Tuchman: Der ferne Spiegel (1982)

Barbara Tuchmanns Der ferne Spiegel ist ein faszinierendes Porträt des 14. Jahrhunderts, das sie am Beispiel des französischen Adligen Enguerrand de Coucy VII. lebendig werden lässt. Tuchmann zeichnet das Leben dieses Ritters nach, der zwischen Frankreich und England pendelte, an Kreuzzügen teilnahm und in die Wirren des Hundertjährigen Krieges verwickelt war.

Durch seine Biografie entfaltet sich das ganze Panorama einer Epoche, die von der Pest, Hungersnöten, Bauernaufständen und der Kirchenspaltung erschüttert wurde. Besonders eindrücklich ist ihr Ansatz, das 14. Jahrhundert als einen “fernen Spiegel” zu betrachten, in dem sich unsere eigene Zeit mit ihren Krisen und Verwerfungen spiegelt.

Tuchmann schreibt mit einer seltenen Mischung aus wissenschaftlicher Genauigkeit und erzählerischer Kraft. Sie verliert sich nicht in trockenen Fakten, sondern lässt die Menschen und ihre Lebenswelt auferstehen: den Alltag auf den Burgen, die Brutalität der Schlachten, die Angst vor dem Schwarzen Tod und die seltsame Mischung aus Frömmigkeit und Aberglauben. Dabei gelingt es ihr, die komplexen politischen Verflechtungen und dynastischen Rivalitäten verständlich darzustellen, ohne den Leser zu überfordern.

Unsere Bewertung: 8 von 10

Geschichte lesbar und spannend wie ein Roman.

das Buch bei Amazon bestellen

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert