Diamond: Arm und reich (1998)

Diamond: Arm und reich

Jared Diamond legt mit Arm und Reich: Die Schicksale menschlicher Gesellschaften eine ebenso kühne wie umstrittene Globalgeschichte vor. Seine zentrale These ist verblüffend einfach: Nicht genetische Überlegenheit, sondern geografische und ökologische Faktoren entscheiden über den Erfolg von Zivilisationen. Warum eroberten Europäer die Welt und nicht umgekehrt? Diamonds Antwort: Eurasien hatte die günstigste Ost-West-Achse für die Verbreitung von Nutzpflanzen, die meisten domestizierbaren Tiere und damit frühe Immunität gegen Keime – die „Keime“, die später die indigenen Völker Amerikas dezimierten.

Das Buch besticht durch seine enorme Synthesekraft. Diamond verbindet Biologie, Linguistik und Archäologie zu einem fesselnden Narrativ, das rassistische Erklärungsmodelle elegant widerlegt. Der Blick auf die „Waffen, Keime und Stahl“ als Triebfedern der Geschichte ist erhellend und nachhaltig.

Die fundamentale Idee des Buches ist sicher für alle ein rotes Tuch, die nach wie vor an die biologische Überlegenheit der einen oder anderen „Rasse“ oder Volkes glauben, und deshalb weiter ihre nationalen Heroen verehren möchten.

Selbst wenn man Diamonds Thesen nicht voll akzeptiert, so haben sie doch so viel immanente Logik und Überzeugungskraft, dass sie unseren Blicl auf die Welt und die Geschichte grundlegend verändern.

Unsere Bewertung: 10 von 10

Ein grandioser, provokativer Wurf, der zum Nachdenken zwingt

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