u00fcrassiere. Dann gab es die Dragoner, eine Art berittener Musketiere, die als \u00e4u\u00dferst schlechte Reiter galten. Am wichtigsten war aber wahrscheinlich die leichte Kavallerie, die man f\u00fcrs Fouragieren, Aufkl\u00e4ren, \u00dcberf\u00e4lle, Wach- und Patrouillendienste ben\u00f6tigte; sie bildete Augen und Ohren jeder Armee. Man ben\u00f6tigte dazu gute und abgeh\u00e4rtete K\u00e4mpfer, vor allen Dingen aber hervorragende Reiter. Da der Adel aber bevorzugt bei den K\u00fcrassieren diente \u2013 Husaren hatten keinen guten Ruf -, war es nicht so einfach die passenden Mannschaften zu rekrutieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich fand man auch in Mitteleuropa immer abenteuerlustige Burschen, die gut reiten konnten, die echten K\u00f6nner warb man jedoch wie so oft in der Geschichte an der Peripherie: Kroaten, Albaner, Kosaken und nach dem Ende der ungarischen Selbst\u00e4ndigkeit immer mehr Husaren. Kardinal Richelieu lie\u00df bereits 1635 die &#8222;Cavalerie Hongroise&#8220; aufstellen. Es soll eine recht wilde, malerische Truppe gewesen sein, die wahrscheinlich durch ihre gro\u00dfen Halst\u00fccher den Ansto\u00df f\u00fcr die Entwicklung der Krawatte gegeben hat. Zu dieser Zeit war wie gesagt &#8222;Kroat&#8220; (Krabat) noch ein allgemeines Synonym f\u00fcr leichte Reiter vom Balkan.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Einheit wurde zwar nach dem Pyren\u00e4enfrieden (1659) wieder aufgel\u00f6st, 1692 wurde dann aber unter Ludwig XIV. aus Deserteuren der kaiserlichen Truppen ein Husarenregiment aufgestellt. Die Unzufriedenheit der Ungarn mit der absolutistischen Herrschaft der Habsburger und der gescheiterte Kuruzenaufstand (1703\u20131711) f\u00fchrte stetig neue Fl\u00fcchtlinge nach Frankreich, so dass 1710 bereits 3 Husarenregimenter gebildet werden konnten. Es handelte sich um die ber\u00fchmten Rattky-, Eszterhazy- und Bercheny-Husaren, Regimenter, die \u00fcber Generationen in allen Kriegen Frankreichs k\u00e4mpften.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignleft size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"540\" height=\"448\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/husaren.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1077\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/husaren.jpg 540w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/husaren-300x249.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 540px) 100vw, 540px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Husaren in franz\u00f6sischem Dienst<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Zu einem anderen Gro\u00dfabnehmer entwickelte sich Preu\u00dfen, in dessen Dienste gerne die ungarischen Protestanten traten. Als dann unter Kaiserin Maria Theresia immer h\u00e4rter gegen Protestanten vorgegangen wurde, sorgte dies f\u00fcr einen st\u00e4ndigen Zustrom an Deserteuren und Fl\u00fcchtlingen, mit denen Friedrich der Gro\u00dfe seine Husarenregimenter f\u00fcllte. In der Zeit von Ludwig XIV. bis zu Friedrich dem Gro\u00dfen w\u00e4hrend der so genannten Kabinettkriege, sah man den H\u00f6hepunkt der Husaren, hier zeigten sie, was sie auf den Schlachtfeldern leisten konnten und hier bildete sich ein Kranz von Legenden um ihre schillernden Gestalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Husaren galten als Teufelskerle, verwegen, leichtsinnig, listig und tapfer. Ein franz\u00f6sischer Offizier schrieb: &#8222;Genau gesagt sind Husaren nichts anderes als berittene R\u00e4uber, die einen irregul\u00e4ren Krieg f\u00fchren. Es ist unm\u00f6glich sie normal zu bek\u00e4mpfen. Wenn man glaubt, dass sie komplett geschlagen und zerstreut sind, tauchen sie wieder auf, in der selben Formation wie zuvor.&#8220; Die Husaren selbst sagten: &#8222;Ein Husar, der mit 30 nicht tot ist, ist ein Schuft&#8220; (Das Motto &#8222;Live Fast, Die Young&#8220; wurde nicht erst vom Rock&#8217;n&#8217;Roll erfunden).<\/p>\n\n\n\n<p>Bei ihren schnellen Operationen tief im feindlichen Gebiet riskierten die Husaren zwar viel mehr als andere Truppenteile, konnten aber auch hervorragend Beute machen, die sie dann meistens schnell wieder verjubelten. Husaren galten als gro\u00dfe Frauenhelden und ebenso gro\u00dfe S\u00e4ufer. Ihr Leichtsinn bei Wetten war ber\u00fcchtigt und ihre Lust an Duellen gef\u00fcrchtet. Wie viele Elitesoldaten betonten sie in ihrem Erscheinungsbild gerne das Individualistische, R\u00e4uberhafte. An Stelle des \u00fcblichen Soldatenzopfes trug ein Husar gerne vier, die zum Teil auch noch durch eingeflochtene Pistolenkugeln beschwert waren. Dazu kam ein m\u00f6glichst gewaltiger Schnurrbart, der falls n\u00f6tig schwarz gef\u00e4rbt werden musste.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem Husarenregimenter erst einmal zu einer festen Institution geworden waren, setzte sich in allen europ\u00e4ischen Armeen eine f\u00fcr sie typische Uniform durch, die diesen besonderen exotischen Status betonen sollte. Zuerst war da einmal der Tschako eine hohe M\u00fctze, die meist mit einem bunten Tuch bedeckt war, das beim Reiten hinterher wehte. Sehr typisch war auch der Dolman, die mit Schn\u00fcren besetzte Uniformjacke, die meistens salopp \u00fcber der Schulter getragen wurde. Auch der S\u00e4bel als Reiterwaffe fand erst durch die Husaren gr\u00f6\u00dfere Verbreitung in den westeurop\u00e4ischen Armeen.<\/p>\n\n\n\n<p>Allerdings war der Weg ins Exil weit und bedeutete oft eine dauerhafte Trennung von der Heimat. Deshalb dienten die meisten Ungarn sicher den Habsburgern, vor allen Dingen als zumindest in adligen Kreisen die alten Gegens\u00e4tze zunehmend verschwanden. Je mehr sich die Ungarn von den Habsburgern anwerben lie\u00dfen, desto weniger blieben f\u00fcr die Husarenregimenter in Frankreich und Preu\u00dfen. Man musste sie deshalb dort bald mit Einheimischen und Deserteuren aus anderen Armeen f\u00fcllen. Am Vorabend der Franz\u00f6sischen Revolution stammten von den 6.320 Husaren in Frankreich nur noch 45 aus Ungarn. Erst unter Napoleon erh\u00f6hte sich ihr Anteil wieder leicht, da nun zahlreiche Ungarn als Kriegsgefangene oder Deserteure in franz\u00f6sische H\u00e4nde gerieten.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei dem Image, das die Husaren von sich selbst pflegten, erstaunt es nicht, dass sich in ihrer gro\u00dfen Zeit \u2013 dem Ancien Regime \u2013 einige Ungarn besonders hervorgetan haben. Wahrscheinlich k\u00f6nnte man mit ihren chaotischen Biographien leicht ein dickes Buch f\u00fcllen; ich m\u00f6chte hier aber nur auf drei besonders schillernde Pers\u00f6nlichkeiten hinweisen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignright size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"400\" height=\"493\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/kovats.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1085\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/kovats.jpg 400w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/kovats-243x300.jpg 243w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Michael Kov\u00e1ts<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Einer von ihnen war Michael Kov\u00e1ts, der als Husar im Heer Maria Theresias diente. 1746 also nach den Schlesischen Kriegen wechselte er nach Preu\u00dfen. M\u00f6glicherweise war es wegen Schulden, einem Duell oder einem der anderen Dinge, die einem Husar so passieren konnten. Dennoch war es Fahnenflucht zum Gegner. Im preu\u00dfischen Heer diente er mehrere Jahre als einfacher Husar, wurde dann aber mit dem Ausbruch des Siebenj\u00e4hrigen Krieges (1756\u20131763) rasch bef\u00f6rdert. 1761 kehrte Kov\u00e1ts wieder nach Ungarn zur\u00fcck, wo dann wegen seiner fr\u00fcheren Fahnenflucht ein Verfahren er\u00f6ffnet wurde. Allerdings konnte er eine Begnadigung der Kaiserin erreichen. Das Leben als Zivilist scheint ihn aber gelangweilt zu haben. Denn als er vom Krieg in Amerika erfuhr, machte er sich auf den Weg dorthin und bot Benjamin Franklin seine Dienste an. Wegen seiner hervorragenden T\u00e4tigkeit als Ausbilder gilt Kov\u00e1ts manchen heute als der Vater der US Cavalry. Die Briten meinten zu seiner Einheit: &#8222;the best cavalry the rebels ever had.&#8220; 1779 fiel er dann bei K\u00e4mpfen um Charleston.<\/p>\n\n\n\n<p>Geradezu legend\u00e4r als Kaiser von Madagaskar wurde Moritz August Graf von Benyowszky (auch Benyovszky, Beniowski u.a.). Er hatte als Leutnant f\u00fcr die Habsburger im Siebenj\u00e4hrigen Krieg gek\u00e4mpft. Danach war er nach Polen gegangen und hatte sich an dem Aufstand gegen Russland beteiligt. Als Kriegsgefangener war er dann nach Kamtschatka verbannt worden, von wo er auf \u00e4u\u00dferst abenteuerliche Weise auf dem Seeweg entfliehen konnte. Wieder in Europa propagierte er die Eroberung Madagaskars zuerst in Frankreich sp\u00e4ter in Wien, England und den USA. Nachdem er in Frankreich einige Mittel erhalten hatte, lie\u00df er sich von einigen St\u00e4mmen auf Madagaskar zum Kaiser w\u00e4hlen. 1785 fiel er dort bei K\u00e4mpfen mit einem franz\u00f6sischen Expeditionskorps.<\/p>\n\n\n\n<p>Sozusagen ein ungarische Emigrant der zweiten Generation war Fran\u00e7ois Baron de Tott. Sein Vater war nach dem Kuruzenaufstand nach Frankreich geflohen und dort bei den Bercheny-Husaren eingetreten. Fran\u00e7ois diente dann im selben Regiment wie sein Vater, wurde aber zunehmend bei diplomatischen Missionen in der T\u00fcrkei und auf der Krim verwendet. Schlie\u00dflich ging er als Milit\u00e4rberater in die T\u00fcrkei, wo er vor allem beim Aufbau einer modernen Artillerie hervorragende Arbeit leistete und sich im russisch-t\u00fcrkischen Krieg 1768-74 bew\u00e4hrte. Nach dem Krieg wurde er zu einem der gro\u00dfen Reformer des t\u00fcrkischen Milit\u00e4rs. Als er schlie\u00dflich nach Europa zur\u00fcckkehrte, wollte er wegen der Revolution nicht wieder nach Frankreich, und setzte sich deshalb in Ungarn zur Ruhe, wo er 1793 starb.<\/p>\n\n\n\n<p>Da der ungarische Adel jedoch seinen Frieden mit den Habsburgern gemacht hatte, k\u00e4mpften die Ungarn w\u00e4hrend der napoleonischen Kriege fast ausschlie\u00dflich in der kaiserlichen Armee. Erst als sich danach die neuen nationalistischen und liberalistischen Ideen verbreiteten, entstand in Ungarn wieder ein starkes Konfliktpotential. Die Revolution von 1848 entwickelte in Ungarn sehr schnell eine besondere Dynamik und konnte schlie\u00dflich nur mit massiver russischer Unterst\u00fctzung niedergeschlagen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie so oft in der ungarischen Geschichte sorgte diese gescheiterte Revolution f\u00fcr einen neuen Strom an Emigranten und damit auch an S\u00f6ldnern. Allerdings war die Nachfrage nach letzteren inzwischen sehr begrenzt. Einige kamen in der Fremdenlegion unter, f\u00fcr die meisten gab es dagegen wenig zu tun. Mehrmals wurde im Exil mit der Aufstellung einer ungarischen Legion begonnen, die an der Seite der Feinde \u00d6sterreichs k\u00e4mpfen sollte \u2013 so f\u00fcr Italien 1859 in Piemont und f\u00fcr Preu\u00dfen 1866 in Oberschlesien. Allerdings wurde immer Frieden geschlossen, bevor die Legionen zum Einsatz kommen konnten.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignleft size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"273\" src=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/husaren-usa.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1087\" srcset=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/husaren-usa.jpg 600w, https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/husaren-usa-300x137.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Husaren im B\u00fcrgerkrieg<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die meisten Veteranen, die nicht dauerhaft ins Zivilleben zur\u00fcckkehrten, kamen deshalb wie so viele andere europ\u00e4ische 48er im Amerikanischen B\u00fcrgerkrieg (1861-1865) zum Einsatz. Die \u00fcberwiegende Mehrheit k\u00e4mpfte auf Seiten der Nordstaaten, da sie sich dort niedergelassen hatten. Obwohl ihre Zahl verglichen mit anderen Einwanderergruppen sehr klein war, stellten sie einen relativ sehr hohen Anteil an Offizieren, was auf milit\u00e4rische Erfahrung schlie\u00dfen l\u00e4sst.<br><br>Zu dieser Zeit hatte in Ungarn jedoch l\u00e4ngst die Politik des &#8222;Ausgleichs&#8220; begonnen. Die Ungarn wurden damit zu privilegierten Mitgliedern der k. u. k. Doppelmonarchie. Viele Emigranten kehrten zur\u00fcck und machten ihren Frieden mit den Habsburgern. Dazu kam, dass S\u00f6ldnerdienste in dieser allzu patriotischen Epoche kaum noch gefragt waren. Sicher fand immer noch der eine oder andere den Weg in die Fremdenlegion und unter den wenigen Abenteurern des 20. Jahrhunderts sind auch Ungarn vertreten. Man sollte hier an den gro\u00dfen Scharlatan und politischen Intriganten Ignaz Trebitsch-Lincoln, oder den Piloten und Saharaforscher Graf Ladislaus Eduard Alm\u00e1sy, der als &#8222;der englische Patient&#8220; bekannt wurde, denken.<br><br>Auch als nach dem II. Weltkrieg wieder eine gr\u00f6\u00dfere Anzahl ungarischer Emigranten nach Westeuropa str\u00f6mte, gab es f\u00fcr S\u00f6ldner nicht viel zu tun. Die Fremdenlegion rekrutierte eine gr\u00f6\u00dfere Zahl und schickte sie nach Indochina. Die CIA f\u00f6rderte die Gr\u00fcndung militanter Emigrantenorganisationen, die dann bei einem III. Weltkrieg als Kader einer neuen ungarischen Armee dienen sollten. Unter der F\u00fchrung ehemaliger Pfeilkreuzler entstand so der MHBK (Verband Ungarischer K\u00e4mpfer). Als es dann unter stetiger Ermunterung durch die CIA 1956 in Ungarn tats\u00e4chlich zum Aufstand kam, r\u00fchrte Amerika keinen Finger. Eine riesige Welle neuer Emigranten war die Folge, unter denen sich auch viele ehemalige Soldaten befanden. F\u00fcr die Fremdenlegion kamen sie gerade recht f\u00fcr den Krieg in Algerien. Letzten Endes handelte es sich aber gemessen an der Gesamtzahl nur um Ausnahmen. Die Zeiten in denen sich Europas Fl\u00fcchtlinge als S\u00f6ldner durchlagen mussten waren eben schon l\u00e4ngst vorbei.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\">\u00a9 Frank Westenfelder<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Husaren in der Fremde.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1076,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[8,104],"tags":[109,108],"class_list":["post-1075","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-artikel","category-volker","tag-emigranten","tag-ungarn"],"blocksy_meta":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.4 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Die Ungarn - Kriegsreisende<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/kriegsreisende.de\/geschichte\/artikel\/die-ungarn\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Die Ungarn - 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